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Interview mit Tommi Varsala von Tyfon's Doom

Ein Interview von baarikärpänen vom 01.12.2017 (559 mal gelesen)
Tommi Varsala ist TYFON'S DOOM. Und wenn ein Ein-Mann-Kommando es fertig bringt, eine Scheibe zu veröffentlichen, die wirklich jedem Freund traditionellen Metals ein mehr als anerkennendes Headbangerchen entlockt, tja, dann bitten wir zum fröhlichen Austauch an Informationen.

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Tommi, ich gratuliere dir zu diesem wirklich außergewöhnlichem Album. Die Aufnahmen waren ja schon im Februar abgeschlossen, laut Info. Warum hat es bis November mit dem Release gedauert?

Tommi Varsala: Danke, und es freut mich, dass es dir gefällt. Na ja, meine Aufnahmen waren im Februar fertig. Allerdings dachte ich mir, es wäre gut, dieses Mal einen richtig guten Drummer zu haben. Also kontaktierte ich Cederick Forsberg. Der hat seine Parts zwar relativ schnell und zügig eingespielt, hat aber auch den Mix und das Mastering übernommen. Weil auf seiner Prioritätenliste naturgemäß seine eigenen Projekte an erster Stelle stehen, hat sich das Ganze etwas verzögert.

"Emperor's Path" ist jetzt seit ein paar Wochen auf dem Markt. Wie waren die Reaktionen bisher?

Tommi Varsala: Ich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Reaktionen. Ich kenne so um die 20 Reviews. Der Großteil davon war sehr positiv und im oberen Bereich der Punkteskala. Natürlich gab es aber auch ein paar Stimmen, die mit dem Album recht wenig anfangen konnten.

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Wie läuft der Songwriting-Prozess normalerweise bei dir ab?

Tommi Varsala: Das ist eigentlich unterschiedlich. Aber im Normalfall nehme ich meine Ideen mit Rhythmus-Gitarre und Drumcomputer auf, lasse ein paar freie Stellen für Leads und Fills. Sobald ich das habe, geht's schon weiter zum nächsten Song. Das heißt, dass die Demos weder Bass noch Gesang enthalten. Beides kommt erst dazu, wenn ich die Songs wirklich aufnehme/produziere. Das gilt auch für die Lyrics. Bisher habe ich die Lyrics immer geschrieben, nachdem die Musik fertig war. Aber ich habe mir vorgenommen, das jetzt zu ändern und die Lyrics vor der Musik zu schreiben. So sollte ich in der Lage sein, den Gesang vorher schon zu arrangieren und mich nicht mehr so fieberhaft an die Gitarren zu klammern. Vielmehr sollen die Vocals ein Song innerhalb des Songs werden. Klingt komisch, ich weiß, aber ich erhoffe mir davon, die Songs spannender werden zu lassen.

"Yeth Hound", deine EP, litt etwas unter dem eher mittelprächtigen Sound. "Emperor's Path" dagegen ist ein echter Schritt vorwärts. Lag das ganz einfach daran, dass du mehr Zeit hattest oder besser mit dem Equipment zurechtgekommen bist?

Tommi Varsala: Da gehen die Credits eindeutig an Cederick. Er hat einen tollen Job abgeliefert, was das Mixing angeht. Cederick hat die Aufnahmen zwar bearbeitet, aber hat die Songs nicht auf Hochglanz poliert, sondern sie schön roh belassen. Ich finde, genau so sollten meine Songs generell auch aufgenommen werden. Was ich im Vorfeld von "Emperor's Path" geändert habe, war die Art und Weise, wie ich die Songs aufnehme. Das mag auch zum deutlich besseren Sound beigetragen haben.

Wie wichtig sind die Lyrics auf "Emperor's Path" und kannst du uns etwas mehr darüber erzählen?

