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Interview mit Julian Izard, Antoine Poiret, Julien Robilliard, Nicolas Martineau von Existance
Ein Interview von baarikärpänen vom 03.04.2017 (708 mal gelesen)
Auch wenn Frankreich in letzter Zeit eher mit spannenden Bands aus dem Extrem-Sektor oder dem modern ausgerichteten Metal glänzt, gibt es sie noch, diese "gallischen Dörfer". Da braut der Druide seinen Zaubertrank eben noch mit den feinsten Zutaten, die das traditionelle Edelstahl so einzigartig machen. Und EXISTANCE haben nicht nur 'nen Becher davon geschluckt, nein, die sind, wie der Dicke mit der blau-weißen Hose, gleich in den Topf reingefallen. Und bevor mir der Himmel auf den Kopf fällt, hab ich mir die Jungs mal schnell für 'nen Plausch ausgeborgt.

Hallo, Julian. Kannst du uns zu Beginn etwas über EXISTANCE erzählen? Seit wann gibt es euch und wer gehört noch zur Band?

Julian: Danke erst mal für euer Interesse an EXISTANCE. Ich habe die Band 2008 gegründet. Wir spielen Metal im Stil der 80er Jahre, auch mit deutlichem Bezug zur NWoBHM. Die erste, selbstbetitelte, EP haben wir 2012 via High Roller Records veröffentlicht, die Debüt-Scheibe "Steel Aive" über Mausoleum. "Breaking The Rock", unser neuestes Werk, ist bei unserem eigenen Label, Black Viper Records, erhältlich. Zur Band: Neben mir an der Gitarre/Gesang, hätten wir da noch meine "Partners in crime" Antoine Poiret (Gitarre und Backing Vocals), Julien Robilliard (Bass und Backig Vocals) und Nicolas Martineau (Drums und Backing Vocals).

Wie du bereits gesagt hast, seid ihr eher traditionell ausgerichtet. Hat das einen bestimmten Grund? [b4m-Antwort=Julian] Das liegt ganz einfach daran, dass wir mit dem Zeug groß geworden sind. Wir haben den guten alten Metal sozusagen im Blut. Auch wenn wir in der Band die unterschiedlichsten persönlichen musikalischen Favoriten haben, können wir uns am Ende des Tages immer darauf einigen, dass es den Spirit des unverfälschten Metals haben muss, was wir schreiben, aufnehmen.

Ich persönlich finde, dass "Breaking The Rock" ein echtes Statement in Sachen Metal ist. Was könnt ihr uns zur Entstehung sagen?

Julian: Die Arbeit am Album begann in 2015. Antoine und ich standen plötzlich alleine da, weil unser Bassist und Drummer beide gleichzeitig das Weite gesucht hatten. Also machten wir das Beste daraus und schrieben neue Songs. Als dann schliesslich die neuen Jungs zur Band stießen, enterten wir das Studio und nahmen die zehn neuen Songs auf. Mit dem Ergebnis sind wir alle mehr als zufrieden. Vor allem, weil die Chemie innerhalb der Band wieder so richtig stimmt.

Antoine: Aufgenommen haben wir, wie schon beim ersten Album und den Demos, in den Boss Hog Studios im Norden Frankreichs. Die liegen wirklich im Nirgendwo, nur Felder um dich rum. War eine total ruhige und relaxte Atmosphäre. Das Mastering lag wieder in den Händen von Maor Appelbaum, der ja auch schon mit HALFORD, MALMSTEEN oder DOKKEN gearbeitet hat.

Eure erste Scheibe "Steel Alive" erschien, wie bereits erwähnt, über Mausoleum und war auch in Deutschland relativ einfach zu bekommen. "Breaking The Rock" dagegen ist leider im Moment nur als Import erhältlich. Wird sich das noch ändern?

Julian: Leider ist Alfie, der Besitzer von Mausoleum, ja letztes Jahr verstorben. Dadurch hatten wir absolut keinen Plan, wie und ob "Steel Alive" vertrieben wurde. Also haben wir Black Viper Records gegründet, um alle Fäden selbst in der Hand zu halten. Aber es ist relativ einfach, an die Scheibe ranzukommen. Am besten über unseren eigenen Webstore oder eben Amazon. Download geht ebenfalls über iTunes. Wir haben schon in die verschiedensten Länder verkauft, wie USA, Norwegen, Finnland. Sogar nach Australien oder Japan die Japan-Version lohnt sich wegen drei zusätzlichen Bonus-Songs und ist gar nicht mal so teuer bei Amazon - der Autor). Deutschland liegt übrigens an zweiter Stelle, was die Verkäufe angeht.

Aus Frankreich kommen ja in letzter Zeit eine Menge spannender Bands aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Wie schätzt ihr die französische Szene ein?

