Interview mit Kirk Windstein von Crowbar

Ein Interview von Schankwirt Arnie vom 30.11.2022 (969 mal gelesen)
Ich habe mich in Luxembourg in der Rockhal mit Kirk Windstein von CROWBAR auf ein Bier getroffen und mit ihm ein Gespräch über das neue Album "Zero And Below", das Leben auf Tour, Songwriting und Setlist, Familie und Freunde sowie das Leben an sich geführt.

Hey Kirk, vielen Dank dafür, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Wie geht es dir heute?

Kirk Windstein: Yeah, gern geschehen. Mir geht es gut, danke der Nachfrage.

Das war eine ziemlich gute Show heute Abend. Mir hat es sehr gut gefallen und dem Rest des Publikums anscheinend auch. Zudem habt ihr ein paar Songs von eurem neuesten Album "Zero and Below" gespielt!

Kirk Windstein: Ja, wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Album. SACRED REICH spielen ein paar neue Lieder, und SEPULTURA ebenfalls. Weißt du, jeder steht auf die alten Klassiker, was großartig ist, aber wir versuchen die Songs ein wenig durchzumixen. Es macht Spaß die alten Songs zu spielen und genauso viel Vergnügen haben wir damit, die neuen Sachen zu spielen.

Ihr hattet wirklich einen ziemlich guten Sound!

Kirk Windstein: Das freut mich! Weil es hier (Anm.: in der Rockhal) ein Dezibel-Limit gibt, ist es schwierig eine gute Sound-Balance zu finden. Es wird von dir verlangt die Anlage nicht zu weit aufzudrehen, auch wenn es sich nur um zusätzliche fünf Dezibel handelt. Das kann bereits einen ordentlichen Unterschied im Mix und so weiter machen, aber unser Soundtechniker hat gesagt, dass alles passt.

Im Frühjahr diesen Jahres habt ihr "Zero And Below" veröffentlicht, sechs Jahre nachdem ihr euer vorheriges Album "The Serpent Only Lies" auf den Markt gebracht habt. Das ist eine ganz schön große Zeitspanne zwischen beiden Platten.

Kirk Windstein: Ja, eigentlich sollte "Zero and Below" bereits 2020 rauskommen. Wir hatten das Album auch bereits fertig, alles aufgenommen, gemischt, gemastert und an unser Label gesendet, aber dann kam plötzlich der Covid-Mist. Also haben wir entschieden, dass es das Beste ist, mit der Veröffentlichung zu warten bis Covid vorüber ist, damit wir dann auf Tour gehen können um das Album zu promoten. Wenn wir heute zurückblicken, haben wir das Richtige getan. Viele Bands haben während der Pandemie großartige Alben auf den Markt gebracht, dazu gehören auch SEPULTURA. Eigentlich sollten wir bereits 2020 mit SEPULTURA und SACRED REICH auf Tour gehen, doch diese wurde wegen Covid nach 2022 geschoben. Die Tour wurde im Prinzip immer wieder verschoben, noch mal verschoben, für das Jahr 2021 angekündigt, jetzt ist auch kein guter Zeitpunkt, wieder verschoben, und schlussendlich hieß es: okay, 2022 ist es soweit. Und das hat nun geklappt.

Also ist die aktuelle Tour nichts anderes als die ursprünglich geplante "Album-Release-Tour" für das Jahr 2020?!

Kirk Windstein: Ja, genau. Weißt du, wir haben in dieser Zeit nicht wirklich gespielt. Zwei Jahre, die einfach so aus meinem Leben verschwunden sind.

Ist die Zeit wirklich verschwunden oder hast du die Möglichkeit gehabt, an neuem Material zu arbeiten, welches du heute möglicherweise für das nächste Album benutzen kannst?

