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Eisregen - Schlangensonne

Review von Wulfgar vom 11.05.2010 (2238 mal gelesen)
Eisregen - Schlangensonne Hurra! Die wohl dunkelste Kombo, die Deutschland jemals mit leicht poetisch angehauchtem Düster/Morbid Metal versorgt hat, ist wieder da. EISREGEN beliefert die erwartungsvollen Massen mit dem Werk "Schlangensonne". Wer die düsteren Herren aus Thüringen kennt, der weiß schon, das ihn/sie so etwas Ähnliches erwartet, wie eine vertonte Edgar Allen Poe Geschichte. Oder auch etwas wie ein nicht näher beschriebener Film namens Hirntod (Name geändert Anm. d. A.) Ob die Texte von Michael Blutkehle Roth nun Splatter oder Grusel transportieren wollen, war noch nie so ganz schlüssig. Naja wenigstens ist die Musik auf "Schlangensonne" wesentlich eindeutiger zuzuordnen. Es handelt sich definitiv um Metal, wobei hier mal ein wenig Death, da mal Black durchschimmert, aber generell schwermetallische Riffs vorherrschen. Man kann auf jeden Fall sagen, dass der Härtegrad der Musik deutlich zugenommen hat.

Das Liedgut setzt sich aus 11 Stücken zusammen, die der morbiden EISREGEN Stimmung wieder einmal voll gerecht werden, will sagen es fehlen weder Selbstverstümmelung noch Kannibalismus in den Texten und die Musik passt dazu wie die Kettensäge in den Eingeweiden. Hier und da greift Herr Roth auch auf klaren Gesang zurück, was allerdings auch kein wirklich neues Feature mehr ist. Allerdings finden auch gesellschaftskritische Themen ihren Platz auf der Platte. 'Kai aus der Kiste' kann man z.B. recht einfach auf die diversen bekanntgewordenen Fälle beziehen, in denen Kindern von den Eltern bis zur Verwahrlosung die Fürsorge versagt wurde. Generell kann man einige Stücke als Verarbeitung bzw. Kommentar zu verschiedensten innerdeutschen Vorfällen sehen. So jährt sich dieser Tage zum 65. Mal das Ende des Krieges in Deutschland. Dem wird durch die beiden Stücke 'Auf ewig Ostfront' und 'Tod senkt sich herab' Rechnung getragen. Natürlich beides nicht ohne ein paar blutige Details zu beschreiben. Ach ja und wer hinter dem Titel 'Zauberelefant' etwas ähnliches wie 'Elektrohexe' vermutet, der wird villeicht ein wenig enttäuscht, es geht dabei tatsächlich um eine sehr sehr fette Frau!

Tja das ist wiedermal ein ordentliches Brett, das EISREGEN hier auf Scheibe bannt. Als Manko muss man allerdings vermerken, dass ich mir nach mehrmaligem Durchhören der Platte relativ sicher bin, dass sie auf Dauer ein wenig öde werden wird. Wobei mir treue Fans da wiedersprechen werden. Dass sich eben jene die Scheibe unbedingt besorgen sollten, brauche ich nicht extra zu erwähnen (und das am besten noch bevor sie bei der BPjM auf dem Prüftresen landet). Insgesamt eine gelungene Scheibe, die den EISREGEN-Sound um etwas mehr Riffing und ein, zwei Härtegrade erweitert, obwohl "Schlangensonne" ruhig ein wenig klarer hätte abgemischt sein können.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
1. N8Verzehr
2. Blute Aus
3. Auf Ewig Ostfront
4. Ernte den Untergang
5. Zauberelefant
6. Kai aus der Kiste
7. Tod senkt sich herab
8. Linkshänder
9. Das Allerschlimmste
10.Schlangensonne
11. Brustfetichrist (Bonus)
Band Website: www.fleischhaus.de
Medium: CD
Spieldauer: 52:54 Minuten
VÖ: 30.04.2010

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