Tommi Varsala: Nun ja, "Emperor's Path" ist ein Konzeptalbum, also sind die Lyrics schon enorm wichtig. Eigentlich war geplant, dass die Story auf der CD/LP abgedruckt werden sollte, aber es war einfach zu schwierig, sie so zu kürzen. Im Grunde genommen beschäftige ich mich mit einer postapokalyptischen Welt und Themen wie Parallelwelt-Theorie, Schattenregierungen, Krieg und Verzweiflung.

Wie bereits angesprochen, hat Cederick Forsberg einen tollen Job mit den Drums abgeliefert. Wie bist du mit ihm in Kontakt gekommen?

Tommi Varsala: Cederick hat wirklich Großartiges geleistet. Ich hatte ihn und seine Arbeit schon seit längerem auf dem Radar und wusste, dass er auch das nötige Equipment und die nötigen technischen Voraussetzungen hatte, um einen tollen Drum-Sound aufzunehmen. Also habe ich ihn einfach mal kontaktiert und angefragt, ob er Bock darauf hätte, ein Teil von "Emperor's Path" zu sein. Letztendlich war Cederick der einzige Drummer, den ich haben wollte. Ein anderer wäre nicht in Frage gekommen und ich fühle mich wirklich geehrt, dass er zugesagt hat.

In meinem Review habe ich sinngemäß geschrieben, dass "Emperor's Path" das perfekte Beispiel dafür ist, wie man den ursprünglichen Spirit des Metal in die Jetztzeit transportiert. Kannst du da zustimmen?

Tommi Varsala: Warum nicht. Da bist du nicht alleine mit deiner Meinung. Hab ich schon öfter gelesen.

Es ist schwer, TYFON'S DOOM mit anderen Bands zu vergleichen. Sicher, da ist die NWOBHM, aber auch typischer US-Power Metal als Einfluss. Am Ende klingt aber alles doch irgendwie frisch und einzigartig. Ist das ganz einfach die Art, wie du Musik schreibst?

Tommi Varsala: Das ist nun mal mein Style. Und bezüglich der Wurzeln hast du auch recht. Keine andere Art des Metal klingt so. Prinzipiell habe ich keine außergewöhnlich Herangehensweise, was das Schreiben der Songs angeht. Es kommt am Ende eben so raus. Aber mir fällt auch gerade keine andere Band ein, die so klingt wie TYFON's DOOM. Sollte dir eine über den Weg laufen, lass es mich wissen.

Wenn wir schon davon sprechen, wie einzigartig TYFON'S DOOM sind, müssen wir über die Vocals reden. Seitens des Labels war ja die Rede davon, deine Stimme wäre eine Mischung aus Lemmy und Schmier (DESTRUCTION). Wir beide hatten das ja schon mal diskutiert und du warst eher auf meiner Linie, daß deine Stimme doch mehr mit Quorthon gemeinsam hat. Schätze mal, du solltest ein ernstes Wörtchen mit dem Label wechseln, oder?

Tommi Varsala: Jepp, ich sehe da auch keinerlei Verbindung zu Lemmy oder Schmier. Wenn das allerdings jemand so hört, dann ist das auch okay für mich. Um ehrlich zu sein, ich selbst wüsste nicht, mit wem meine Stimme vergleichbar wäre. Aber Quorthon ist der Vergleich, den ich am häufigsten zu hören bekomme, also sollte schon was dran sein. Ich weiß, dass ich nicht der beste Sänger bin, aber ich finde, meine Stimme passt schon perfekt zu der Musik, die ich schreibe. Und das ist doch das Wichtigste, oder?

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So, wie es aussieht, hast du ja gerne alle Fäden in der Hand. Kein Wunder also, dass du es dir nicht hast nehmen lassen, auch das Cover-Artwork zu gestalten. Mich hat das Artwork an frühe Alben von FATES WARNING erinnert. Ist FATES WARNING auch ein Einfluss, was die Musik betrifft?