Kirk Windstein: Nun, ich habe an meinem zweiten Solo-Album gearbeitet, für das die Musik mittlerweile soweit fertig ist. Ich werde es fertigstellen, wenn ich wieder zu Hause bin. Also ja, ich habe ziemlich viel gearbeitet. Ich werde dann mit dem kreativen und dem Aufnahmeteil weitermachen. Auf Tour zu sein und auf der Bühne zu stehen ist unglaublich und fantastisch, aber das Songwriting ist mir viel lieber. Gitarrenriffs zusammensetzen und etwas vollkommen Neues zu kreieren - ich meine, du tauchst mit einem Riff im Proberaum auf und verlässt diesen dann zwei Stunden später mit einem Song im Gepäck, der noch nicht existiert hat, als du heute morgen aufgewacht bist. Weißt du, diesen Part liebe ich einfach.

Damit sagst du quasi, dass die meisten Songs bei dir zu Hause deiner Feder entspringen?

Kirk Windstein: Japp, im Prinzip sind es immer nur ein oder zwei Riffs, die ich dann den anderen Jungs vorspiele, und Matt oder Shane haben entweder Ideen dazu oder nicht. Falls nicht, werde ich den Song alleine fertig schreiben.

Also bist du meistens derjenige, der im Proberaum auftaucht und sagt: Hey Jungs, hört euch das an, ich habe eine neue Riff-Idee und ...

Kirk Windstein: ... Ganz genau! Meistens schnappe ich mir meine Gitarre, ohne dass sie überhaupt an einen Verstärker angeschlossen ist, filme mich selbst für 30 Sekunden oder mehr, spiele in dieser Zeit ein oder zwei Riffs und bringe diese Aufnahmen dann zu den anderen und sage ihnen: "Hört euch das hier an! Das wird am Ende ziemlich gut werden!" Wie zum Beispiel bei 'Chemical Godz' vom neuen Album! Ich meine, ich habe so gut wie alles von 'Bleeding From Every Hole' selbst geschrieben, aber für 'Chemical Godz" hatten Shane und Matt hier und da einige Akkordideen, die uns wirklich geholfen und den Song viel besser gemacht haben. Bei 'Chemical Godz' hatte ich bereits alles bis auf den Mittelteil. Ich sagte: "Wir brauchen etwas! Wir brauchen einen Timing-Wechsel und einen Stimmungswechsel im Mittelteil!" Woraufhin Matt meinte: "Ich habe ein Riff dafür!" Dieser schöne Mittelteil ist also Matts Riff-Idee. Ich habe ihm geantwortet: "Das passt perfekt, das ist es!" Und natürlich ist da noch Tommy am Schlagzeug. Sobald das Schlagzeug, und das ist es was ich zu Hause ziemlich vermisse, zu dem Song hinzukommt, ist das der Moment, an dem der Song zu leben beginnt. Du weißt, dass gerade etwas wirklich Geniales passiert. Das ist das großartige Gefühl dabei. Und das kannst du nicht ohne die Drums spüren. Es muss grooven, weißt du, du MUSST dafür das Schlagzeug dabeihaben!

Ich glaube dieses Gefühl ist absolut überwältigend. Deine Idee wird real und die gesamte Band spielt einen neuen Song zum allerersten Mal und du denkst dir: Was zum Teufel? Das ist es! Das klingt haargenau so wie es klingen soll!!

Kirk Windstein: Ja, wie bereits gesagt. Wenn du zur Probe kommst, deine Idee mitbringst, und danach wieder mit einem fertigen Song den Proberaum verlässt, dann ist dies das am meisten zufriedenstellende Gefühl. Das ist das, was ich mache und was ich liebe.

Die aktuelle Tour ist nicht die erste zusammen mit SEPULTURA. Ihr habt schon etliche Touren zusammen absolviert und in den letzten Jahren folglich sehr viele Konzerte mit SEPULTURA gespielt.

Kirk Windstein: Wir haben im März und im April in den USA einige Shows mit SEPULTURA und SACRED REICH gespielt. 2010 haben wir hier in Europa 25 Konzerte mit SEPULTURA zusammen gespielt und das war wirklich großartig.

Würdest du sagen, dass sich über die Jahre hinweg eine große Freundschaft zwischen euch entwickelt hat?

