"The Retaliators" - Das Filmscreening mit FIVE FINGER DEATH PUNCH u.v.m.

Ein Artikel von Opa Steve vom 18.06.2022 (1909 mal gelesen)
imgrightAuf freundliche Einladung von Head Of PR konnten wir Anfang des Monats dem Presse-Screening des neuen Mystery-Horror-Thriller "The Retaliators" beiwohnen, der im Spätsommer dem Publikum zur Verfügung stehen wird. Ein Filmbericht auf Bleeding4Metal? Das wäre eigentlich unüblich, wenn der Cast des Films nicht neben Stars wie Marc Menchaca und Joseph Gatt noch prominent die bunte Truppe von FIVE FINGER DEATH PUNCH, Jacoby Shaddix von PAPA ROACH und Tommy Lee von MÖTLEY CRÜE sowie das ein oder andere Gesicht von ICE NINE KILLS auf die Leinwand bringen würde.

Der Kern von THE RETALIATORS dreht sich um einen Cop (Menchaca), der nach einem persönlichen Verlust seine persönliche Rache an diversen Straftätern genüsslich und sadistisch ausleben möchte. Bis zur blutigen und horrormäßigen Eskalation mit einem großen "Fundus" seiner lebenden Exponate von Straftätern aller Coleur ist der Film eigentlich ein düsterer Thriller, der zeitlich verschachtelt erst an das Ende der Geschichte springt und so den Zuschauer neugierig auf die Ursache der Ereignisse macht. Parallele Handlungsstränge stellen Opfer und Täter dar, führen die Charaktere ein, und bringen eine Verkettung fataler Zufälle in Gang. Joseph Gatt verkörpert den eiskalten Kriminellen, dessen Taten zufällig von der Tochter eines Predigers entdeckt werden. Natürlich bringt dieser die Zeugin dann um, und der trauernde Vater wird von Menchaca in die Geheimnisse seiner Rache eingeführt - natürlich verbunden mit dem Angebot, dass sich der Gottesmann ebenso an dem Mörder seiner Tochter rächen könnte. Während der Killer in der Gewalt des Rache-Cops auf seine Qualen wartet, sorgt sein Verschwinden derweil in der Unterwelt für Aufregung, da mit ihm auch Geld und Drogen verschwunden sind. Die Eskalation lässt natürlich nicht lange auf sich warten, in der ein Großteil der Beteiligten in einem Durcheinander aus Splatter und Gewalt effektiv das Zeitliche segnen müssen.

Der Film legt sich nicht auf ein Genre fest, sondern durchwandert Thriller, Film Noir, C-Movie-Trash und Splatter. Die Erzählweise mit den zeitlichen Sprüngen ist interessant und gibt der Handlung mehr Format, als der Plot tatsächlich an Substanz aufwarten kann. Das Rachekonzept erinnert mich in der zweiten Hälfte des Films aufgrund seiner Düsterheit stellenweise an den spektakulären koreanischen Thriller "I Saw The Devil" (allerdings ohne dessen Intensität zu erreichen), die Entwicklungen zum Ende hin in ihrer übertriebenen Splatter-Darstellung eher an "Braindead" oder "From Dusk Till Dawn" (ohne jedoch die Komik der beiden Filme zu beinhalten). Insofern ist der Film zwar für eine breite Gruppe stilistisch interessant, aber man sollte ein Faible für B-Movies mitbringen und kein Kunstkino dieser Genres erwarten. Genauso muss man die Performance der mitwirkenden Musiker einsortieren, die sich größtenteils auf statische Motherfucker-Typen beschränken, wo es nur einen schmalen Grat an Charakterddynamik erfordert. Shaddix liefert in meinen Augen als psychopathischer Killer und früher Auslöser der Ereignisse immer noch die beste Darstellung und vermittelt seinen Wahnsinn absolut glaubwürdig. Auch der kurze Auftritt von Tommy Lee als Stripclub-DJ kommt ihm sehr entgegen, und er freut sich sichtlich, im Club den Song 'Girls Girls Girls' auflegen zu dürfen. Aber im Prinzip spielt er sich selbst und ist natürlich für diese Rolle wie geschaffen.

Thriller/Horror-Fans mit Lust auf einen schwermetallischen Soundtrack und ein paar ihrer Idole auf der Leinwand können sich daher auf den Start in wenigen Monaten freuen.

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