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Tarja - In The Raw

Review von des vom 26.08.2019 (2250 mal gelesen)
Tarja - In The Raw Obwohl Tarja Turunen seit 2005 solo unterwegs ist, wird sie oftmals noch immer als die ehemalige NIGHTWISH-Sängerin gesehen. Zum einen zu Recht, hat sie doch mit NIGHTWISH das Konzept "Metal mit Operngesang", welches mittlerweile auch gerne kopiert wird, erfunden und damit höchst erfolgreiche Alben, darunter den Meilenstein "Once", veröffentlicht. Zum anderen zu Unrecht, weil TARJA in ihrer Solozeit höchst umtriebig ist und breit gefächerte Veröffentlichungen und Aktivitäten setzte: Neben vielen Gastbeiträgen und Duetten (zum Beispiel das formidable 'Paradise (What About Us?)' mit WITHIN TEMPTATION) gab TARJA auch Weihnachtskonzerte, lieferte aber auch eine ganze Reihe von Solo-Rock/Metal-Platten ab. In ihren Soloplatten erweiterte sie auch ihren Gesangsstil um eine etwas rockigere Stimme und bringt sich auch verstärkt als Songwriterin ein, so geschehen auch im aktuellen, mittlerweile siebten, Album "In The Raw", das sie auch als ihr persönlichstes bezeichnet.

Als schwarze, dunkle Gestalt, einem dunklen Engel gleich, thront TARJA in einer goldenen Grotte auf den Cover, gleichsam düster wie episch und bombastisch und lädt auch bezüglich der Musik zu den richtigen Assoziationen ein. "In The Raw" gestaltet sich als mehrteilige Platte: die ersten drei Songs zeigen die metallische TARJA, die ihre kraftvolle Opernstimme über breitwandige Gitarren legt, die eine bemerkenswerte Härte an den Tag legen. Im ersten Song 'Dead Promises' wird TARJA dabei von Björn "Speed" Strid (Soilwork) unterstützt, dessen Stimme das perfekte Gegenstück zum opernhaften Gesang darstellt. 'Cristina Scabbia' von LACUNA COIL wiederum peppt das etwa eingängigere 'Goodbye Stranger' auf. Den Abschluss der bemerkenswert rockigen Sequenz bietet das ohrwurmige 'Tears In Rain', das eine Verschmelzung von Heaviness und Melancholie darstellt. Den zweiten Teil von "In The Raw" markieren die Balladen 'Railroads' (mit fetter Orchestrierung) und 'You And I' (überwiegens als Pianoballade), in denen TARJA ihr Stimmvolumen ausspielen kann und die die Überleitung zum epischen Teil von "In The Raw" darstellen.

'The Golden Chamber' wirkt wie eine melancholische Einleitung in den episch-düsteren Teil der Platte und verbindet sich mit 'Spirits Of The Sea' und 'Silent Masquerade' zu einer Einheit, wenn man so will: 'The Golden Chamber' leitet als sanft bis kraftvoll orchestriertes und über weite Strecken intrumentales Stück mit sanften Tarja-Stimmen und einem auf Finnisch gesungenen Teil in das dunkle 'Spirit Of The Sea', den wohl düstersten, schleppendsten und auch bemerkenswertesten Track, auf den nach einem Spoken-Words-Intro das groovige 'Silent Masquerade' folgt, für das sich TARJA als Gesangspartner Tommy Karevik geholt hat. Ebenso düster und episch und der wohl spannendste Song der Platte mit einem perfekten Zusammenspiel der Gesangspartner, der den Zuhörer atemlos zurück lässt. Zum Abschluss von "In The Raw" lässt Tarja mit 'Serene' noch einmal die Sau raus und bei 'Shadows Play' wird nochmals alles an Chor und Orchestrierung aufgefahren, was so in der Gegend herum lag, und treibt den Bombast an die Spitze und noch drüber hinweg.

Was man "In The Raw" ankreiden kann, ist der sterile, auf Perfektion getrimmte Sound, was vielleicht daran liegt, dass die beteiligten Musiker als namenlose Schatten einen perfekten Job abliefern, aber ansonsten nicht weiter in Erscheinung treten, so gibt es zum Beispiel auch keine Soli. Doch bis auf diesen Umstand bietet "In The Raw" alles, was man sich von einem TARJA-Album wünschen kann: Bombast, die nach wie vor beste Opernstimme im Metal, viel Abwechslung und ein Wechselbad an Stimmungen von sanften Ballade bis zu Melancholie und Düsternis. Wer die Musik von TARJA und opernhaften Metal grundsätzlich mag, kann bedenkenlos zugreifen. Leute, die mit TARJA nichts anfangen können, sollten die Finger davon lassen oder vielleicht probeweise das Video zu 'Dead Promises' anklicken.

des





Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Dead Promises (with Björn “Speed” Strid)
02. Goodbye Stranger (with Cristina Scabbia)
03. Tears In Rain
04. Railroads
05. You And I
06. The Golden Chamber
Awaken
Loputon yö
Alchemy
07. Spirits Of The Sea
08. Silent Masquerade (with Tommy Karevik)
09. Serene
10. Shadow Play
Band Website: www.tarjaturunen.com
Medium: CD
Spieldauer: 57:00 Minuten
VÖ: 30.08.2019

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