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Comatose Vigil A.K. - Evangelium Nihil

Review von Metal Guru vom 14.12.2018 (324 mal gelesen)
Comatose Vigil A.K. - Evangelium Nihil Zum Zeitpunkt ihrer Formation irgendwann Anfang des Jahrtausends nannten sich die drei Moskauer 'A.K. iEzor' (Drums, Vocals), 'Vig'ill' (Gitarre) und 'Zigr' (Keyboard) noch SUBHUMAN ABSTRACT. Seine Anfangsjahre verbrachte das Trio damit, ihren 'Funeral Doom' zu kreieren/perfektionieren/zelebrieren und sich in COMATOSE VIGIL umzubenennen. Zwischen 2005 und 2006 folgten dann das Full-Length-Debüt "Not A Gleam Of Hope", die EP "Narcosis" und erste livehaftige Auftritte (erst Vinyl rauskloppen und DANN auftreten - sehr seltsam/mutig/interessant). Direkt im Anschluss verschwendete die Band ihre Zeit mit Gruppenauflösungen/-wiederbelebungen, internen Grundsatzdiskussionen über Sinn und Zweck von Gruppenauflösungen/-wiederbelebungen und mehr oder minder sinn- und zweckfreien Umbesetzungen. Erst die Reaktivierung des originalen Trios bescherte der funerablen Fangemeinde 2011 ein zweites langdrehendes Vinyl namens „Fuimus, Non Sumus …”, was die Band allerdings nicht davon abhielt, sich 2015 erneut aufzulösen ...

Apropos Auflösung: Agonie/Apathie/Autopsie, Apokalypse, Ausweglosigkeit, Chaos A. D., Depression, Ende Gelände, Feierabend, Highway To Hell, Hoffnungslosigkeit, Mord und Totschlag, Niedergang, Schicht im Schacht, Verzweiflung, Weltuntergang, Zerstörung - all diese (und höchstwahrscheinlich noch viele weitere) Begriffe werden auf "Evangelium Nihil" in komatöse Klänge umgesetzt, die sämtliche Selbstmordkandidaten in der Richtigkeit ihres Vorhabens bestätigen. Hierbei werden weder (ohnehin nicht verständliche) Stimmen noch (ohnehin nicht verstehbare) Texte benötigt - das nihilistische Evangelium schmettert in seiner stetig (ab)stürzenden, kontinuierlich (ab)kackenden, monoton (ab)fallenden Endzeitigkeit so dermaßen nieder, dass ich den (oder auch die) sehen möchte, der (oder auch die) nach Zwangseintrichterung dieser krematorischen Kakofonie noch so was wie Lebensfreude verspürt! Bässe aus bleiernem Beton, galvanisch gehärtete Gitarren, Stimmen aus stumpfem Stahl, suizidale Synthesizer (die im Verhältnis zu den klaustrophobischen Klampfen eine mindestens gleichberechtigte Rolle spielen = gefallen), tiefenverspannte Trommeln und Zimbeln aus Zement - nein, hier kommt keine Partystimmung auf!

Da steht: 'The ponderous slow-tempo riffs, backed by deep growls and spectral synths, descent into the abyssal depths of a frozen world where one won't find a gleam of hope.' Diese Beschreibung trifft den (Sarg-)Nagel auf den (Toten-)Kopf, reicht als Kurzrezension und nötigt mich, ihr (der Beschreibung) siebenundneunzigprozentig zuzustimmen! Allerdings kann ich inmitten des einundsiebzig Minuten und zweiundfünfzig Sekunden mäandernden Lavalärms keine einzige Strophe, kein einziges Solo, kein einziges Riff, keinen einzigen Refrain, keine einzige Melodie, keinen einzigen Lauf und schon gar keine kompositorische Kreativität entdecken - traditionelle/'normale'/elementare Elemente einfach wegrationalisiert! Dafür wird alle ein, zwei oder vier Takte (na, immerhin sind DIE vorhanden!) die Tonart gewechselt. Ja, tatsächlich: Eine amorphe Aneinanderreihung aller musiktheopraktisch machbaren Mollakkorde in jedem 'Lied'. Apropos: Die Aufteilung in vier separate Stücke und die Bestückung dieser separierten Stücke mit vier unterschiedlichen Titeln dient dem dauerdepressiven Doomster bestenfalls als grobe Orientierungshilfe, DENN: Alle vier Tracks folgen mehr oder weniger dem gleichen Strickmuster, klingen ähnlich bis gleich, rotieren ungefähr gleich lang und spielen sich in gleicher Zeitlupe(ngeschwindigkeit) ab. Also, von mir aus bräuchte diese pechschwarze Platte weder weniger oder vielsagende Titel noch irgendwelche Indexpunkte noch Erklärungen - einfach in einem finalen Flutsch in die Kiste und gut!

"Evangelium Nihil" = einer der drei eisekältesten Anwärter auf den (leider nicht zu vergebenden) Titel 'depressivster Düsterdoom', 'seelenlosester Selbstmordsoundtrack' oder 'wenigversprechendstes Weltuntergangswerk'! Aus purem Pessimismus, reiner Ratlosigkeit und verhältnismäßiger Verzweiflung vergieße ich neun Tropfen für dieses null und nichtige (alte oder neue) Endzeit-Evangelium ...

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Evangelium Nihil
02. Comatose Vigil
03. Deus Sterilis
04. The Day Heaven Fell
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 71:52 Minuten
VÖ: 14.12.2018

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14.12.2018 Evangelium Nihil(9.0/10) von Metal Guru

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