Borer - Bag Seeker

Review von Froosti vom 09.05.2024 (981 mal gelesen)
Borer - Bag Seeker Der Sommer steht vor der Tür, Gras wurde legalisiert und die ersten wilden Partys lassen nie lange auf sich warten, zumindest hier bei mir in Berlin. Dazu passend schwappt aus Neuseeland das erste Album "Bag Seeker" der Band BORER herüber. BORER haben sich dem Stoner/Sludge verschrieben und unter anderem thematisieren sie, wie viele Bands aus diesen Bereichen, den Umgang mit Drogen oder "chemical cravings", wie sie Drogen im Titeltrack benennen. Wird sich dieser Trip lohnen oder lande ich am Ende doch in der Gosse?

Als Intro für den Titeltrack nutzt die Band einen kleinen Ausschnitt aus einem Interview mit Ozzy Osbourne, was keine schlechte Wahl ist, da er wohl nicht ganz unwissend in dem Bereich ist. Kleine Intros, Samples und der Song '6.32', welcher ein kurzes Zwischenspiel darstellt, versuchen Atmosphäre aufzubauen. Wo Ozzy Osbourne als noch unterhaltsam gilt, erweist sich der Rest allerdings schnell als anstrengend und besonders '6.32' ist für mich einfach nur störend und unterbricht den Fluss der Songs zu lange. Das ist immer Geschmackssache, aber für mich geht die Atmosphäre damit unter.

Nach dem Intro überrascht mich der schwere, trockene Sound der Gitarren und das erste Riff allein macht bereits Lust auf mehr. Die Produktion ist angenehm roh gehalten, versinkt allerdings nicht in einem Matsch. Mal schleppend, mal stampfend, mal mit viel Groove, mal im Midtempo sägen sie sich durch die einzelnen, überlangen Titel. Bass und Schlagzeug bieten dabei einen sumpfigen, drückenden Groove-Teppich an, der sehr gut zum Sound der Band passt. Instrumental ist das sicher keine Weltneuheit, aber auch ganz solide umgesetzt.

Dann setzen die Vocals ein und ich bin etwas überrascht. Gesang im Bereich des Black Metals hätte ich jetzt auf so einer Platte nicht wirklich erwartet. Zumindest könnte man es dem Black Metal zuordnen, auch wenn das Genre sich dagegen wehren würde. Es fällt mir schwer, eine passende und freundliche Umschreibung für den Gesang zu finden. Für mich steht und fällt eine Platte mit den Vocals. Passen die nicht, passt mir das Album nicht. Zweiteres ist hier genau der Fall. Ich kann den Gesang nur als nervtötend, anstrengend und unpassend beschreiben. Weitere Beschreibungen würden nicht nett ausfallen und ich verlinke das Video zu 'Bag Seeker', damit ihr euch einen eigenen Eindruck machen könnt.

Das instrumentale Grundkonzept von BORERs Debütalbum 'Bag Seeker' ist solide und bietet viel Luft nach oben. Gitarren, Bass und Schlagzeug können sich durchaus sehen lassen und auch die Produktion ist passend. Leider sorgen die Interludes und Samples sowie der nervtötende Gesang dafür, dass jeder weitere Durchlauf des Albums für mich zu einer schwierigen Angelegenheit geworden ist und ich froh bin, es hinter mir zu haben. Wer Lust hat auf außergewöhnliche Vocals und rohen Sludge Metal, kann hier ein vorsichtiges Ohr riskieren.



Gesamtwertung: 3.0 Punkte
blood blood blood dry dry dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Bag Seeker
02. Ket Witch
03. 6.32
04. Wretch
05. Lord Of The Hanged
Band Website: borersludge.bandcamp.com
Medium: CD, Digital
Spieldauer: 55:44 Minuten
VÖ: 10.05.2024

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten