Remedy - Something That Your Eyes Won't See

Review von Stormrider vom 01.02.2024 (900 mal gelesen)
Remedy - Something That Your Eyes Won't See Die ersten Takte von 'Living On The Edge' sind gerade durch die Boxen marschiert, da bin ich schon auf dem Weg in Richtung Kleiderschrank. Wo genau war doch meine Spandexhose? Und mein Schweißband?? 80er Baby!!!! Das Riff geht direkt ins Ohr, es folgt ein großer Refrain und man sieht sich irgendwo in einer Arena zur goldenen Ära des Hair Metals. Das folgende 'I Wanna Have It All' gräbt sich sogar noch tiefer ins Hirn und kann mit seinem Guitar Hero-Solo zusätzlich punkten. Und dann kommt, was irgendwann kommen muss, wenn sich eine Band so offensichtlich den 80ern verschrieben hat: Man hat das Gefühl, dass man das doch alles schon mal irgendwo so oder sehr ähnlich gehört hat. Ich weiß nicht, an welchen Song mich 'Marilyn' nun genau erinnert, aber da wurde doch eine Menge woanders, formulieren wir es höflich, geliehen. Nach diesem doch recht fulminanten Auftakt-Triple wird nun etwas auf die Bremse getreten und 'Scream In Silence' kommt getragener daher. Leider auch beliebiger, sodass dies der erste Track ist, der nicht zünden mag. Und wenn man schon dabei ist, das Tempo zu drosseln, dann wird das auch konsequent weitergeführt und 'Sundays At Nine' ist eine astreine Schnulze.

Zum Glück besinnen sich REMEDY danach wieder auf die eingangs zur Schau gestellten Stärken und 'Stranger', 'Thunder In The Dark' und 'My Devil Within' sind wieder rockiger. Nicht ganz die Klasse der Eröffnung, aber doch wieder angenehm ins Ohr flutschend. 'Sinners And Saints' gibt dann aber nochmal ordentlich Gas, ehe man mit 'Lifeline' einen ruhigen Ausklang aus "Something That Your Eyes Won’t See" nimmt. REMEDY zeigen auf diesem Album, dass sie durchaus das Potenzial haben, Earcandymelodien zu schreiben, und dass sie es schaffen, die mit dem Löffel genaschten 80er-Referenzen mal mehr und mal weniger eigenständig in Songs zu gießen. Wirklich Neues bekommt man erwartungsgemäß nicht geboten, wenn man sich an einem alten Jahrzehnt abarbeitet. Muss man aber auch gar nicht immer. Dass hier nicht mehr Blutstropfen unter der Review stehen, das ist der Tatsache geschuldet, dass der Mittelteil des Albums nicht so charmant zu überzeugen weiß, wie die ersten Tracks. Wer guten, alten 80er AOR und Glam Rock mit all seinen Facetten mag, darf REMEDY aber gerne eine Chance auf Rotation geben. Und nächstes Mal dann bitte über die volle Albumdistanz so überzeugend agieren wie bei 'I Wanna Have It All!'

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Living On The Edge
02. I Wanna Have It All
03. Marilyn
04. Scream In Silence
05. Sunday At Nine
06. Stranger
07. Thunder In The Dark
08. My Devil Within
09. Sinners And Saints
10. Lifeline
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 40:37 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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