Kirk Windstein: Absolut! Wir lieben gegenseitig unsere Bands, die Jungs sind toll und es macht unheimlich viel Spaß mit denen zu touren. Aber je älter man wird, desto entspannter und lockerer wird man und es ist überhaupt nicht so, als würden wir die ganze Zeit nur Party feiern. Was ich sagen will ist, dass die Leute, die Gras rauchen wollen, ihr Gras rauchen, diejenigen, die gerne Bier trinken, Bier, Wein und was auch immer trinken. Aber keiner ist heutzutage weiterhin so wild und verrückt wie einst.

In früheren Jahren habt ihr folglich viel mehr gefeiert?

Kirk Windstein: Zu jener Zeit haben wir das getan, aber heutzutage ist es eher wie folgt: "Ohhh, verdammt, es ist bereits zehn Minuten nach Zwölf! Schon ganz schön spät!" Da wir zusammen mit SACRED REICH im Nightliner unterwegs sind, kommt es auch mal vor, dass irgendjemand der Crew ins Bett geht, die anderen sich gegenseitig anschauen und sagen: "Ahhhhh, ein Bier trinken wir noch und damit war's das dann für heute!"

Ihr seid nun bereits seit ungefähr vier Wochen mit SEPULTURA und SACRED REICH auf Tour!

Kirk Windstein: Wir haben unsere Heimat am 18. Oktober verlassen. Morgen sind das glaube ich genau vier Wochen. Es sind noch acht Shows ohne Unterbrechung, bis die Tour zu Ende ist. Also die erste der letzten acht Shows hat heute begonnen, sozusagen ist die Tour bereits fast vorbei. Wir haben noch sieben Shows die wir spielen werden. Morgen sind wir in Paris, dann in Stuttgart, Berlin, Wiesbaden, Hamburg und dann in noch zwei weiteren Städten. In Berlin zu spielen ist immer wieder großartig, generell sind die Konzerte in Deutschland der Hit. Das liegt daran, dass der deutsche Markt und auch der in Großbritannien mitunter die besten sind. Auch in England, Irland, Schottland läuft es echt gut mit den Merchandiseverkäufen, das Publikum ist der Wahnsinn und alles andere auch. In Skandinavien ist das übrigens ähnlich.

Du spielst seit mehr als 30 Jahren in dieser Band und es war in all den Jahren nicht immer einfach. Du sagst also, dass es in Deutschland und Großbritannien immer noch am besten läuft?!

Kirk Windstein: Insbesondere in Großbritannien und Deutschland ist das Publikum immer sehr begeistert. Aber ich erzähle dir was: In Ländern wie Portugal und Spanien haben die Leute nicht unbedingt das Geld um Merchandise zu kaufen, weil die Ökonomie dort nicht so gut ist wie woanders. Wenn dann Geld für Merchandise ausgegeben wird, kaufen die meisten etwas bei SEPULTURA. Was auch klar ist, denn sie sind der Headliner. Aber das Publikum holt während der Show sinnbildlich den Laden auseinander. Wir haben in Porto, Portugal, gespielt, und als wir auf die Bühne kamen, fing das Publikum sofort an zu schreien: "CROWBAR, CROWBAR, CROWBAR, CROWBAR, CROWBAR …" Die Halle war gerammelt voll, ausverkauft, und die Leute waren völlig verrückt. Sie waren wirklich völlig vernarrt. Paris ist da etwas anders. Aber wenn du in Frankreich in den kleineren Städten spielst, dann merkt man schon, dass das Publikum die Show liebt und genießt, es äußert sich nur nicht so lautstark und ist im allgemeinen auch nicht so laut und verrückt.

Denkst du es macht einen großen Unterschied ob eine Band in einer Großstadt oder einer kleineren Stadt spielt? Leute, die in einer Großstadt leben, haben erfahrungsgemäß viel mehr Möglichkeiten ein Konzert zu besuchen als diese, die in einer Kleinstadt oder auf dem Land wohnen. Was ist deine Erfahrung damit und inwiefern verhalten sich die Zuschauer anders?

