Seven Spires - Gods Of Debauchery

Review von Cornholio vom 24.04.2023 (1352 mal gelesen)
Seven Spires - Gods Of Debauchery Kennt ihr diese "Once in a lifetime"-Alben? Die einen tage-, wochen-, monatelang begleiten? "Gods Of Debauchery" von SEVEN SPIRES ist so ein Album für mich, ähnlich wie es "Glow" von COUNTLESS SKIES ist. Ich habe mir die Scheibe zwar schon Ende 2021 gekauft, als sie veröffentlicht wurde, aber so richtig kennengelernt habe ich sie erst im Sommer 2022. Dafür aber richtig, denn seitdem läuft sie jeden Tag. Wirklich. Jeden Tag! Anfangs empfand ich das Album mit seinen 77 Minuten als ein ganzes Stück zu lang, aber mittlerweile kann ich mir keinen Song mehr wegdenken.

Musikalisch gibt es von dem Quartett aus der Bostoner Region recht vielschichtigen Heavy Metal auf die Ohren. Es sind Power- und Symphonic-Einflüsse dabei, aber auch Blastbeats und angeschwärzte Passagen. Viele dieser Zutaten werden schon beim Titeltrack in den Kochtopf geworfen, langweilig wird es jedoch zu keiner Zeit. Auch 'The Cursed Muse' besticht durch die Vielseitigkeit, die sich nicht nur, aber maßgeblich durch den unfassbar variablen Gesang von Adrienne Cowan zeigt. Aber auch das intensive Drumming von Chris Dovas, der Bass von Peter de Reyna und das präzise Gitarrenspiel von Jack Kosto trägt sein Übriges dazu bei, dass dieses Album so großartig ist, wie es ist. Mit 'Lightbringer' kommt dann das vermutlich kommerziellste Stück der Scheibe, das zwar aufgrund seiner Eingängigkeit etwas poppig wirkt und sich dadurch in die Ohren brennt. Allerdings kommen auch hier gegen Ende ein paar Growls zum Einsatz, so ganz ohne geht's halt doch nicht. 'Shadwos Of Eternity' beginnt nach einem kurzen Intro mit kompletter Raserei, mündet in einen unfassbar tollen Basslauf, ehe die Gitarrenmelodie beginnt. Damit fängt sich der Song wieder und gipfelt in einem tollen Refrain, von denen "Gods Of Debauchery" einige zu bieten hat, so auch beim folgenden 'Dare To Live', das sich die Band bei ihren Live-Auftritten so ein bisschen zum Motto gemacht hat.

Wo wir gerade bei Live-Auftritten sind: Das zehnminütige epische Monster 'This God Is Dead' ist bei jedem Konzert der Band ebenfalls ein großes Highlight. Auf Platte teilt sich Adrienne die Gesangsparts mit niemand Geringerem als dem ehemaligen KAMELOT-Sänger Roy Khan, und auch instrumental deckt das Stück quasi die komplette Range der Band ab. Erst symphonisch, melodisch, dann wird es ruhig, ja fast Ambient, ehe ein erstes Blastbeat-Gewitter losbricht, was sich im Lauf des Liedes des Öfteren wiederholt. Der Song schließt mit zweistimmigem Gesang von Adrienne und Roy und einem Spoken-Word-Outro. Weiter geht's mit 'Oceans Of Time', einem Power-Metal-Song, wie er im Buche steht. Keine Growls, keine Blastbeats, einfach nur schöne Melodien und ein toller Chorus, und einmal mehr ein klasse Basslauf in den Strophen. 'Gods Amongst Men' könnte dann fast als straighter Black-Metal-Song durchgehen, wenn nicht zwischendrin immer mal wieder ruhige, melodische Parts wären. 'Dreamchaser' schlägt in eine ähnliche Kerbe, und mit dem instrumentalen orchestralen 'Through Lifetimes', das melodisch auf verschiedene SPIRES-Songs verweist, geht es auf die Zielgerade. Zum Abschluss folgt die zauberschöne Ballade 'Fall With Me', die auch erst komplett symphonisch gehalten ist, ehe die Drums zur zweiten Strophe einsetzen. Die Gesangsbridge danach gibt mir jedes Mal wieder Gänsehaut, nicht nur weil Dovas am Schlagzeug währenddessen regelrecht ausrastet und das Finale mit Doublebass durchzieht. Ein würdiger Abschluss eines grandiosen Albums.

SEVEN SPIRES waren im Januar und Februar mit TWILIGHT FORCE und SILVER BULLET auf großer Winter Wonder Tourund haben kürzlich das Livealbum "Live At ProgPower XXI" veröffentlicht (Review folgt demnächst). Kurz darauf sind sie als Opener mit OMNIUM GATHERUM und ELUVEITIE durch die Staaten getourt, nebenbei hat Adrienne noch die Vocal-Parts von Chrigel bei ELUVEITIE übernommen, der auf der Tour nicht dabei sein konnte. Album Numero vier ist zum Teil schon im Kasten, mir kann es ehrlich gesagt nicht schnell genug gehen. Naja, bis es soweit ist, höre ich einfach weiter "Gods Of Debauchery" rauf und runter. Jeden Tag!


Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. Wanderer's Prayer
02. Gods Of Debauchery
03. The Cursed Muse
04. Ghost Of Yesterday
05. Lightbringer
06. Echoes Of Eternity
07. Shadows On An Endless Sea
08. Dare To Live
09. In Sickness, In Health
10. This God Is Dead
11. Oceans Of Time
12. The Unforgotten Name
13. Gods Amongst Men
14. Dreamchaser
15. Through Lifetimes
16. Fall With Me
Band Website: www.sevenspiresband.com
Medium: CD
Spieldauer: 77:36 Minuten
VÖ: 10.09.2021

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten