Disgusting Perversion - Remember Me

Review von Metal Guru vom 03.11.2022 (1590 mal gelesen)
Disgusting Perversion - Remember Me DISGUSTING PERVERSION sind die fünf bösen Bayern Stefan Bauer (Stimmen), Andreas Gabriel (Bässe), Simon Hörmann (Gitarren), Marcus Nagel (Schlagzeug) und Tobias Ruf (Gitarren und Stimmen). DIE beschlossen 2013, gemeinsam totes Metall zu schmieden. Der Beipackzettel warnt zwar nicht explizit vor potenziellen Nebenwirkungen bei übermäßigem Konsum von DISGUSTING PERVERSION, beschreibt deren Stil aber vorsichtshalber als (Zitat No. 1) "Pure. Old. School. Death. Metal". DAS sagt alles, DEM habe ich nichts hinzuzufügen. Oder vielleicht doch?

"Remember Me" heißt nach der 2015er-EP "Morbid Obsession" und dem 2020er Volle-Länge-Debüt "Eternity Of Death" DISGUSTING PERVERSIONs Zweitwerk. DAS enthält 10 Songs, rotiert 50 Minuten und 57 Sekunden und lässt zu keinem Zeitpunkt auch nur den minimalsten Zweifel: "Pure. Old. School. Death. Metal". Mit Feinheiten harmonischer, melodischer, rhythmischer, technischer oder vokaler Art hält sich das süddeutsche Quäl-Quintett NICHT auf. Besonders deutlich wird DAS beim Durchzappen der einzelnen Titel (die ersten zwei bis fünf Sekunden reichen): In aller Regel eröffnen die Klampfen mit durchweg identischem Sound (Ausnahmen 'Enforce All Hope' und 'Memories'), allerdings in verschiedenen Tonarten. Ja, DIE (= verschiedenen Tonarten) gibt's selbst bei altschuligen Todes-Metallern wie DISGUSTING PERVERSION und sogar auf Scheiben wie "Remember Me". Ähnlich den durchweg identisch soundenden (Rhythmus-)Klampfen bellen/grunzen/krächzen sich Stefan und Tobias recht vorherhörbar durch das nicht minder vorherhörbare Material. Das KANN gefallen, interessieren, langweilen, motivieren, nerven, MUSS aber nicht! MIR gefällt's ganz gut, reißt mich aber definitiv NICHT vom Hocker. Und: DISGUSTING PERVERSIONs Rhythmik scheint mir immer mal wieder auf deren Herkunftsland hinzudeuten (= bayerisch gerade, bayerisch stumpf, bayerisch Vierviertel). Wie bitte - Ahnungslosigkeit, Beleidigung, Diskriminierung, Frechheit, Klischee, Unterstellung, Vorurteil? Dann hört euch nur mal das Intro von 'Worms Will Crawl On You' an! Das IST typischer Stumpf-Stampf, typischer Uffda-Buffda, typischer Volks-Vierviertel, nur eben abgrund-tief und ultra-verzerrt!

Abgesehen von (Zitat No. 2) "... morbid elements" geht's laut Beipackzettel inhaltlich um (Zitat No. 3) "... the topic of depression and the escape from life as well as the view into the afterlife and the memories that remain of a loved one". Ja, genau DAS hab' ich erwartet! Dumm nur, dass ich kein einziges Wort verstehen kann (ein Schelm, wer eine Textbeilage erwartet hätte) und dementsprechend Titel wie 'Downfall', 'Erase The Pain' oder 'From The Cradle To The Grave' eigenverantwortlich weiterspinnen muss. Egal, ich bin angenehm überrascht, dass aus einem der bemerkenswertesten unserer Bundesländer nicht nur dekorative Dirndls/lederne Hosen, peinliche Politiker/polternde Politikerinnen und saures Kraut/weiße Würschte, sondern auch motivierte/motivierende Musikanten wie DISGUSTING PERVERSION und aufbauende/launige/optimistische Weisen wie "Remember Me" kommen. Dafür (und für die Erfindung des Dirndls) verkleckere ich sieben lederhosene Tropfen!

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Inside Out (5:04)
02. Worms Will Crawl On You (5:08)
03. Remember Me (5:18)
04. Erebos (6:12)
05. Memories (1:14)
06. Shellshock (4:42)
07. Erase The Pain (6:13)
08. Enforce All Hope (6:17)
09. Downfall (4:46)
10. From The Cradle To The Grave (6:03)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 50:57 Minuten
VÖ: 21.10.2022

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