Kirk Windstein: Das ist so! Wir nennen es das "Großstadt-Syndrom".

Tatsächlich?

Kirk Windstein: Ja! Wenn du in Los Angeles oder Hollywood spielst, hauptsächlich spreche ich von Hollywood, oder New York City, London, Paris, Berlin ... die Großstädte im allgemeinen, ist es eher so wie: "Nun, na dann zeig mir mal was du so zu bieten hast!" Weil die Menschen dort quasi jede Band bekommen können, jede Band auf Tour folglich in deren Stadt Station macht, müssen sie nicht wirklich von weit anreisen um ein Konzert zu besuchen. Die Bands kommen sozusagen zu ihnen. Ich möchte damit nicht sagen, dass die Leute verwöhnt sind, aber ich komme aus New Orleans, was eine recht kleine Stadt ist. Als ich jung war, musste ich immer einen weiten Weg auf mich nehmen, um eine Heavy Metal Show zu besuchen. Keine Band kam jemals dorthin. Also musste ich reisen um NEIL YOUNG, IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder SAXON sehen zu können. Weißt du, zu sehr vielen Shows mussten wir anreisen. Wenn man den Nord-Osten von Amerika betrachtet, dann sind die Shows dort wirklich gut, wobei wir bei unseren Konzerten überall viel Spaß haben. Die Atmosphäre ist lediglich unterschiedlich. Ich glaube ich habe tatsächlich noch nie ein Konzert in diesem Land gespielt.

In Luxembourg?

Kirk Windstein: Genau, ich habe einmal hier, auf dem Weg zu einem anderen Konzert, in einem Hotel übernachtet und sonst bin ich hin und wieder nur mal durchgefahren. Wir haben heute Abend hier zum allerersten Mal gespielt. Das Publikum war zu Beginn eher etwas verhalten, ist dann nach kurzer Zeit doch schnell aufgetaut, was ich ziemlich gut fand. Wir haben es genossen, es war echt gut. Der Sound auf der Bühne war spitze und wir hatten Spaß.

Würdest du sagen, dass das Publikum in kleineren Städten mehr in der Musik aufgeht als das in Großstädten?

Kirk Windstein: Ich würde nicht sagen, sie gehen darin mehr auf. Ich würde eher sagen, dass sie es viel mehr zu schätzen wissen, wenn du als Band in ihrer Stadt bist. Um Berlin als Beispiel zu nennen, eine Stadt in der jede verdammte Band zu Gast ist. Sei es nun im Bereich Jazz, oder Blues, Black Metal ... welches Genre auch immer. Jede Band spielt dort. Berlin ist eine riesige Stadt und ich glaube sogar die größte in Deutschland, immerhin ist es die Hauptstadt. Dort spielt einfach jeder! Wenn wir in den kleineren Städten spielen, dann finden wir schon, dass das Publikum enthusiastischer und auch großartig ist. Trotz allem, Berlin ist absolut unglaublich, wir waren vor ein paar Tagen noch dort.

Ich nehme mal an, dass die Halle dort ziemlich voll war?!

Kirk Windstein: Ja, die gesamte Tour war bisher fast jeden Abend ausverkauft, und das ist toll. Wir waren in vielen Ländern und wir haben jetzt noch sieben weitere Konzerte, auf die wir so richtig Bock haben. Danach geht es wieder zurück nach Hause und wir haben vier Monate frei. Zwar haben wir noch eine lokale Show am 2. Dezember, aber das ist nunmal keine Tour. Wir wachen im eigenen Bett auf, und wir werden auch wieder im eigenen Bett einschlafen. Tommy bekommt noch einen medizinischen Eingriff gemacht, und davon muss er sich auch erst einmal erholen. Wir werden die Heimat nicht bis Anfang April 2023 verlassen, aber dann kommen wir zurück hier nach Europa, Skandinavien und Großbritannien. Also noch dreimal zwischen April und August. Vielleicht findet noch eine Tour durch die USA statt.

