Bright & Black - The Album

Review von Metal Guru vom 11.02.2024 (1073 mal gelesen)
Bright & Black - The Album BRIGHT & BLACK ist keine Band im klassischen, sondern ein Projekt im modernen Sinne. Der Infozettel definiert (Zitat No. 1) "Ein Symphonieorchester. Komponisten aus dem Metaluniversum. Ein wilder Dirigent. Ein einzigartiger Solist. Attitüde und Talent. Das ist BRIGHT & BLACK". Aha! Und behauptet ferner (Zitat No. 2) "Metal- und Orchestermusik, zwei parallel existierende Welten, prallen aufeinander und ein neuer Klang entsteht". Hm, quod erat demonstrandum, nicht wahr? Und fasst abschließend zusammen (Zitat No. 3) "Im Mittelpunkt von BRIGHT & BLACK steht die Musik". Entschuldigung, aber was soll denn bitte SONST im Mittelpunkt ganz und gar gesangloser, instrumentaler, textfreier Stücke stehen - der Drogenkonsum/Geisteszustand/Haarschnitt oder das Sozial-/Trink-/Wahlverhalten der Protagonisten? Aber Spaß beiseite - Ernst, komm' her: Hier gibt's KEINEN bollernden Brachial-Bass, KEINE breitbandige E-Gitarre (dementsprechend KEIN einziges E-Gitarren-Solo), KEIN kerniges Keyboard und auch KEIN Power-Schlachzeuch. Metal OHNE die genannten Ingredienzen? NO WAY!

"The Album" besteht aus 12 ganz und gar gesanglosen, instrumentalen, textfreien Stücken in 65 Minuten und 29 Sekunden und hat mit ABBAs gleichnamigem 77er-Album nix, aber auch absolut überhaupt gaaar NIX zu tun (kleiner Joke). Nein, hier treffen klassische Bläser*innen, Töser*innen und Zupfer*innen auf metallische Meister wie Fredrik Åkesson (OPETH), Erik Danielsson (WATAIN), Nico Elgstrand (ENTOMBED AD), Tomas Haake/Dick Lövgren (MESHUGGAH), Kristjan Järvi (?) und Eicca Toppinen (APOCALYPTICA). Um's kurz zu machen: Die Genannten (= metallischen Meister) laufen zu keiner Sekunde auch nur annähernd zu meisterlichem Spiel auf. Um's lang zu machen: Ich tippe auf ein mehr oder minder konzipiertes "Name Dropping", damit sowohl Avantgarde-Fetischisten als auch Klassik-Cracks als auch Metal-Maniacs als auch Progressiv-Rocker zu den (bisher wenigen) weltweit geplanten Konzerten pilgern, nachher CD oder vorher Vinyl abgreifen und für alles konkrete Kohle hinlegen. Ja, sorry - so sieht's im Jahre 4 AC (= anno coronae) doch aus, oder etwa nicht? Und wenn da auch noch steht (Zitat No. 4) "... orchestriert von Jonny Abraham" und (Zitat No. 5) "... produziert von Jacob Hellner", heißt das (nicht NUR, aber AUCH) für mich: Die aufgeführten Mega-/ausführenden Meister-Mucker haben mit der Komposition der Musik als solcher NIX zu tun - warum auch, wie sollten sie? Nein, ein (mir!) unbekannter Orchestrator hat die/seine Noten derart in Form gebracht, dass ein traditionell besetztes Orchester plus name-gedroppte "Gäste" sie exekutieren (= spielen) können. Für diese arbeitstechnische "Leistung" meine Hochachtung, aber das von mir erhoffte metallische, erwartete polyrhythmische, erwünschte triple-rektifizierte Weltuntergangsszenario will nur seeehr bedingt erscheinen. Stattdessen über weite Strecken kantig konstruiertes, mäßig melodisches, verhalten vorsichtiges Vierviertel-Gebläse, -Getöse, -Gezupfe mit solistischen (vorzugsweise Cello-)Einlagen. Nennenswerte (= einigermaßen energische, halbwegs "harte", relativ rhythmische) Stücke sind meiner bescheidenen Meinung nach Track No. 1 ('Nidhugg'), Track No. 7 ('Armies Of The Preposterous') und Track. No. 10 ('And Flesh And Blood'). Hier bekommt man 'ne Ahnung, was hätte sein können - bei nicht nur gewollter, sondern auch praktizierter "Gleichberechtigung" von alt (= klassisches Orchester) und neu (= nordisch-metallisches Name-Drop-Projekt). Aber nein ...

Beim ersten Hören dacht' ich "... doch, ganz nett - aber geht's auch irgendwann mal 'richtig' los?" Beim zweiten Hören dacht' ich "... hm, okay - wenn ich realisiere, dass hier eben nicht APOCALYPTICA, MESHUGGAH oder OPETH am Start sind". Beim dritten Hören dacht' ich "... in einer Welt der Kurzzeitkapellen, Part-Time-Projekte und Zufallszusammenschlüsse hat BRIGHT & BLACK bestimmt (eine) Existenzberechtigung und "The Album" sicher (einen) Platz - in des Rezensenten Arsch/Herz/Kopf/Magen/Seele leider (noch) nicht". Warum? Alles zu gewollt, zu pseudo-tiefgängig, zu verkopft. Oder mit anderen Worten: viiieeel zu viel Fisch (= klassisches Orchester) und viiieeel zu wenig Fleisch (= modernes Metall) - MEINER Meinung nach. Egal, die schwedische Filmemacherin Kirke Ailio Rodwell hat das Ganze in einem Film dokumentiert, der (Zitat No. 6) "... zur Beschreibung und Förderung des Projekts dient und auch eigenständig funktioniert." DEN sollt' ich mir vielleicht mal reinziehen!

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. Nidhugg (8:43)
02. Bloodgrind (4:31)
03. Can't Explain This (4:41)
04. Collateral Damage (9:35)
05. The Secret (7:53)
06. Mounts Of Misfortune (5:42)
07. Armies Of The Preposterous (5:19)
08. A World Of Strange (4:23)
09. From Dust And Mud (1:32)
10. And Flesh And Blood (3:02)
11. Midnite Son (5:17)
12. End Of All (4:51)
Band Website: www.facebook.com/brightandblacktheproject
Medium: CD
Spieldauer: 65:29 Minuten
VÖ: 26.01.2024

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