Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2021
Headbangers Open Air 2021 (Corona Edition)

Ironhammer Festival 2021

Belphegor - Conjuring The Dead

Review von Eddieson vom 08.08.2014 (3797 mal gelesen)
Belphegor - Conjuring The Dead Ich muss sagen, das Sommerloch lässt noch auf sich warten. Jede Menge guter Platten erscheinen in den Sommermonaten und eine davon ist BELPHEGORs "Conjuring The Dead". Es ist schwierig, aber wenn ich das Album mit 2 Worten beschreiben müsste, dann mit düster und brachial. Aber ich muss da weiter ausholen.

"Conjuring The Dead" entstand nach einer äußerst schweren Typhuserkrankung von Bandkopf Helmuth, der infolge dessen eine schwere Operation über sich ergehen lassen musste. Auch sein Leben wurde von dieser Krankheit bedroht. Helmuth besiegte sie, und, ähnlich wie bei BEHEMOTH, entstand nach einer besiegten schweren Krankheit ein atemberaubendes Album.

Entfesselt wird dieses Biest mit dem Opener 'Gasmask Terror'. Der Song ist ein absolutes Black-Metal-Gewitter. Helmuths Stimme klingt wesentlich brutaler, als auf früheren Releases und die melodischen Riffs streuen eine extreme Brutalität aus. Außerdem unterstreicht das "Fuck you all!"-Gebrüll noch mal die Album-Attitüde. Der Titeltrack wird von einem Intro eines alten Horrorfilms eingeleitet. Danach wälzt er sich ganz langsam mit einer Doublebass unterlegt in den Gehörgang. Im Großen und Ganzen bleibt der Song auch im Midtempo und vor allem der wechselnde Gesang zwischen tiefen Growls und hohem Gekreische zeichnet 'Conjuring The Dead' aus. Für mich zählt das folgende 'In Death' eher zu den schwächeren Songs auf dem Album, wobei das Wort schwach mit Vorsicht zu genießen ist. Aber eigentlich wird der Song erst im letzten Drittel richtig gut. Nackenbrecher-Riffs werden von kurzen Knüppel-Passagen abgelöst. Ein einfaches aber dennoch wirkungsvolles Mittel den Kopf zum Bangen zu bringen. 'Rex Tremendae Majestatis' beginnt dann zunächst ruhig mit einer sich ständig wiederholenden Akustikgitarre, unterbrochen dann von plötzlichen Verzerrungen. Der Song wird geprägt durch ständige Wechsel des Tempos und eine grandiose Melodie gegen Ende des Songs. Mit dem nochmals am Ende eingebrachten Akustikgitarren zeigt sich 'Rex Tremendae Majestatis' als einer der vielfältigsten Songs auf dem Album. Das folgende 'Black Winged Torment' ist dann wieder ein Knaller-Black-Metal-Song. Der Fuß auf dem Gaspedal wird hier bis zum Bodenblech durchgedrückt. Nur kurz wird das Trommelfeuer auf die Snare von kurzen, treibenden Doublebass-Passagen unterbrochen. Ein kurzer Song, der aber so voller Hass steckt. Das instrumentale Stück auf dem Album heißt 'The Eyes'. Wird vielleicht für ein paar verwunderte Blicke sorgen, da er sehr episch daherkommt und nicht wirklich BELPHEGOR-Typisch ist. Beim nächsten Song 'Legions Of Destruction' gibt es dann eine Premiere. Zum ersten Mal in der Bandgeschichte bekommt Helmuth Unterstützung an den Vocals. Glenn von DEICIDE und Attila von MAYHEM bilden hier mit dem Österreicher das Trio Infernale. Wobei man sagen muss, dass Atilla da schon am meisten hervorsticht. Sein Gesang ist einfach unverwechselbar. 'Flesh, Bones And Blood' stampft erst mal mit großen Stakkato-Riffs voran, bevor es dann von einer vorantreibenden Doublebass unterbrochen wird. Insgesamt hält sich der Song dann auch im Midtempo auf. Das vorletzte 'Lucifer, Take Her' überrascht erst mal mit teils auf Deutsch gesungenen Vocals. Das baut schon eine gewisse Atmosphäre auf. Nahtlos geht der Song dann über in 'Pactun Im Aeternum', der eigentlich mehr ein Outro ist, als ein eigenständiger Song.

Tja, da haben BELPHEGOR wirklich einiges aufgefahren. Ein extrem facettenreiches und vor dunkler Atmosphäre strotzendes Album ist "Conjuring The Dead" geworden. Da spielt natürlich auch die Produktion eine Rolle. Die Österreicher sind aus den Abyss-Studios in Schweden nach Florida gezogen, wo diesmal HATE ETERNAL-Chef Erik Rutan die Hand an den Reglern hatte. Eben dieser hat an diesem Album einen fantastischen Job gemacht. Das Album klingt organisch aber dennoch äußerst fett und brutal, und bildet, unabhängig von der Produktion, eine perfekte Mischung aus Black- und Death Metal. "Conjuring The Dead" legt auf jeden Fall die Messlatte für kommende Releases extrem hoch.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Gasmask Terror
02. Conjuring The Dead
03. In Death
04. Rex Tremendae Majestatis
05. Black Winged Torment
06. The Eyes
07. Legions Of Destruction
08. Flesh, Bones And Blood
09. Lucifer, Take Her!
10. Pactum In Aeternum
Band Website: www.belphegor.at
Medium: CD
Spieldauer: 36:35 Minuten
VÖ: 08.08.2014

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

08.08.2014 Conjuring The Dead(9.0/10) von Eddieson

04.04.2005 Goatreich - Fleshcult(8.5/10) von Soulcollector

19.12.2020 Necrodaemon Terrorsathanvon Eddieson

17.09.2017 Totenritual(8.0/10) von Eddieson

28.09.2017 Totenritual(7.0/10) von Metal Guru

Interviews

10.08.2014 von Eddieson

Liveberichte

09.04.2019 Osnabrück (Bastard Club) von Eddieson

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!
Banner, 150x150, ohne Claim