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The Ragged Saints - Sonic Playground Revisited

Review von baarikärpänen vom 31.01.2020 (2420 mal gelesen)
The Ragged Saints - Sonic Playground Revisited Gut Ding will Weile haben. Wenn man was so richtig knorke machen, will, dann sollte man sich eben Zeit nehmen. Ein guter Ratschlag, bedeutet es doch, dass ein Schnellschuss wirklich nur in den seltensten Fällen mal zu einem annehmbaren Ergebnis geführt hat. Allgemeingültig ist besagter Ratschlag dennoch nicht. Vor allem in der Musik finden sich genügend Beispiele, die das Gegenteil beweisen. Da wären auf der einen Seite zum Beispiel SAXON, die zu Beginn ihrer Karriere auch schon mal zwei Alben innerhalb eines Jahres veröffentlicht haben, die mittlerweile zu den Klassikern zählen. Auf der anderen Seite hätten wir dann aber zum Beispiel auch DEF LEPPARD, die in ihren erfolgreichsten Jahren auch schon mal mehrere Jahre an nur einem einzigen Album rumgeschraubt haben. Was das alles mit THE RAGGED SAINTS zu tun hat, um die es hier eigentlich geht, erklärt sich gleich von selbst.

THE RAGGED SAINTS veröffentlichten 2013 ihr bisher einziges Album, welches mehr als positiv aufgenommen wurde. Anstatt aber am Ball zu bleiben, verfielen die Finnen merkwürdigerweise in eine Art Winterschlaf. Anderweitige Verpflichtungen oder auch die Familie waren einige der Gründe dafür. Trotz der Zwangspause schrieben die Jungs weiterhin fleißig Songs. Und eben diese Ideen und Songs hatten mehr als sechs Jahre Zeit zu reifen, wurden immer wieder überarbeitet, bis die Band dann zu 100% mit dem Endergebnis zufrieden war. So gesehen also DEF LEPPARD-Dimensionen. Aber, wie sagte es schon BOB DYLAN so schön: "The Times They Are A Changing". Denn im Gegensatz zu den Briten, mit denen das Label THE RAGGED SAINTS fälschlicherweise auch vergleicht, werden die Finnen heutzutage mit ihrer Musik auf den kometenhaften Aufstieg und ausverkaufte Stadiontourneen verzichten müssen. Und das ist verdammt noch mal mehr als schade!

imgright Auch wenn das Label was von Melodic Rock schreibt, THE RAGGED SAINTS haben sich einem Genre verschrieben, mit dem sie in den 80ern richtig groß hätten werden können und das heute kaum noch eine Band so recht auf dem Radar hat: AOR Metal, also die härtetechnisch frisierte Version des sogenannten Adult Oriented Rock. Mit letzterem haben die Songs auf "Sonic Playground Revisited" nämlich gemein, dass es jede Menge Keyboards/Synths zu hören gibt. Aber eben auch jede Menge deftig-bratende Gitarren, die dafür sorgen, dass das Songmaterial auch am Hard Rock/Melodic Metal kratzt. Mag sein, dass ich da eine völlig neue Spielart einfach mal so erfinde, wenn ich AOR Metal sage und es für viele keinen Unterschied zum Melodic Metal gibt. Zieht euch halt einfach mal THE RAGGED SAINTS und danach TREAT rein, und ihr wisst, was ich meine. Aber nicht nur mit DEF LEPPARD, sondern auch mit RATT werden THE RAGGED SAINTS im Labelinfo verglichen, was auch nicht so recht passt. Ich verorte sie dann doch eher zwischen THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA und den eher "softeren" Sachen auf den ersten beiden Scheiben der PRETTY MAIDS, die ja auch recht keyboardlastig waren. Dass THE RAGGED SAINTS im Gegensatz zu diesen Songs der Dänen noch 'ne Ecke zugänglicher, aber trotzdem auch deftiger sind, darin liegt die große Kunst auf "Sonic Playground Revisisted". Es fällt schwer, hier einzelne Songs rauszupicken, weil "Sonic Playground Revisited" in seiner Gänze überzeugt, was für die Klasse des Albums spricht. Ganz gleich, ob es der starke Opener 'Never Gonna Let You Down', das flotte 'Secret Of Our Hearts' oder das etwas dunklere 'Absence Of Light' ist (letzteres am ehesten an PRETTY MAIDS erinnernd), alles passt. Ja, selbst die für dieses Genre anscheinend unverzichtbare Ballade 'Just Believe' läuft gut rein und kann was. Es macht Sinn, dieses Album, das mit jeder Note Sonne, Sommer und Unbeschwertheit versprüht, zu dieser Zeit des Jahres zu veröffentlichen. Was kann es Besseres geben, um den Winterblues zu vertreiben! Und dass THE RAGGED SAINTS als Finnen auf der technischen Seite Könner an den Instrumenten sind, aber auf "Sonic Playground Revisited" absolut unfinnisch klingen, das darf dann auch mal, mit dem größten Respekt, gesagt werden.

Alles in allem ist "Sonic Playground Revisited" eine Scheibe geworden, die a) beweist, dass es manchmal eben doch gut ist, sich die nötige Zeit zu nehmen und b) einem in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelten Genre neues Leben einhaucht. Das tut mal richtig gut, nach all den unzähligen Classic Rockern oder den powermetallisierten Melodic Metallern. Folgerichtig fahren THE RAGGED SAINTS für den gezeigten Mut, aber vor allem für die glänzende Leistung wohlverdiente neun Punkte ein.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Never Gonna Let You Down
02. Like A Spinning Wheel
03. Take Me With You
04. Secret In Our Hearts
05. Just Believe
06. Absence Of Light
07. Always Forever
08. Pretending Diamond
09. Turning Cold
10. Supernatural
Band Website: www.facebook.com/theraggedsaints/
Medium: CD
Spieldauer: 42:07 Minuten
VÖ: 31.01.2020

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