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Deliriums Order - Victim No. 52

Review von Opa Steve vom 13.10.2004 (2709 mal gelesen)
Deliriums Order - Victim No. 52 Thrash lebt! Deliriums Order schnappt sich die Härte und Bösartigkeit des Death Metals, aber würzt diesen mit einer gandenlosen Kante knochentrockenen Thrashs. Der Opener "Sanctuary of incineration" kommt zwar erst nicht so richtig auf die Füße und stellt den Hörer auf einige Geduldproben, aber in dieser Zeit kann man sich schon mal an die klasse Produktion gewöhnen, die mit verdammt viel Druck als komplett gelungen bezeichnet werden kann. Aber schon "Abomination" glänzt danach mit schönen technischen Gitarrenriffs, die streckenweise an Holy Moses Experimentierphase zu "New machine ..."-Zeiten erinnern.

Mit Stakkato-Doublebass sowie hochpräzisen Riffs gelingt den Finnen die Wiedergeburt einer fast verloren geglaubten Stilrichtung: nämlich die deutsche Hochzeit des Thrashs. Kapellen wie Holy Moses und auch Mekong Delta waren es in den späten 80ern, die den brutalen Thrash durch einen wesentlich höheren technischen und kompositorischen Anspruch in die Schranken wiesen und nicht minder brutal, aber komplexer Riffbreitseiten erfanden, die bis heute in ihrer Form einzigartig geblieben sind.

Dabei arbeiten DLO gar nicht mal mit dem Musiktheoriebuch, sondern eher entstehen recht fiese Harmoniefolgen, die nicht einmal so kompliziert sind, aber dafür sich ihrer Wirkung durchaus bewusst. Auch die völlig aus der Mode gekommenen Arpeggien werden bei Songs wie "Masterpiece of a morbid mind" wieder hervorgekramt.

Mitten im Programm wird dem Hörer ein rasend schneller Headbanger als Titeltrack serviert, bei dem die Versuchung durchaus groß ist, die Repeat-Taste mehr als einmal zu betätigen. Mit Groove und Hochgeschwindigkeit ballern die vier ihre MG-Salven durch die Trommelfelle und schaffen damit eine der Speed Metal Hymnen, die bei mir auf Dauerrotation gehen. In ähnlicher Manier geht's auch gleich weiter, denn die Jungs haben noch den einen oder anderen Massenmörder ausgegraben, über den es zu texten wohl lohnt. Warum sich die Kapelle mit dem Gore-Image des Death Metals umgibt, weiß ich nicht. Sie lassen den Thrash so schön wieder aufleben, dass sie es auch in aller Konsequenz etwas lockerer angehen lassen könnten. Das ernste Image hingegen verleitet zu schnell, die Combo in das typische Death-Metal-Klischee reinzustecken. Und da ist die Konkurrenz einfach zu groß.

Wieder sehr stark nach Holy Moses zur Liechtenstein-Ära klingend beendet Deliriums Murder das Album mit dem 10. Song und zieht nochmal alle Register: hochpräzises Riff-Handwerk, klassische und absolut gelungene Soli (fällt eigentlich niemandem auf, dass heute kaum noch jemand interessante Soli zustande bringt?), und viel Abwechselung im letzten 7-Minuten-Werk.

Zieht euch als Anspieltipp einfach mal das Album so lange ihr wollt ab "Victim No. 52" rein. Lange werdet ihr nicht hören müssen, denn wer noch nicht beim Titelsong überzeugt ist, wird spätestens bei der anschließenden Thrash-Vielfältigkeit schwach werden.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
Sanctuary of incineration
Abomination
The art of butchering
Masterpiece of a morbid mind
Victim no. 52
Through the eyes of a murderer
Nightmare in apartment 213
Dr. Lirium orders: suffering
Pathologist's perverse fantasies
The sunrise
Band Website: www.deliriumsorder.com
Medium: CD
Spieldauer: 45:11 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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13.10.2004 Victim No. 52(8.0/10) von Opa Steve

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