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Sirenia - Dim Days Of Dolor

Review von Opa Steve vom 16.11.2016 (3002 mal gelesen)
Sirenia - Dim Days Of Dolor Morten Veland ja ist einer der großen Unglücksraben im symphonischen Metal. Die Visionäre TRISTANIA, die er maßgeblich mit aufgebaut hat, hatte er zu früh verlassen, um mit seinem eigenen Projekt anknüpfend den Stil in eigener Regie weiterzuführen. Mit zwei wirklich ordentlichen Gothic Metal-Alben und Henriette Bordvik am Mikro gab es vielversprechende Touren, doch als sich Henriette wieder aus dem aufstrebenden Projekt verabschiedete, machte Morten mit Monika Pederson einen unverzeihbaren Fehlgriff. Unvergessen sind die Live-Präsentationen, die eher zum Fremdschämen waren, und auch das Studioalbum mit Monika entpuppte sich als künstlerischer Flop. Von diesem Dämpfer hat sich der Name SIRENIA nicht mehr erholt und auch das nächste Karussell am Mikro, Ailyn, brachte den Erfolg nicht zurück. Morten arbeitete mit Ailyn stur über mehrere Jahre als Duo, wobei seine Kompositionen und Produktionen immer gleichförmiger gerieten und Ailyns eher dünne Stimme trotz der Optik auch keine Offenbarung war.

Genug der langen Historie. 2016 soll nun hoffentlich alles wieder besser werden. Mit Emmanuelle Zoldan gibt es wieder ein neues Gesicht am Mikrofon und damit auch endlich eine frische Stimme. Und das hat SIRENIA wirklich gut getan. Schon beim ersten Durchlauf stellt man fest, dass "Dim Days Of Dolor" wieder deutlich organischer klingt. Man merkt den Instrumenten zwar immer noch an, dass SIRENIA nach wie vor einen Projektcharakter hat. Es fehlt das gegenseitig Befeuernde einer zusammen agierenden Band und die Arrangements sind so aalglatt, wie es eben aus einer Feder fast nicht zu vermeiden ist. Aber dafür hat Emmanuelle zum ersten Mal in der Geschichte der Band eine Stimme, die den Gesang in der Front allein bestreiten kann. Morten hält sich mittlerweile mit seiner Stimme weitestgehend zurück und die female Vocals übernehmen eine souveräne Führung. Man merkt zwar am Gesangsstil, dass Emmanuelle Zoldan unter anderem eine Opernausbildung genossen hat, aber diese Schule wurde auch durch einige Bandprojekte relativiert. Zu meckern gibt's da nichts. Auch die Kompositionen haben wieder ein bisschen mehr Dampf. Stellenweise agieren SIRENIA so hart wie schon selten nicht mehr. 'The 12th Hour', 'Ashes To Ashes' und 'Fifth Column' haben ein ordentliches Heavy-Pfund. Insgesamt sind mir die Titel zwar immer noch ein wenig zu straight und immer noch ganz weit von den stimmungsvollen Gothic-Einflüssen der Anfangszeit entfernt. Aber der Pop-Faktor hat sich reduziert und ist in sich effektiver geworden. Der Titelsong dürfte ein klassisches DELAIN-Publikum ansprechen und live für kochende Stimmung und hüpfende Hallen sorgen. Und Morten wagt endlich auch mal wieder ein wenig Tiefe: 'Cloud Nine' hat einige fast progressive Parts, die den Gelegenheitshörer überfordern werden. 'Elusive Sun' erinnert in den Gesangsarrangements gar in TRISTANIA. Und auch hier und da hört man, dass ihm immer wieder ein echter Treffer aus dem Ärmel rutscht.

Insgesamt habe ich die vorsichtige Hoffnung, dass sich SIRENIA wieder in eine vielversprechende Richtung drehen. Schade, dass sie so viel Zeit auf der Stelle getreten sind und ihren Ruf eigentlich komplett neu aufbauen müssen. Aber mit knappen sieben Blutstropfen spielt diese Scheibe durchaus schon wieder in der Region der Kaufempfehlungen mit, wenngleich noch spürbar Luft nach oben ist.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Goddess Of The Sea
02. Dim Days Of Dolor
03. The 12th Hour
04. Treasure n' Treason
05. Cloud Nine
06. Veil Of Winter
07. Ashes To Ashes
08. Elusive Sun
09. Playing With Fire
10. Fifth Column
11. Aeon's Embrace
Band Website: www.sirenia.no
Medium: CD
Spieldauer: 56:34 Minuten
VÖ: 11.11.2016

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