Was ist der Unterschied, wenn ihr in eurer Heimatstadt, New Orleans, spielt, verglichen mit den Konzerten in Berlin oder heute in Luxembourg. Ich nehme mal an, dass ihr dort ziemlich viele Freunde und Familie im Publikum seht?

Kirk Windstein: Ja, dort sind immer sehr viele Freunde und Familie anwesend. Das ist sehr spaßig und es gibt keinen Druck. Uns gibt es nun schon so lange als Band, und sie kommen immer noch zu unseren Konzerten. Ich sage dir, es ist mitunter das Beste und Spaßigste für uns, zu Hause zu spielen. Wir touren nun bereits seit so vielen Jahren und wir haben fast überall Freunde, die unsere Konzerte besuchen und es ist auch großartig alle wieder zu sehen. Morgen werden wir in Paris einen guten Freund sehen.

So viele Leute zu treffen ist eines der großartigsten Dinge, die man auf Tour erlebt, oder nicht?!

Kirk Windstein: Das ist wahr. Eine Tour an sich bedeutet auch sehr viel harte Arbeit und du realisierst den Spaß dabei erst, wenn du wieder zu Hause bist, dich entspannen kannst und deinen Körper wieder auf das reguläre Leben zu Hause eingestellt hast. Dann denkst du zurück an die Tour und du fühlst dich sehr dankbar. Die Konzerte waren spitze, wir hatten Spaß, es gibt witzige Momente über die wir alle lachen ...! Ich liebe es zu touren, obwohl ich bereits 57 Jahre alt bin. Ich habe am 14. April Geburtstag, also werde ich wohl während der nächsten Tour im April 2023 58 Jahre alt sein. Ich würde das nicht machen, wenn ich es nicht lieben würde. Es macht einfach zu viel Spaß. Ich werde nicht einfach zu Hause rumsitzen und eine Platte nach der anderen rausbringen um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Ich habe nun 19 Alben veröffentlicht. Vier mit DOWN, eine Soloplatte, zwölf mit CROWBAR und dann noch zwei mit KINGDOM OF SORROW. Meine nächste Scheibe, die rauskommen wird, wird meine zweite Soloplatte, womit ich dann insgesamt 20 Alben auf den Markt gebracht habe.

Wow, das ist eine erstaunliche Leistung!

Kirk Windstein: Ja, das ist ein wirklicher Segen. Es ist großartig sowas machen zu können, das ist es tatsächlich. Du, ich werde mal noch schnell unter die Dusche hüpfen bevor Phil von SACRED REICH gleich nach deren Set die Dusche besetzt.

Alles klar. Dann noch eine letzte Frage bevor wir zum Ende kommen. Während wir hier so zusammen in Luxembourg sitzen und über New Orleans, Familie und Freunde sprechen. Gibt es eine Sache, die du total vermisst wenn du im Ausland unterwegs bist - gibt es etwas aus New Orleans, dass du am meisten vermisst?

