FB1964 - Malleus Maleficarum

Review von baarikärpänen vom 13.12.2022 (1151 mal gelesen)
FB1964 - Malleus Maleficarum Auf Grund von Inflation, gestiegenen Energiepreisen und unsicheren Zukunftsaussichten sitzt der Euro längst nicht mehr so locker. Da will gut überlegt sein, für was man seine sauer verdienten Kröten opfert. Zum Glück sind Metal-Fans aber durchaus postiv bekloppt und auch jetzt noch der Meinung, dass Geben seliger denn Nehmen ist. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und sich was ins Haus holen oder verschenken, was a) perfekte Mucke beinhaltet und b) auch noch einem guten Zweck dient? Wer genau danach sucht, dem sei das neue Werk von FB1964 mit dem Titel "Malleus Maleficarum" wärmstens ans Herz gelegt.

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Nach "Irish Steel", "Störtebeker" und der letztjährigen Verbeugung vor metallischen Klängen aus deutschen Landen, "German Steel" betitelt, hat Frank Badenhop es wieder geschafft, ein Album einzutüten, das von vorne bis hinten voll zu überzeugen weiß. Keine Ahnung, wie Badenhop es macht, aber man darf sich wiederholt die Äuglein reiben, wenn man im prallen Booklet der CD schmökert und schon wieder eine ganze Armee von hochkarätigen Gästen versammelt sieht, die ihren Teil dazu beigetragen haben, dass "Malleus Maleficarum" dem Heavy Metal goutierenden Hörer wie Öl runtergeht. Da geben sich unter anderem gestandene Recken wie zum Beispiel Chris Boltendahl, Ronnie Romero, David DeFeis, Tim "Ripper" Owens, Jimmy Waldo (ALCATRAZZ) oder Bobby "Blitz" Ellsworth quasi die Klinke in die Hand. Aber auch die weniger geläufigen Namen in der Gästeliste, zumeist hoffnungsvolle Nachwuchskräfte, von denen man zu gerne mehr hören würde, tragen ihren Teil zum Gelingen bei. Und last but not least wäre da ja auch noch der Meister himself, der nicht nur Songwriting vom Feinsten abliefert, sondern auch noch sehr gepflegt die sechssaitige Axt bedient. Warum Badenhop, laut Metal Archives, nur bei FB1964 und HEADBANGERS NIGHTMARE aktiv ist, verwundert.

Wie der Titel "Malleus Maleficarum" bereits nahelegt, widmet sich die Scheibe thematisch dem sogenannten "Hexenhammer". Frank Badenhop macht zum Glück nicht den Fehler, sich diesem dunklen Thema mit Bierzelt-Power Metal zu nähern. "Malleus Maleficarum" bietet der thematischen Ausrichtung geschuldet lupenreinen, zum Teil recht "dunklen", Heavy Metal. Wobei das eröffnende 'Creatures' doch einen schönen hymnischen Chorus spendiert bekommen hat. Aber bereits der zweite Song gibt die weitere Marschrichtung vor. Und was Chris Boltendahl hier abliefert - da kann man wirklich den Hut ziehen. Zumindest ich habe den GRAVE DIGGER-Fronter selten so death- oder black-metallisch fauchen und keifen gehört. Was für Boltendahl gilt, trifft auch auf die Leistung von Bobby "Blitz" Ellsworth zu, der hörbar jede Menge Spaß daran hatte, seine Parts einzusingen. Herausstechend dabei seine Leistung zusammen mit den Sängerinnen Becky Gaber und Kubra Ugur in 'Kingdom Of Heaven'. Was die Herren der Schöpfung können, kann Liv Jagrell (LIV SIN, SISTER SIN) erst recht. Beeindruckend, wie sie in 'God' sowas von böse klingt. 'Blasphemic Thoughts' hat Badenhop dann perfekt für die geniale Röhre von Laura Guldemond (BURNING WITCHES) zugeschnitten. Im Endeffekt ist es völlig schnuppe, wer sich auf welchem Stück die Vocals teilt, seien es nun David DeFeis und Bobby "Blitz" Ellsworth in 'The Ultimate Truth' oder Chris Boltendahl und Tim "Ripper" Owens in 'Torture' - es passt alles wie berühmter Arsch auf Eimer. Trifft ebenfalls auf die Musiker zu. Ganz egal, bei welchem Song, ob zusätzlich Hurdy Gurdy, Violine oder Cello, ein Rädchen greift in das andere. Man darf wirklich ein Tränchen verdrücken, dass wir es hier "nur" mit einem Projekt zu tun haben. Was Tobi Sammet mit AVANTASIA in seinem Bereich an hochklassiger Musik veröffentlicht, genau das könnten FB1964 im Heavy Metal sein. Ich für meinen Teil kann hier nur Positives zu "Malleus Maleficarum" sagen. Selbst das eher mittelprächtige Cover fällt nicht weiter ins Gewicht, weil dieses kleine Manko durch das umfangreiche Booklet mehr als wett gemacht wird.

Wie schon bei den vorangegangenen Alben geschehen, so werden auch hier wieder sämtliche Erlöse durch den Verkauf der Scheibe an regenwald.org gespendet. Auch wenn die Zeit mittlerweile etwas knapp ist, aber "Malleus Maleficarum" eignet sich bestens als Weihnachtsgeschenk. Nicht nur, dass man einem lieben Menschen ein ganz arg feines Album schenkt, man tut auch gleichzeitg noch was Gutes. Dass "Malleus Maleficarum" kein halbgares Charity-Scheibchen ist, dafür steht neben der Güte der Songs die wirklich beeindruckende Gästeliste. Für wirklich superschlanke 8€ kann man "Malleus Maleficarum" sofort auf Bandcamp ordern. Also nix wie los! Badenhop bekommt von mir für sein Engagement die volle Punktzahl, und das Album selbst streicht mal ganz locker neun Punkte ein.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Creatures
02. Lack Of Order
03. They
04. Evil's Priority
05. Kingdom Of Heaven
06. God
07. Blasphemic Thoughts
08. Demons
09. The Ultimate Truth
10. Fire
11. Torture
Band Website: fb1964.bandcamp.com/
Medium: CD
Spieldauer: 63:49 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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