Dirty Talons - Dirty Talons

Review von derkleinekolibri vom 17.11.2023 (1740 mal gelesen)
Dirty Talons - Dirty Talons Der ÖAMTC vermeldet: "Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen dürfen nachts auf der Autobahn nicht schneller als 60 Kilometer pro Stunde fahren." Wer mal ein solch schweres Fahrzeug selbst gefahren ist, versteht, warum es eine solche Vorschrift gibt. Was aber gehen uns die österreichischen Verkehrsregeln an? Nichts. Aber wenn die Band, um die es hier gehen soll, Live-Auftritte plant und ihr komplettes Equipment zu den Veranstaltungsorten transportieren muss, dann kommen wir der Sache schon näher. DIRTY TALONS, bestehend aus den "Restbeständen" der Punkrocker von ASTPAI sowie drei weiteren Leuten, veröffentlichten vor einigen Wochen ihr selbstbetiteltes Debütalbum "Dirty Talons". Die Songs stammen aus den ersten beiden Aufnahmesessions, die bereits 2021 und 2022 vonstatten gingen. Sechs Songs wurden bereits auf EPs veröffentlicht, sodass es eigentlich nur fünf wirklich neue Stücke sind, die man auf den Markt wirft.

Die Befürchtung, DIRTY TALONS könnten wegen der drei ehemaligen ASTPAI-Musiker zu sehr deren alten musikalischen Punk-Einflüssen unterliegen, ist - glücklicherweise - unbegründet. Vielmehr spielt das Sextett jetzt flotten Riffrock mit drei Gitarren, beeinflusst von zum Beispiel BOSTON, JUDAS PRIEST, KVELERTAK, THIN LIZZY und VAN HALEN, wie sie selbst erklären. Für die Sängerin Jess Howells ist es das musikalische Debüt. Dafür macht sie ihre Sache ausgesprochen gut, auch wenn ihre Stimme nicht so rotzig und rau klingt, wie man es sich eventuell wünschen würde, schaut man auf die Inhalte der Texte, denen sie Leben einhaucht. Diese sind geprägt von inneren Konflikten, Angst, Einsamkeit, Selbstzweifel, Narzissmus, Manipulation und Wut. Da wäre eine etwas weniger "poppige" Stimme noch mehr passender. Man darf gespannt sein, wie sich das live anhört.

Der erste Durchlauf riss mich nicht sonderlich vom Hocker. Es fielen mir so einige Songs der 70er und 80er Jahre ein, die so oder ähnlich auch aufs Album passen würden. Um nur einige zu nennen: 'Babylon's Burning', 'Johnny Was', 'My Sharona' und 'The Rocker'. Doch je öfter die 11 Songs aus den Lautsprechern tönten, desto mehr musste ich mir eingestehen, dass DIRTY TALONS doch viel eigenständiger klingen, als es anfangs den Anschein hatte. Jegliche Vergleiche sollte man tunlichst unterlassen. Macht es besser als ich und geht unvoreingenommen ans Hören. "Dirty Talons" macht Spaß und DIRTY TALONS haben vielleicht eine Chance auf eine rosige Zukunft. Dafür solltest du, Jess, deinen Gesang ein kleines bisschen frecher, derber und rauer gestalten ...

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Dirty Talons
02. Bang Bang
03. Casket Match
04. Broken In Half
05. No Contest
06. Have Mercy
07. Boiler Room
08. Mind Games
09. Buried Alive
10. No Holds Barred
11. Bottom Line
Band Website:
Medium: LP
Spieldauer: 41:09 Minuten
VÖ: 13.10.2023

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