Corey Taylor - CMF2

Review von Schankwirt Arnie vom 10.09.2023 (1868 mal gelesen)
Corey Taylor - CMF2 "Mein erstes Soloalbum spiegelte wider, wo ich herkam. Dieses Album zeigt eher, wo wir hinwollen!" sind COREY TAYLORs Worte über sein am 15. September erscheinendes zweites Soloalbum mit dem wunderbaren Namen "CMFT2". Der Frontmann von SLIPKNOT und STONE SOUR veröffentlicht damit auch das erste Album, welches auf seinem eigenen Label Decibel Cooper Recordings erscheint. Tatsächlich ist es auch das erste Werk für BMG. Produziert wurde "CMFT2" in Zusammenarbeit mit Jay Ruston (ANTHRAX, STEEL PANTHER, AMON AMARTH), der auch bereits bei Coreys erstem Solo-Album "CMFT" im Jahr 2020 als Produzent tätig war. "Zusammen haben wir großartige Ideen, große Energie und probieren einfach alles aus", sagt Taylor über seinen Studiokollegen. "Wir haben keine Angst, uns gegenseitig zu sagen, wenn wir etwas für eine gute oder schlechte Idee halten; wir haben diese Art von Vertrauen."

Gleich zu Beginn wird der geneigte Hörer bereits durch leicht hypnotisierende Percussions und ein dezentes Mandolinen-Spiel in Taylors Bann gezogen. 'The Box' nennt sich der erste Track des Albums und stellt das musikalische Intro dar, welches die Welt beschreibt, die mit diesem Album kreiert werden soll und repräsentiert die Mysterien, die sich in "der Box" befinden.
'Post-Traumatic Blues' nimmt direkt im Anschluss sofort ordentlich Fahrt auf und zeigt auf, wo Coreys Wurzeln liegen. Mit gleicher Aggressivität und Intensität wie ein typischer SLIPKNOT-Track schreddert sich 'Post-Traumatic Blues' über die knapp sechs Minuten Länge. Fetzige Gitarrenriffs setzen zu den Drums ein und bauen mit weiter hinzukommenden Lead-Gitarren die Stimmung immer weiter auf, bis dann endlich jegliche Aggression durch den Gesang frei gesetzt wird. Der melodiöse Chorus bringt genau die Entspannung, die der Song braucht, was allerdings nur kurzweilig anhält, denn zeitnah danach beginnt bereits die zweite Strophe. Der Mittelteil übertrifft alles mit einem sehr eingängigen Gitarrensolo, aus dem dann nach einem kurzen Break direkt wieder der Chorus aufgegriffen wird. Lyrisch fleht der Song nach Empathie, aber er wird sich mit Aggression umklammern.
Brachial und rotzig klingt die Gitarre zu Beginn von 'Talk Sick'. Dieser kranke Gitarrensound zu Beginn des Songs wurde laut Taylor durch einen Lautsprecher im Kaffeetassen-Format gejagt und für die weitere Verarbeitung aufgenommen. Der Rest des Songs hört sich nicht weniger krank an: und damit ist genial-krank gemeint! Auch hier ist, wie in zahlreichen Songs des werten Herren, ein gewisser Ohrwurm-Charakter vorhanden, will heißen, dass man bereits beim zweiten Hören den Refrain mitsingen kann. Der Mittelteil glänzt wie bei dem vorherigen Song bereits mit einem kurzen, aber prägnanten Soloteil. Herrlich.
Ruhigere Töne erklingen nach 'Talk Sick' und lassen das Gehör mal ein klein wenig verschnaufen. Was aber nicht heißen soll, dass irgendetwas langweilig klingt. Nein! Im Gegenteil. 'Breath Of Fresh Smoke' bringt genau an der richtigen Stelle etwas Raum zum durchatmen. Nahezu balladenhaft baut sich der Song immer weiter mit Spannung auf und verliert dabei zu keinem Zeitpunkt die nötige Spannung. Gegen Ende wirkt er sogar wie eine Rock-Hymne der frühen 90er Jahre und man kann sich gut vorstellen, wie vor den großen Bühnen dieser Song aus allen Kehlen mitgesungen wird. Das Album bereitet beim Hören soviel Spaß, dass jeder einzelne Song hier aufgelistet werden könnte. Allerdings möchte ich keinem etwas vorweg nehmen und noch etwas Raum über lassen, die anderen Songs selbst zu erkunden und wirken zu lassen. Auch wenn genau das jetzt reichlich Spaß bereiten würde. Definitiv erwähnenswert ist das Intro von 'Midnight', dem siebten Song auf "CMFT2". Sphärische Klänge, gepaart mit mystisch gespieltem Cello von Mariko Muranaka. 'Midnight' besticht mit seinem ganz eigenen Vibe und einer gehörigen Portion Leidenschaft. Glaubt man hiernach verrückt geworden zu sein, könnte man damit Recht haben. Zumindest impliziert das Intro von 'Starmate' genau das! Und noch dazu ist das eine verdammt großartige Rocknummer! Zungen behaupten, dass 'Starmate' einer der vielen Songs ist, die Taylor für seine Frau geschrieben hat und Easter-Eggs von Konversationen zwischen den Beiden beinhaltet. Letzter Titel auf dem Album ist der epische Song 'Dead Flies' und genau die richtige Wahl, um dieses Album abzurunden. Ein letztes Mal die mystischen Klänge aus 'der Box' konsumieren, um langsam wieder aus dieser Welt aufzutauchen und das einzig Wahre und Richtige zu tun: Luft holen und wieder abtauchen. Enjoy the show …

Ehrlich gesagt ist es recht schwierig, alles wahrzunehmen, was musikalisch auf diesem Album passiert. Zumindest beim ersten Hören. Selbst beim zweiten Durchgang entdeckt man neue Elemente, die man vorher zwar unbewusst wahrgenommen hat, aber nun immer präsenter werden. Ich will hiermit nicht zu viel Lob aussprechen, aber was soll ich anderes sagen, wenn es wirklich nichts, also rein überhaupt nichts, zu meckern gibt. Die Bass-Lines einiger Songs, gerade im Refrain von 'Starmate', ergänzen die Gitarren-Akkorde und die Drums außerordentlich genial, was den Liedern noch den zusätzlichen Pep beziehungsweise das I-Tüpfelchen aufsetzt. Von vorne bis hinten ein außerordentlich abwechslungsreiches Album mit vielen schönen Melodien, harten Breaks, schnellen Soli, donnerndem Schlagzeug und ab und an softeren Tönen. Hier findet sich für jeden Geschmack ein Lieblingssong. Tatsächlich würde ich mich weit aus dem Fenster legen und behaupten, dass es sich bei "CMFT2" um eines der besten Rock-Metal-Alben des Jahres 2023 handelt.

Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Box
02. Post Traumatic Blues
03. Talk Sick
04. Breath Of Fresh Smoke
05. Beyond
06. We Are The Rest
07. Midnight
08. Starmate
09. Sorry Me
10. Punchline
11. Someday I'll Change Your Mind
12. All I Want Is Hate
13. Dead Flies
Band Website: www.facebook.com/TheCoreyTaylor/
Medium: CD
Spieldauer: 53:10 Minuten
VÖ: 15.09.2023

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