Interview mit J. Asgaard von Vansind

Ein Interview von Zephir vom 24.02.2024 (2127 mal gelesen)
VANSIND aus Dänemark haben kürzlich ihr Debüt in der Sparte des epischen Folk Metal veröffentlicht. Mit Rückblick auf "Mørket" und mit Ausblick auf die bevorstehende Festivalsaison beantwortet Frontmann J. Asgaard ein paar Fragen.

Hallo und vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, ein paar Fragen zu beantworten! Ihr seid VANSIND, eine relativ junge Band aus Dänemark. So weit ich herausfinden konnte, habt ihr euch 2020 gegründet. Was bedeutet VANSIND?

J. Asgaard: "Vansind" ist eigentlich nur die dänische Aussprache des germanischen Wortes "Wahnsind", was "Wahnsinn" bedeutet.

Wer oder was hat euch inspiriert?

J. Asgaard: Wir lassen uns von vielen verschiedenen Musikrichtungen inspirieren. Von Black Metal, Folk, Melodic Metal, Progressive Rock und Heavy Metal - ab und zu mögen wir sogar ein paar vom Pop inspirierte Refrains. Wenn es gut klingt und zu unserem Stil passt, verwenden wir es.

Gibt es bestimmte Bands, die ihr als Vorbilder seht?

J. Asgaard: Für mich persönlich bedeuten ENSIFERUM sehr viel, aber auch Bands wie SKYCLAD und ALESTORM.

Ihr habt seit 2020 schon ein paar Alben veröffentlicht, aber "Mørket" ist euer Debüt in voller Länge. Wie war die Arbeit an dem Album?

J. Asgaard: Es war ein ziemlich hektischer Prozess, das Album zu schreiben, aber auch sehr intensiv. Wir hatten einige Veränderungen in der Besetzung, also mussten wir auch gleichzeitig neue Leute in die Band integrieren. Wir finden allerdings, dass das Album durch die neuen Mitglieder der Band viel stärker geworden ist.

Könnt ihr uns etwas über den Inhalt von "Mørket" erzählen? Was bedeutet der Albumtitel und worum geht es auf dem Album?

J. Asgaard: "Mørket" bedeutet "die Dunkelheit" auf Dänisch. Wir haben das als Albumtitel gewählt, weil es ein Schlüsselelement in den Lyrics darstellt, dass die Dunkelheit ein Teil von allem ist.

Beim Anhören des Albums hatte ich den Eindruck, dass einige Songs konzeptionell zusammenhängen, wie "Den Første Fejde" und "Blót". Ist das absichtlich so geschrieben?

J. Asgaard: Die Songs des Albums hängen nicht komplett zusammen, aber es ist eine Geschichte eingebaut, die vom Beginn der Zeit erzählt und davon, wie sich die Dunkelheit in die Köpfe der Menschen einschleicht und die Menschheit verdirbt.

Wer schreibt eure Songs? Oder schreibt ihr sie gemeinsam?

J. Asgaard: Ich und Line, die weibliche Sängerin, schreiben alle Texte zusammen, und die Musik schreiben wir alle komplett zusammen, die ganze Band. Wir machen das auf die altmodische Art und Weise, indem wir uns im Proberaum treffen und Musik machen, indem wir gemeinsam Dinge ausprobieren.

2022 gab es einige Besetzungswechsel. Warum?

J. Asgaard: Unterschiedliche Ambitionen und persönliche Differenzen haben die Veränderungen herbeigeführt.

Würdet ihr euch als Heiden bezeichnen?

J. Asgaard: Eine Mischung aus Heidentum und Atheismus ist wohl der beste Weg, um unseren Glauben zu beschreiben. Aber wir respektieren alle das Recht der Menschen auf ihren eigenen Glauben. Wir verwenden die Geschichten und Legenden der Wikinger in unseren Texten und in unserem Artwork mit Liebe, Stolz und Respekt.

Wie beurteilst du den "Heidensturm" der Nullerjahre im Metal? Ist das immer noch ein aktuelles Thema, oder war das eher ein Modehype?

J. Asgaard: Ich habe ehrlich gesagt nicht viel davon mitbekommen, also glaube ich nicht, dass das noch aktuell ist. Es war also vermutlich eine Modeerscheinung, die die Welle des Folk-Viking-Metals ausgelöst hat, aber mittlerweile hat sich die Szene weiterentwickelt.

Einige eurer Bandmitglieder sind auch in anderen Bands aktiv. Auf welche Arbeit würdet ihr euch in Zukunft gerne konzentrieren?

J. Asgaard: Einige von uns sind auch in anderen Bands aktiv, aber VANSIND hat für uns alle eine sehr hohe Priorität. Ich kann nicht für alle sprechen, aber ich denke, es hat für uns alle höchste Priorität - für mich auf jeden Fall.

Würdest du noch verraten, woran ihr derzeit arbeitet?

J. Asgaard: 2024 und 2025 touren wir so viel wie möglich durch Europa und wir arbeiten am Nachfolgealbum. Hoffentlich werden wir 2025 mit etwas Neuem fertig sein - zumindest mit den Aufnahmen neuer Musik beginnen.

Und werden wir euch auch live in Deutschland sehen können?

J. Asgaard: Wir haben einige Shows in Deutschland geplant. Am 16. März in Ahrensburg, am 6. April beim Ragnarök Festival und im Juni beim Maehlstrom Festival.

Vielen Dank für deine Zeit! Die letzten Worte gehören dir.

J. Asgaard: Danke für das Interview. Wir hoffen, dass viele Leute zu den Shows kommen und uns treffen werden. Wir lieben es, Shows in Deutschland zu spielen, alle sind nett und haben uns sehr willkommen geheißen. Wir sehen uns da draußen! Ich hoffe, das Album gefällt euch allen. Wir sind sehr stolz darauf und freuen uns darauf, es in Deutschland live zu spielen.

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