Oryad - Sacred & Profane

Review von derkleinekolibri vom 21.05.2023 (331 mal gelesen)
Oryad - Sacred & Profane Frage: "Musik, kombiniert aus Elementen von Jazz, Oper und Metal, geht das?" Kurze Antwort: "Ja, das geht." Allerdings müssen wir dafür ein wenig in die Ferne schweifen. Um genau zu sein, nach Tennessee in den Vereinigten Staaten von Amerika führt der Weg zu ORYAD, die eben jener ungewöhnlichen Kombination äußerst unterschiedlicher Musikstile Leben einhauchen. Seit 2017 arbeiten hier vier Künstler miteinander, die für eine mystische Prog Metal-Band ungewöhnliche Ausbildungen hinter sich haben. So ist Bandleaderin Moira Murphy beispielsweise eine ausgebildete Opernsängerin, die zusätzlich noch Kurse für Orchesterarrangements speziell für Metal-Bands belegt hat. Das zahlt sich für die Band natürlich aus. Adam Sanders und Luca Grieman genossen eine klassische Jazz-Ausbildung, die sie in die Lage versetzt, den majestätischen und kraftvollen Anforderungen des Sounds gerecht zu werden. Lediglich Schlagzeuger Matt Gotlin-Sheehan scheint das einzige Mitglied der Truppe zu sein, das sich alles selbst beigebracht hat.

Das am 25. Mai 2023 erscheinende Album "Sacred & Profane" zeigt die tiefe Verbundenheit der Formation mit der Natur und ihren Geistern. Mystische Elemente finden sich ebenso wie progressive Doom-Anteile in der Musik, deren Fundament überwiegend symphonischer Metal bildet. Die Stimmgewalt der Sängerin ist schier unglaublich. Der folgende Vergleich grenzt eventuell an Majestätsbeleidigung: Hätte man diese Frau anstelle von Montserrat Caballé an Freddie Mercurys Seite gestellt, als er mit der Opern-Diva 'Barcelona' intonierte, wäre das Ergebnis vermutlich ebenso gut ausgefallen. "Blasphemie!" werden gewiss einige Leute schreien. Denen sei aber gesagt, dass sie das sofort zurückziehen werden, wenn sie sich "Sacred & Profane" ausgiebig zu Gemüte geführt haben.

Auch ich war anfangs mehr als skeptisch. Würde es überhaupt gelingen, auf einem solch schmalen Grat zu wandeln, ohne dabei ins Bodenlose zu stürzen? Die Überraschung war groß, als mich die ersten Takte umschmeichelten und mir Moiras Stimme ein ums andere Mal einen wohligen Schauer den Rücken hoch und runter laufen ließ. Nun kann ich mir besser vorstellen, dass ORYAD tatsächlich auch auf der Bühne zur Schau stellen können, was sie sich vorgenommen haben - nämlich das Publikum mit auf eine musikalische emotionale Reise zu nehmen, die die tiefe, bereits erwähnte Verbundenheit mit der Natur und der Mystik vermittelt. Sie legen viel Wert auf Tanz und andere dramaturgische Elemente, die ihre Live-Shows zu etwas Spektakulärem machen.

Der Mut von ORYAD, solch ein gewagtes Projekt auf den Weg zu bringen, sollte belohnt werden. Ob sich genügend Käufer ihrer CD finden, wird die Zukunft zeigen. Steht die Band auf den Bühnen dieser Welt, kann sich jeder überzeugen, ob sie ihrem eigenen Anspruch gerecht wird.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Path Part I
02. Scorched Earth
03. Blood
04. Lilith
05. Eve
06. Alchemy
07. Wayfaring Stranger
08. Through The Veil
09. Slice Of Time
10. The Path Part II
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 45:25 Minuten
VÖ: 25.05.2023

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