Tommi Varsala: Ertappt! FATES WARNING sind ein großer Einfluss für mich. Die zweite und dritte Scheibe stehen ganz weit oben in meiner eigenen Top-Ten-Liste der besten Metal-Scheiben aller Zeiten. Und du hast es gut erkannt, dass ich mich von deren Artwork habe inspirieren lassen. Einige Leute mögen das Cover nicht so sehr. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass dieses Artwork erst mein zweites war, das ich mit diesem Programm gestaltet habe und vielleicht war ich ein wenig zu überambitioniert, habe zu viele Details reingepackt. Aber ich bin ganz zufrieden damit und es sieht auch viel besser aus, als das Artwork auf der ersten FATES WARNING-Scheibe. Das war absolut hässlich.

Als wir uns vor einigen Monaten unterhalten haben, sagtest du, dass du keinerlei Live-Aktivitäten planst, weil dir schlicht die geeigneten Musiker fehlen. Hat sich da was geändert, mit so einem starken Album in der Hinterhand? Und warum ist es so schwierig, jemand zu finden, der dich unterstützen könnte?

Tommi Varsala: Das hat sich nicht geändert. Das Problem sind auch eigentlich nicht die Musiker. Davon gibt es eine Menge hier. Aber mir fehlt zum einen die Zeit und zum anderen fühle ich mich nicht wohl auf der Bühne. Nur Gitarre spielen wäre vielleicht noch machbar. Aber gleichzeitig auch singen? Das kann ich nicht (und DAS nenne ich mal eine ehrliche Antwort - der Autor) .

Es scheint ja fast schon Ewigkeiten her, dass Bands wie NIGHTWISH, STRATOVARIUS oder auch LORDI Finnland in den Fokus katapultiert haben. Danach wurde es wieder ruhiger. Aber jetzt gibt es so viele tolle, neue Bands wie SATAN'S FALL oder LEGIONNAIRE und andere. Wie ist dein Eindruck von der heutigen Szene in Finnland?

Tommi Varsala: Ich bin mir nicht mal sicher, ob es überhaupt jemals eine solch vitale Szene in Finnland gegeben hat, vor allem was traditionellen Metal angeht. Im Moment sind wir da wirklich gesegnet mit tollen Bands. Leider bekommen viele davon nicht die Zuhörer. die sie auch verdienen. Was schade ist, bei all dem Talent, was da schlummert.

Wie schaut es eigentlich mit Merchandise aus? Zumindest ein paar Shirts wären ja ganz nett.

Tommi Varsala: Demnächst wird auf jeden Fall ein T-Shirt kommen. Das Artwork hat Karmazid gestaltet. Vielleicht hast du ja schon einige seiner Arbeiten gesehen. Ich finde, das wird ein richtig cooles Ding.

"Emperor's Path" war ja schon im Februar eingetütet. Ich nehme mal an, du hast dich nicht auf die faule Haut gelegt und schon fleißig neues Material geschrieben, oder?

Tommi Varsala: Vollkommen richtig. Ich habe eine Menge neuer Songs. Und es kommen noch mehr dazu. In den letzten Wochen habe ich angefangen, Songs zu schreiben, die eher in die Power-Speed-Prog-Richtung gehen und es macht mir eine Menge Spaß. Davon gibt es auf jeden Fall mehr. Songs, in denen noch mehr passiert, mehr Tempowechsel, kompliziertere Riffs, die das übliche 4/4-Schema weit hinter sich lassen.

Was macht Tommi Varsala eigentlich, wenn er nicht gerade neue Songs schreibt oder in seinem Studio rumwerkelt?

Tommi Varsala: Ich studiere Bauingenieurwesen an der TU in Tampere, wo ich auch die meiste Zeit verbringe. Ansonsten betätige ich mich auch gerne sportlich. TYFON'S DOOM ist im Grunde eher ein Hobby und so möchte ich das auch weiter handhaben. Es macht Spaß, weil irgendwie immer was zu tun ist. Aber wenn mir der Kopf absolut nicht danach steht, dann hab ich die Freiheit, auch einfach mal nichts zu tun.

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