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Ivanhoe - Systematrix

Review von Zephir vom 23.07.2013 (1131 mal gelesen)
Ivanhoe - Systematrix Die deutschen Prog-Metaller aus dem schönen Württemberg blicken auf eine lange, aber durch mehrere Mannschaftswechsel gekennzeichnete Historie zurück. Bereits 1986 gegründet, pausierten IVANHOE zwischen 1997 und 2001. Nach der erfolgreichen Reanimation des Projekts stieg Sänger Mischa Mang in die Band mit ein, der nun auch auf dem jüngsten Release "Systematrix" zu hören ist. Das Album bezeugt eine stetige Entwicklung zur stilistischen Eigenständigkeit: Die hartnäckig wiederkehrenden Vergleiche mit den amerikanischen Kollegen DREAM THEATER, die noch bis zu IVANHOEs vorletzter, 2008 erschienener Platte "Lifeline" gezogen wurden, können nun endlich in den Schubladen verschwinden.

"Systematrix" gibt sich eckig und kantig. Bereits der Opener mit gleichem Namen demonstriert eine gewisse Eigenwilligkeit, die sich in dominanten, melodisch und rhythmisch schwer greifbaren Gitarrenriffs und starken Intonationsschwankungen in den Vocals zwischen dunklem Raunen und hohem Cleangesang artikuliert. In ähnlicher Manier kommen die Arrangements der folgenden Tracks daher. Bei 'Human Letargo' wird man allerdings im Refrain von einem sehr viel eingängigeren Melodiefluss überrascht. 'War Of The Centuries' ist mit extremen Wechseln in Rhythmus, Tempo und Duktus ausgesprochen experimentell - hier ist neben den Ohren eindeutig auch das Hirn des Hörers gefordert. Das Album erfordert überhaupt ausreichend Zeit und Konzentration um durchzusteigen, entspanntere Ruhemomente gibt es in den komplex aufgebauten Titeln so gut wie gar nicht. Wer das strukturelle Nachvollziehen der Kompositionen und Arrangements liebt, wird sich für widerspenstige Progressive-Leckerbissen wie 'Learning Path' oder 'Symbols Of Time' und deren nonkonformistische Melodie- und Harmonieführung begeistern. Aber auch Metalheads, die gerne über gehaltvolle Texte sinnieren, kommen bei diesem Album auf ihre Kosten.

Bei 'Madhouse' denkt man zunächst an die Quoten-Ballade, die nicht fehlen darf und dem mittlerweile angestrengten Gehirn eine Pause zu gönnen scheint, wenn Richard Seibels verträumter Keyboardsound empfindsame Gemüter dahinschmelzen lässt. Aber der Schein trügt. Track Nummer 5 klingt inhaltlich höchst fortschrittspessimistisch und beunruhigend. Hier sind die Lyrics und vor allem das szenische Intermezzo in der Mitte des Songs zu beachten, das ein Kopfkino einschaltet und sehr nachdenklich stimmt.

Besondere Aufmerksamkeit muss an dieser Stelle außerdem der Trilogie 'The Symbiotic Predator' gewidmet werden. Deren erster Teil, das Instrumentalstück 'Seduction', hat von harten Riffs über Violinen-, Cello-, Akustikgitarren- und Pianosound an Instrumentierung wirklich alles zu bieten, geht nahtlos in das zunächst sinfonisch-melancholische 'Resolution' über, das sich wenig später noch als progressives Spitzenwerk entpuppt. Erst im dritten Teil, 'Late Recognition', setzen die Vocals ein, die mit fatalem Unterton drohen. Ich kann nur nochmals eindringlich empfehlen, sich auch mit dem Inhalt dieses Opus auseinanderzusetzen.

Wer die Aktivitäten der Band seit Längerem mitverfolgt hat, wird auf dem neuen Album "Systematrix" den Gitarristen Achim Welsch vermissen. Übrigens zieht auch dieses Werk abermals Veränderungen nach sich - Sänger Mischa Mang und Schlagzeuger Matthias Biel verließen nach dem Release die Band. Wenn die musikalischen Aktivitäten von IVANHOE trotz eines erneuten Wechsels auf dem Niveau bleiben, das uns mit "Systematrix" geboten wird, bleibt allerdings nichts zu wünschen übrig. Das Album ist ausgefeilt und tiefsinnig, dabei mit ausreichend Schwermetall beladen - ein geniales Werk.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Systematrix
02. Human Letargo
03. Tin Cans Liberty
04. War Of The Centuries
05. Madhouse
06. Learning Path
07. Walldancer
08. The Symbiotic Predator - Seduction
09. The Symbiotic Predator - Resolution
10. The Symbiotic Predator - Late Recognition
11. Brokers Lingua Nera
12. Symbols Of Time
Band Website: www.ivanhoe.de
Medium: CD
Spieldauer: 56:50 Minuten
VÖ: 24.05.2013

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