Antoine: Du hast recht, es gibt eine Menge wirklich toller Bands aus Frankreich. Eigentlich schon komisch, weil Metal selbst leider immer noch eher eine Randnotiz ist hier. Aber ich bin mir sicher, das wird sich ändern. Spätestens in 20 Jahren wird das im Fernsehen zum Mainstream gehören (lacht). Nein, im Ernst, es ist schon irgendwie paradox, dass gerade wir in Frankreich ein Festival wie das Hellfest haben. Aber das zeigt auch, dass es eine Nachfrage gibt. Siehst du auch daran, dass es hier eine ganze Menge an sehr kleinen Festivals gibt, die von echten Metal-Maniacs in Eigenregie durchgezogen werden, sozusagen von echten Fans für echte Fans.

Als ich damals meine Metal-Sozialisation begonnen hab mit Bands wie ADX, DER KAISER, SORTILÈGE, H-BOMB oder VULCAIN, war das Besondere an diesen Bands, dass die Lyrics komplett in Französisch gehalten waren. Das hatte dieses exotische Flair. Warum habt ihr euch für das Englische entschieden?

Julian: Mein Vater hat mich schon recht früh sowohl mit englischen, als auch mit französischen Bands beschallt. Verstanden hab ich beides nicht. Du musst wissen, dass die französische Sprache, die speziell im Metal-Bereich verwendet wird, sich deutlich von dem unterscheidet, wie wir im täglichen Leben miteinander reden. Man muss das, selbst als Franzose, nicht unbedingt verstehen oder nachvollziehen können, aber gerade im Metal klappt das bestens. Mir haben allerdings die englischsprachigen Bands immer besser gefallen. Deshalb hab ich mich auch entschieden, in Englisch zu singen. Und ob du es glaubst oder nicht, aber es ist auch einfacher, Songs in der Sprache zu schreiben.

Gerade heute, in Zeiten von Downloads, ist es immer wichtiger, Live-Shows zu spielen. Wie sieht es bei euch auf dem Live-Sektor aus?

Nicolas: Du hast es erfasst. Die Musik, die wir spielen, braucht das Live-Feeling. Es macht halt 'ne Menge Spass, on the road zu sein, Fans zu treffen, einfach eine gute Zeit zu haben. Bis jetzt waren wir hauptsächlich in Frankreich unterwegs. In Kürze geht's nach Belgien und im Sommer spielen wir auf einem Festival in Bulgarien, u. a. mit den GUANO APES. Schaut einfach mal auf unserer Homepage vorbei oder auf Facebook. Deutschland würde uns auch reizen. Wir haben gerade einen neuen Deal mit einer Booking Agentur unterschrieben. Einfach mal schauen, was sich so ergibt.

Habt ihr denn schon Shows in Deutschland oder anderen, nördlichen Ländern gespielt?

Antoine: Ja, ein paar einzelne Shows in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Und wie Nicolas gesagt hat, einfach mal abwarten, was 2017/18 noch so kommt.

Julian, dein Vater, Didier Izard, ist besonders für alle Fans des frühen französischen Metals so etwas wie eine echte Ikone. Die Art und Weise, wie er mit seiner Stimme die Mini-LP und das Debüt von H-BOMB veredelt hat, war einfach faszinierend. Hat er dir ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg gegeben?

Julian: Hm, man sagt ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm ... Er hat mir ein paar gute Tipps gegeben. Besonders, was meinen Stimmumfang angeht und wie ich meine Stimme am besten einsetze. Und ich kann dir sagen, es war eine echte Herausforderung. Wir haben fast ein Jahr lang, beinahe täglich, an meiner Stimme gearbeitet. Mittlerweile fühle ich mich ziemlich sicher, aber ich lerne wirklich immer noch ständig dazu. Er war und ist ein echtes Vorbild für mich und ich bin echt happy, jetzt auch als Sänger auf der Bühne zu stehen.

Ihr steht ja mit EXISTANCE fast noch am Anfang. Was machen Julian und die anderen Jungs also, um über die Runden zu kommen?

Julien: Wir haben alle noch stinknormale Jobs. Und die brauchen wir auch, um EXISTANCE am Laufen zu halten. Es kostet halt alles 'ne Menge Geld. Egal ob es Equipment ist, die Aufnahmen oder Merchandise. Das muss ja alles vorfinanziert werden. Die paar Kröten, die EXISTANCE im Moment mit der Musik einspielen, werden sofort wieder in die Band gesteckt. Auch wenn, oder gerade weil, die Musik unsere absolute Leidenschaft ist, ist ein Job unumgänglich. [b4mfrage] Kurzer Blick noch in die Zukunft. Was können wir von EXISTANCE noch erwarten?

Julian: Wir schreiben einfach weiterhin Songs, spielen Shows und leben den Traum. Ein dickes Danke an alle Metalheads da draußen, die soviel Zeit und Herzblut in die Musik stecken, neuen Bands eine Chance geben und sie supporten, die Musik oder Tickets zu den Shows kaufen. Genehmigt euch ein Bier und denkt dran: Heavy Metal will never die!

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