Beyrevra - Echoes: Vanished Lore Of Fire

Review von Chaosswampchicken vom 24.03.2024 (958 mal gelesen)
Beyrevra - Echoes: Vanished Lore Of Fire Wie ich vielleicht schon das eine oder andere Mal geschrieben habe, wird mein Interesse an einer Review auch gerne einmal nur von dem Artwork der Platte geweckt oder dem Namen der Band, so auch in diesem Fall. Ich kannte sie bis dato noch nicht, also war es Zeit, ein wenig mehr Recherche zu betreiben. BEYREVRA sind eine Melodic Black/Death Metal-Combo, gegründet in 2018, und "Echoes Vanished Lore Of Fire" ist das Debüt der Jungs aus Nürnberg. In 2022 haben sie bereits die EP "Burning Fate" veröffentlicht und mittlerweile ist auch das Label Trollzorn Records auf BEYREVRA aufmerksam geworden und hat sie für die Veröffentlichung ihrer ersten Platte unter Vertrag genommen. Der musikalische Stil der Band ist, wie schon erwähnt, eine Mischung aus Elementen des melodischen Black und Death Metals. Als ich mir so die EP zu Gemüte geführt habe, verstehe ich gar nicht, dass mir diese Band noch nicht aufgefallen ist. Nun schauen wir uns das Ganze aber mal genauer an, was kann "Echoes: Vanished Lore Of Fire"?

Verurteilt

Der Opener 'Sentenced' gibt mit seiner immensen Energie und dem aggressiven und dunklen Gesang den Ton für das Album an, er ist definitiv dem melodischen Black Metal zuzuordnen, allerdings hat der Song auch einige Elemente des Death Metals vorzuweisen, insgesamt versteht er es ganz gut, die Härte der Gitarren in ein harmonisches Klangbild zu weben. Etwas, das bei mir ja immer ganz gut ankommt, ist, wenn der Sound etwas unfertig wirkt und roh, aber durchaus direkt, so wie auch bei diesem Opener. 'Path Of Baptism' nimmt dann noch mehr die krachende Death Metal-Riffs in den Vordergrund, da lässt sich schon ganz gut der Kopf dazu bewegen. Ebenso rasant sind die Drums von D.B., sie vermitteln einem das Gefühl von einer gewissen Prägnanz und von Chaos. Dazu passen auch die Vocals von M.D., die sich wunderbar zwischen tiefem Growlen aus dem Death Metal und klagenvollem Gesang aus der schwarzmetallischen Ecke bewegen. Als Nächstes haben wir da 'Burning Fate' und das ist keine unbekannte Nummer, denn dieser Track stammt von der gleichnamigen EP der Band aus dem Jahre 2022. Er startet sehr atmosphärisch mit prasselndem Regen, Kirchenglocken und einem unheilvoll klingenden Chor, wenn die Stimmung passt, macht es den Song für mich gleich noch viel greifbarer. Der Chor wird leiser und die Drums setzen mit einem Hammerschlag ein, hier spürt man abermals das Potenzial, das in diesem Machwerk steckt, die Riffs von M.S. sind kernig und haben Wiedererkennungswert. Die Bassline von S.L. hilft der Schwere in den langsamen Parts des Songs. Besonders hervorzuheben sind hier die Tempowechsel, die dem Ganzen zusätzlich einen ordentlichen Kick geben. Das Songwriting und die musikalischen Arrangements machen 'Burning Fate' zu einem Track mit Ohrwurm-Potenzial.

"Echoes: Vanished Lore Of Fire" lässt es brennen

Mit 'Fallen Son' bekommen wir einen wuchtigen Melodic Death-Stampfer, ebenfalls ein Track der EP aus 2022, er hat extra ein frisches Klanggewand für das Album bekommen. Das Tempo ist hier ein wenig gedrosselt, so dass die atmosphärischen Momente viel besser zur Geltung kommen. Wenn man genau hinhört, sticht hier auch ein wenig AMON AMARTH heraus. Das Schlagzeug steht hier eindeutig im Vordergrund und trägt das Ganze souverän über die Länge des Songs, der Mix aus Blastbeats und Instrumente unterstützendem Drumming klingt angenehm, so dass man dem Ganzen super folgen kann, sowie allen anderen Elementen des Songs. Die Vocals sind dunkel und rostig, ich hätte mir allerdings etwas mehr Abwechslung in der Stimme gewünscht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mit 'Beheading The Truth' sind wir nun im letzten Drittel des Albums angelangt, ein einsetzendes Gewitter und ein kerniges Gitarrenriff, genau mein Fall. Generell ist hier alles darauf angelegt nach vorne zu treiben und das tut es auch, vereinzelt nehme ich hier auch Keyboard-Klänge wahr. In der Bridge wird es schwer und bleiern, genau das ist es aber, was dem Song neben den keuchenden Vocals Tiefe gibt. Kommen wir nun zum Ende von "Echoes: Vanished Lore Of Fire" und damit zum Closer 'The Hermit's Torment', dies ist das letzte Stück stammend von der EP aus 2022, auch dort war es der Closer. Er ist ein passender Abschluss und zeigt noch einmal, dass BEYREVRA im Stande sind, düstere und stimmungsvolle Musik zu schaffen, die im Gedächnis bleiben wird. Es ist die Mischung aus Melodie und dynamischem Gitarren-Riffing, das den Sound ausmacht, es überrascht mit modernem Ansatz aus dem Schwarzmetall. Können Melodie und Wahnsinn gut zusammenarbeiten? Ich sage ja.

Fazit

BEYREVRA haben mit "Echoes: Vanished Lore Of Fire" ein tolles Debüt geschaffen, die Songs sind vielseitig und natürlich werden auch einige Kirchen zittern (die Texte der Band handeln unter anderem von der Unterdrückung der Menschheit durch die Kirche im Laufe der Zeit, es wird aber auch genügend Raum gelassen, um mit atmosphärischen Zwischenspielen oder kleinen Ambient-Passagen mehr Tiefe zu schaffen). Natürlich ist das ganze Anti-Kirchen-Thema nicht neu, aber wen stört das, wenn es gut gemacht ist? Nach mehrfachem Durchlaufen der Platte ist der ein oder andere Song noch etwas mehr aufgefallen, ich gebe euch daher den Tipp, das gute Stück mehrfach durchlaufen zu lassen, um keine Nuance davon verstreichen zu lassen. Abschließend bleibt zu sagen, dass die Jungs in ihrem Debüt sehr viel richtig gemacht haben und ich schon gespannt auf weitere Veröffentlichungen bin.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
1. Sentenced
2. Path Of Baptism
3. Burning Fate
4. New Aeon Rising
5. Erased
6. Fallen Son
7. Beheading The Truth
8. Barren Tales
9. The Hermit's Torment
Band Website: https://beyrevra.bandcamp.com
Medium: CD, digital
Spieldauer: 53:07 Minuten
VÖ: 29.02.2024

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