Mercury Circle - The Dawn Of Vitriol

Review von Krümel vom 26.08.2020 (5125 mal gelesen)
Mercury Circle - The Dawn Of Vitriol Die Worte "Mercury" (Englisch für Mercurium = Quecksilber) im Bandnamen sowie "Vitriol", welches sich sowohl im Titel dieser EP "Dawn Of Vitriol" als auch im Namen des Openers 'Oil Of Vitriol' findet, haben bei mir schon vor dem ersten Hören die Frage aufkommen lassen: Könnte es sein, dass uns die finnische Formation MERCURY CIRCLE in die alchemistische Welt entführen will? Denn Vitriol hat seinen Begriffsursprung im Mittellateinischen "Vitriolum", was "gläsern" bedeutet. Für die Vertreter der Alchemie waren Vitriole aber auch ein Synonym für den äußeren Stein der Weisen. Das klingt doch schon einmal sehr mystisch, oder?

So viel zu meiner Theorie. Was aber bietet der aus Jaani Peuhu (Vocals, Guitars, Synths), Jussi Hämäläinen (Guitars, Synths, Backing vocals), Juppe Sutela (Guitars), Ande Kiiski (Bass) und Juuso Raatikainen (Drums) bestehende Fünfer denn nun wirklich? Auf alle Fälle sind die Lyrics sehr bildhaft, dunkel und lassen eine Menge Auslegungsspielraum. Es geht um Tod, Untergang, teilweise könnte man auch suizidale Gedanken hineininterpretieren. Mit einem geheimnisvollen elektronisch-doomigen Sound erschaffen MERCURY CIRCLE eine äußerst dichte, faszinierende Atmosphäre, die zu den Gedanken und Vorstellungen vor dem geistigen Auge passt. Die Finnen gehen äußerst langsam und bedächtig, dafür jedoch umso intensiver zu Werke. Nicht nur wegen der melancholischen Harmonien, sondern vor allem auch der teilweise fragilen Vocals wegen laufen mir so manches Mal leichte Gänsehautschauer über Nacken und Arme. Denn trotz aller elektronischen Sounds klingt das Ganze weich und organisch - in gewisser Weise zerbrechlich. Dann wiederum fahren die Gitarren hoch und füllen direkt den Horizont in epischer Breite aus. Hier standen neben dem Doom auch Gothic und Dark Metal sowie Ambient-Klänge Pate. Gemeinsam vereint sich alles zu einer neuen Spielart, die in den Infos zur Band auch als "New Doom" bezeichnet wird. Eine wie ich finde perfekte Beschreibung.

Wer all die genannten Zutaten und Elemente mag, wird "The Dawn Of Vitriol" mit Sicherheit sehr, sehr mögen. Mich jedenfalls haben MERCURY CIRCLE gepackt und diese EP dreht sicherlich noch einige Runden in meinem Player. Gerade der kommende Herbst bietet viele passende düster-neblige Gelegenheiten, sich von den fünf Songs einhüllen zu lassen. Anspieltipps: 'Oil Of Vitriol', 'The Beauty Of Agony', 'Black Flags', 'The Last Fall' und 'New Dawn' - also alles ...

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Oil Of Vitriol
02. The Beauty Of Agony
03. Black Flags
04. The Last Fall
05. New Dawn
Band Website: www.facebook.com/mercurycircleofficial
Medium: CD
Spieldauer: 31:06 Minuten
VÖ: 14.08.2020

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