Kirk Windstein: Nun, wir lieben das Seafood und alles was dazu gehört in New Orleans, aber das Essen hier in Europa ist echt gut. In den USA bekommst du im Vergleich zu Europa nicht vom Veranstalter solch ein Buffet hingestellt. Dort ist es eher so, dass du auswärts isst oder ein bestimmtes Budget zur Verfügung gestellt bekommst. Ich würde zudem sagen, dass man die Bequemlichkeit der permanent geöffneten Geschäfte hier vermisst. Das ist hier wirklich komplett anders. Wie zum Beispiel gestern, es war Sonntag und wir waren in Lyon, Frankreich. Wir mussten einen gut 30 bis 40 Minuten langen Spaziergang hinlegen, bis wir dann so etwas wie einen Hamburger-Laden gefunden haben, in dem es verschiedene Gerichte, Bier und Wein gab. Meine Frau Robin und ich haben uns dort den Bauch vollgeschlagen, sind dann noch in ein anderes Geschäft um diverse Snacks und anderes Zeugs zu kaufen, bevor wir wieder zurückgegangen sind. Zudem vermissen wir diverse Kleinigkeiten die wir benötigen, besonders wenn wir mit dem Bus unterwegs sind. Normalerweise sind wir in einem Van unterwegs und übernachten jede Nacht in einem Hotel. Das bevorzugen wir, aber diese Tour ist viel zu groß und die Wegstrecken sind viel zu weit. Der Grund warum wir den Van mehr mögen ist einfach. Sollte Robin etwas für das Merchandise benötigen, werden wir es einkaufen gehen. Wir brauchen dies? Kein Problem! Wir brauchen jenes? Kein Problem! Unser Fahrer fährt uns dorthin. Aber auf einer Tour wie dieser mit dem Nightliner ist sowas mehr als unbequem. Ich weiß im Prinzip auch überhaupt nicht wo wir hier eigentlich sind, da ich noch nie in meinem Leben vorher hier war. Keine Ahnung was es hier so alles gibt in der Umgebung!

Bekommt ihr keine Informationen oder eine Karte wenn ihr an der Halle ankommt?

Kirk Windstein: Ohhhh, nicht wirklich. Wir werden dafür sehr gut mit Essen und Getränken versorgt. Es stehen reichlich Wasser, Softdrinks, Diätdrinks, Bier und alkoholfreie Biere, Wein und im Prinzip alles was wir wollen zur Verfügung.

Ihr habt also alles was euch glücklich macht!

Kirk Windstein: Ja. Und dennoch vermissen wir unser Zuhause, unsere vier Hunde. Zuhause sein bedeutet Familie. Ich bin verheiratet, habe eine Tochter, einen Stiefsohn, eine Stieftochter und zwei Enkelkinder von Robins Seite. Zu Hause genießen wir das Familienleben, verstehst du, wir gehen nicht viel aus, machen nicht sonderlich viel Party. Vielleicht alle drei oder vier Wochen zieht es uns mal nach draußen zum Party feiern, wir trinken einen, nehmen uns ein Uber nach Hause und liegen dann nur noch im Bett und bestellen Pizza.

Gibt es jemanden, der auf eure Hunde aufpasst wenn du beziehungsweise ihr auf Tour seid?

Kirk Windstein: Mein Stiefsohn. Er ist 24 Jahre alt und lebt bei uns. Er ist der Sohn von Robin und passt auf die Hunde auf wenn wir weg sind. Ich habe nichts worüber ich mich beschweren kann, mein Freund. Ich bin gesegnet, glücklich und zufrieden. Wenn ich wieder zu Hause bin, gehe ich wieder ins Fitnessstudio, trinke keinen Alkohol, werde wieder gesund Essen und früh aufstehen und produktiv sein. Das liebe ich total. Ich bin bereit, nach Hause zu kommen.

Folglich hast du einen geregelten Tagesablauf!

Kirk Windstein: Ja, und weißt du, es ist großartig in der Lage zu sein das alles tun zu können, und in der Lage zu sein, dass zu tun was man am meisten liebt. Wie LEMMY einst zu sagen hatte: "All die ganzen verdammten Anwälte und Plattenfirmen und dies und jenes, Manager, wer auch immer, können dir wenn sie wollen, all dein verdammtes Geld wegnehmen. Was sie dir nicht wegnehmen können ist dein Herz!" Und deshalb gehe ich jeden Abend auf die Bühne. Das ist es, wofür ich lebe! Das kann mir niemand wegnehmen, es gehört mir! Und das ist der wichtige Teil.

Damit hast du absolut recht. So lange du glücklich bist und weißt wo dein Herz ist, weißt du, wo dein Zuhause ist!

Kirk Windstein: Yupp!

Vielen Dank für das sehr offene Gespräch und die schönen Schlussworte. Gute Reise weiterhin und genieß das Leben.

Kirk Windstein: Sehr, sehr gerne! Ich danke dir.

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