Devastatiön - Rise Of The Dead

Review von Chaosswampchicken vom 30.03.2024 (1074 mal gelesen)
Devastatiön - Rise Of The Dead Aller guten Dinge sind drei, oder? So auch bei DEVASTATIÖN, die nach ihrer letzten EP "Drink With The Devil" in 2017, jetzt zurück sind mit ihrem dritten Longplayer "Rise Of The Dead". An was die Black/Trash-Metaller aus Belgien, beheimatet in Meetjesland, Ostflandern, in den letzten Jahren gearbeitet haben, schauen wir uns gleich einmal genauer an. Nicht zu verwechseln sind die Jungs mit der fast gleichnamigen Band aus Texas, zum Glück haben sie hier mit zwei Punkten über dem O nachgeholfen und ich erspare mir die Peinlichkeit, die falsche Band anzusehen. Die legendären Einflüsse der Band reichen von SODOM über POSSESSED bis hin zu NIFELHEIM. Wie sich DEVASTATIÖN in den 11 brandneuen Songs nach circa sieben Jahren zurückmelden und wie sich der Sound verändert hat, das hören wir jetzt.

Hinein in den schwarzen Abgrund

Zieht man die anfangs schon erwähnte EP aus 2017 zu Rate, hat sich die Band von den zu Teilen tendenziös klingenden Angriffen auf "Drink With The Devil" distanziert, man merkt direkt, dass sie mehr Abwechslung in ihren Black/Thrash-Sound bringen. Das Ganze ist schon zu Anfang sichtbar, bei dem Opener 'Black Abyss', das ein bisschen wie die frühen NECROPHOBIC klingt. Zu Beginn des Songs ist auch schon eine gute Portion Death aus dem hohen Norden zu spüren, die zahlreichen und teils überraschenden Tempowechsel sind ein Garant für ordentliches Headbanging. Das Riff von Tim Matthijs sticht besonders zur Bridge hervor und macht richtig Stimmung, zum Chorus hin empfinde zumindest ich es als Ablenkung zum Rest. Matthieu Brasseurs Vocals sind gewohnt keuchend und voller Aggression, ein guter Mix aus Black und Thrash. 'Unholy Ritual' ist genau so ein Tempokracher wie der Opener, es bleibt zunächst keine Zeit zum Durchatmen. Die Drums von Tom Heynssens übernehmen hier die Führung und ziehen das auch mit souveränen Blastbeats sowie Double Bass durch. Hier gibt es dann auch mehr Schwarzmetall und Atmosphäre, gut gesetzte Breaks entschleunigen das Ganze dann doch ein wenig, nur um danach nochmal mit ganzer Kraft anzugreifen. Nun tauchen wir weiter ab in das Okkulte und Mystische mit dem Track 'Necronomicon', die Spannung baut sich langsam auf, dann ein hoher und langer Schrei von Matthieu Brasseur und die krachenden Drumms von Tom Heynssens setzen ein. Deutlich zu spüren ist hier der Bass von Maarten De Zutter, der schwere dumpfe Sound gibt dem Ganzen ein wenig mehr Tiefe. Ansonsten gehen hier Instrumente und Vocals gut aufeinander ein und keiner überspielt den anderen, dieser Track bleibt im Kopf.

Kathedrale der verlorenen Seelen

Das Midtempo-Stück 'Beyond The Arctic' ist bisher der einzige Song, der ein Solo enthält, was zu einem intensiven und großartigen Finale führt. Genau so intensiv und fordernd sind hier die Vocals, die Lyrics werden nur so herausgerotzt, man möchte sich einfach nur in den Pit stürzen, der sich sicherlich dazu bilden wird. Finster wird es auch bei 'Cathedral Of Lost Souls' mit einem angenehm ruhigen und schweren Part, etwa zur Hälfte des Songs. Der Song startet mit einem kernigen Riff und einem langgezogenen, schön schrillem Pinch Harmonic. Die unheilige Verbindung aus Black und Thrash kommt hier so richtig zur Geltung, sie ist schnell, dreckig und böse. Was will man mehr? Ein absoluter Anspieltipp ist auch der Closer der Platte, 'Wild Hunt', besonders wenn man sich mit den neuen Songs und dem Sound bekanntmachen möchte. Denn hier geben sie noch einmal alles, das Riff ist kreativ und eingängig, die Drums sind hart und unnachgiebig und auch sonst machen die Jungs von DEVASTATIÖN nicht den Eindruck, dass sie sich mit dem Closer leise verabschieden wollen. Wenn ihr eine gute Bassline hören wollt, solltet ihr bei etwa 1:50 gut zuhören, denn da lässt Maarten De Zutter noch einmal von sich hören.

Fazit

Was kann man jetzt zu den Jungs von DEVASTATIÖN und "Rise Of The Dead" sagen? Die Pause hat den Belgiern sicher gut getan, denn sie sind mit neuer Entschlossenheit und Motivation zurück gekommen. Auf ihrem neuen Werk haben sie einiges richtig gemacht, gerade die härteren Parts schlagen hier voll rein, und die immense Energie des Ganzen zieht mit. Die legendären Einflüsse der Band kann man raushören aber auch die Persönlichkeit der Band. Absolute Anspieltipps sind hier 'Wild Hunt' sowie 'Beyond The Arctic'.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Black Abyss
02. Unholy Ritual
03. Undead
04. Necronomicon
05. Eternal War (For Immortality)
06. Beyond The Arctic
07. Black Winter Night
08. Cathedral Of Lost Souls
09. Blood Eagle
10. Into The Void
11. Wild Hunt
Band Website: https://empirerecords.bandcamp.com
Medium: CD, digital
Spieldauer: 41:22 Minuten
VÖ: 24.03.2024

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten