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Blood Command - Cult Drugs

Review von Opa Steve vom 16.05.2017 (656 mal gelesen)
Blood Command - Cult Drugs Darf man zu Metal eigentlich tanzen? Nein, ich meine nicht den klassischen Crossover mit seinen Hip Hop- und Rap-Geschichten. Ich meine die Situation, dass man Musik hört und es unweigerlich anfängt, in den Beinen zu zucken. OK, ich bin ein Mann, und darüber hinaus hasse ich Tanzen. Aber was hier die Skandinavier BLOOD COMMAND (die im Übrigen schon einmal für den norwegischen Grammy nominiert waren) abfackeln, lässt mich zumindest nicht ruhig sitzen. Die Musik ist eine wilde Mischung aus modernem Metal mit Zutaten wie Mariachi-Trompeten und Disco-Rhythmen (und ... ja - ein leichter Hauch Crossover ist doch noch zu erkennen), was für sich betrachtet unglaublich käsig und scheiße klingen muss, wenn ihr dieses Review lest. Aber nein - ist es überhaupt nicht! Die Scheibe "Cult Drugs" wirkt tatsächlich wie aus einem Guss, und die ganzen Zutaten wirken schon nach drei Durchgängen merkwürdig selbstverständlich. Am Anfang ahnt man gar nicht, was auf einen zukommt, denn der Opener 'CTRL+ART+DEL' (kein Schreibfehler!) mit der unglaublich aggro losscreamenden Fronterin Karina Ljone klingt erst mal nach Metalcore/Alternative. Doch schnell wird klar, dass dieses Quartett ein wahnsinniges Gespür für guten Groove und hitverdächtige Hooklines hat. Als Anspieltipp muss ich hier unbedingt den Titelsong anführen, der die Metal-Riffs mit irre fetten Synthies wie von Dance-Samplern anreichert und ein geiles Drumming drunterlegt. Die Vocals sind dazu gelungen melodisch und haben dennoch fast Hitpotenzial. Wenn das Hauptriff wieder angestimmt wird, dürften tatsächlich alle Clubs überkochen. Das Feeling von High-Energy-Reggae in manchen Zeilen von 'Quitter's Don't Smoke' oder 'Nervous Laughter' verzeiht man ihnen anschließend genauso wie die Dance-Synths und das Disco-Intro des letztgenannten Songs. Zwischendurch gehen die Songs auch immer wieder richtig heftig los und Karina kann ihr energisches Schrei-Talent immer wieder unter Beweis stellen. Dass sie aber tatsächlich beim letzten Titel, '(The World Covered In) Purple Shrouds', grelle Trompeten auspacken und voll den Mariachi zum Breitwand-Metal mit Doublebass raushängen lassen, das ist tatsächlich schon großes Kino. Vor allem, weil es den Titel nicht zerstört, sondern sogar richtig gut klingen lässt.

Fazit: Diese Scheibe verlangt einiges an Toleranz ab, sprüht aber unglaublich vor musikalischer Treffsicherheit und zeigt völlig neue Paarungen im Metal auf, die man tatsächlich ansonsten lange suchen muss. Zusammen mit den positiven Vibes der meisten Titel und der mitreißenden Stimmung gibt es von mir für alle Open Minded-Metaller eine klare Kaufempfehlung.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. CTRL+ART+DEL
02. Cult Drugs
03. Quitters Don't Smoke
04. Nervous Laughter
05. Gang Signs
06. You Can't Sit With Us
07. The Secret Impresses No One
08. White Skin Tanned __ Teeth
09. Initiation Tape #1
10. (The World Covered In) Purple Shrouds
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 34:06 Minuten
VÖ: 28.04.2017

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16.05.2017 Cult Drugs(8.0/10) von Opa Steve

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