The Vision Bleak - Weird Tales

Review von Froosti vom 22.04.2024 (1443 mal gelesen)
The Vision Bleak - Weird Tales Lange war es still geworden um THE VISION BLEAK und es war nicht klar, ob es nach dem 2016er Album "The Unknown" weitergeht. Als die Band ihr neues Album "Weird Tales" angekündigt hatte, war ich mittendrin im "Hype". Ich habe zwar die Band erst seit ihrem "Witching Hour"-Werk von 2013 verfolgt, aber nach und nach habe ich mir die gesamte Diskografie erarbeitet. Mit ihrer Mischung aus Gothic, Doom, Black Metal und Death Metal haben sie mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Meine Erwartungen an "Weird Tales" sind dementsprechend hoch. Also nicht lang schwatzen, Platte auf den Teller und los geht die Reise.

Pulp-Magazine begannen in den 1930er Jahren ihren Siegeszug in den USA und boten Geschichten aus verschiedensten Genres. Eines davon befasste sich mit Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Geschichten und trägt den Namen Weird Tales. Die Geschichten aus Weird Tales und von anderen Autoren, wie Edgar Allan Poe, nehmen sich THE VISION BLEAK als Grundlage für ihr neues Album. Die Atmosphäre dieser Geschichten schaffen THE VISION BLEAK ohne Probleme einzufangen und uns hier in einem einzigen Song zu präsentieren. Zur Vereinfachung ist dieser allerdings in mehrere Kapitel unterteilt. Eines der Highlights der Band war es schon immer, eine intensive Atmosphäre zu erschaffen. Spoken-Words-Parts, mal düstere, mal verträumte Keyboards, melodische Gitarrenläufe, schleppende Doom-Parts und der Wechsel zwischen ruhigen und harschen Passagen spielen perfekt miteinander und bereits nach ein paar Minuten bin ich tief in die einzelnen Geschichten versunken.

Auch bei den Vocals bleibt die Band sich treu und bietet dem Hörer eine große Bandbreite an. Markus "Schwadorf" Stock liegt mit seinem Gesang irgendwo in der Schnittmenge aus Black Metal und Death Metal, welcher roh, aber immer gut verständlich aus den Boxen schallt. Tobias "Konstanz" Schönemann ist für den abwechslungsreichen Klargesang verantwortlich. Von geflüsterten Spoken-Words-Parts über melodischen Gesang bis hin zu erhabenen, beinahe okkulten Vocals ist einfach alles dabei.

Neben der instrumentalen und atmosphärischen Abwechslung finde ich kaum negative Punkte an "Weird Tales". Lediglich das Konzept eines überlangen, einzelnen Songs lässt einen Überhit vermissen. Da das Album am besten wirkt, wenn man es in voller Länge hört, wird es bei mir auch nicht jeden Tag auf dem Plattenteller landen. Das ist allerdings schon Kritik auf sehr hohem Niveau und schmälert das Album kaum.

Alles in allem haben THE VISION BLEAK erneut bewiesen, warum sie zu den Besten zählen, was die deutsche Metal-Szene zu bieten hat. Hier passt nahezu alles. Die Atmosphäre ist intensiv, düster und stimmig zu dem lyrischen Konzept des Pulp-Magazins. Die Vocals und Songs sind abwechslungsreich, ohne sich zu verlieren oder kitschig zu wirken. Ich bin gespannt, wie die Band die Songs live umsetzen wird und freue mich jetzt schon auf ihren Auftritt beim Walpurgisnacht Festival in Berlin.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Chapter I: Introduction
02. Chapter II: In Rue D'Auseil
03. Chapter III: In Gardens Red, Satanical
04. Chapter IV: Once I Was A Flower
05. Chapter V: The Premature Burial
06. Chapter VI: Mother Of Toads
07. Chapter VII: The Graveyard By Nyght In A Thunderstorm
08. Chapter VIII: The Undying One
09. Chapter IX: Evil Dreams Run Deep
10. Chapter X: The Witch With Eyes Of Amber
11. Chapter XI: Canticle
12. Chapter XII: To Drink From Lethe
Band Website: facebook.com/thevisionbleak.official
Medium: CD, LP, Digital
Spieldauer: 41:17 Minuten
VÖ: 12.04.2024

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten