Cruachan - The Living And The Dead

Review von Zephir vom 20.04.2023 (1271 mal gelesen)
Cruachan - The Living And The Dead CRUACHAN gehören zu den Urgesteinen des Pagan Folk Metal. Mit Bandgründung anno 1992, einem Demo von 1994, einem Debüt von 1995 und einer (wenn man alles zusammenzählt) mittlerweile bald 20 Releases umfassenden Backlist braucht den Iren wirklich keiner was vom Pferd zu erzählen. Und auch das nunmehr erschienene neue Album "The Living And The Dead" beweist, dass CRUACHAN echte Veteranen auf dem Gebiet des keltischen Pagan Metal sind, denn das Album strotzt nur so vor folkigen Tunes gepaart mit heroischen Riffs, archaischem Gesang und schwärzlichem Gefauche.

Durch 12 Tracks führt "The Living And The Dead", beginnend mit einem ungeschliffenen, wilden Metal-Fiddle-Instrumental, das den Lebenden huldigt, über zahlreiche Archetypen und Traditionen der heidnischen Welt bis hin zu den Toten. Ursprüngliche, unpolierte Folklore mit Bagpipes, Whistles und "echt irisch" anmutenden Gesangshooks wechseln mit Passagen von rauem Extreme Metal, der ungezähmt wie Geröll von felsigen Steilklippen und peitschende Meeresstürme über den Hörer hereinbricht. Gleichwohl einige Momente des Albums zum Propellern und Tanzen einladen, begeht keiner der Songs den Fehler, kommerziell zu klingen: Das Album ist ein brachiales Zeugnis der guten alten Zeit, als der Pagan Metal noch ursprünglich und undergroundig daherkam - eine Zeit, die man nach Abebben des Hypes anno 2023 durchaus abfeiern darf.

Da bei einer Band mit solcher Historie wie CRUACHAN meistens auch die Besetzungsgeschichte eine gewisse Länge aufweist, seien die aktuellen Personalia einmal kurz durchgegeben - seit dem letzten Release von 2018, "Nine Years Of Blood", hat sich doch so einiges geändert. Keith Fay ist nach wie vor als Frontmann und Multiinstrumentalist am Start. Joe Farrell ist nach einigen Jahren Pause seit 2020 zurück an Bord, allerdings am Bass; hinter den Drums sitzt nun Tom Woodlock; Gitarre spielt (neben Mastermind Fay) David Quinn, und vor nunmehr drei Jahren ist Audrey Trainor für die Streichinstrumente Violine, Viola und Cello eingestiegen.

Die Besetzung für das neue Album ist damit allerdings bei Weitem noch nicht vollständig genannt, denn auf "The Living And The Dead" sind sage und schreibe neun Gastmusikerinnen und -musiker zu hören, die mit zusätzlichen Vocals, diversen Whistles, Bagpipes und mehr der Platte ein unglaublich volles, vielfältiges und authentisch-folkiges Flair verleihen. Einige der Gäste sind derart populär, dass sie hier ebenfalls Erwähnung finden müssen: Nella, die die Lead Vocals in 'The Changeling' singt, war bereits irgendwo im Soundtrack von World Of Warcraft zu hören, und in 'The Ghost' erklingt die Stimme von niemand Geringerem als Mathias 'Vreth' Lillmåns von FINNTROLL. Stu 'La Rage' Dixon, seines Zeichens Gitarrist bei VENOM, übernimmt ein Solo in 'The Witch'.

Das soll nun aber nicht nach Marketing klingen. Um es noch einmal zusammenzufassen: "The Living And The Dead" ist für diejenigen gemacht, die ihren Folk Metal wirklich folkig und wirklich metallisch mögen. Mit ihrem neuen Album lassen CRUACHAN ihre Fans in die Zeit totembesetzter, archaischer Mythen und gleichzeitig in die Zeit des guten alten Pagan Folk Metal abtauchen, wie man ihn schon fast vergessen glaubte.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Living
02. The Queen
03. The Hawthorn
04. The Harvest
05. The Festival
06. The Ghost
07. The Crow
08. The Reaper
09. The Children
10. The Changeling
11. The Witch
12. The Dead
Band Website: www.cruachanireland.com
Medium: CD
Spieldauer: 52:34 Minuten
VÖ: 24.03.2023

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