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Interview mit Mr. Lordi von Lordi

Ein Interview von Elvis vom 28.03.2013 (1988 mal gelesen)
Mr. Lordi nahm sich Zeit, um im Hard Rock Café in Köln ein bisschen was zum neuen Album "To Beast Or Not To Beast" zu erzählen. Lest selbst, was das sympathische Obermonster aus Finnland über Demokratie innerhalb der Band erzählt, was er von Amokläufern in Schulen hält, wieso Freaks absolut ok sind und warum er niemals ein Cover von Ken Kelly zeichnen lassen würde.

Hallo, schön, dass Du Dir die Zeit für ein Interview genommen hast. Wo ich so das neue Outfit sehe - ich sage bewusst Outfit, da Gene Simmons bei KISS auch immer davon spricht und nicht von Kostümen - ist das irgendwie von "Love Gun" inspiriert? Mit diesen silbernen Teilen am Cape und dem Lendenschurz?

Mr. Lordi: Von "Love Gun" inspiriert? Hm, nein, jetzt wo Du's erwähnst, es sieht ein bisschen aus wie die singende Puppe, die das "Love Gun" Kostüm, sorry, Outfit an hatte. Nein, ernsthaft, da habe ich wirklich nicht dran gedacht dabei. (lacht)

Ok, dann war das wohl nur Zufall.

Mr. Lordi: Richtig! (lacht)

Nun ja, Ihr habt auf jeden Fall ein richtig starkes neues Album rausgebracht, ich mag den aggressiveren und härteren Sound, den Ihr spielt, wirklich sehr gerne. Dazu hast Du ja schon in diversen Interviews was gesagt, von daher, was gefällt Dir ansonsten am besten am neuen Album?

Mr. Lordi: Allgemein oder speziell?

Allgemein und vielleicht auch mal auf die Songs bezogen.

Mr. Lordi: Mein Lieblingssong ist… hm, eigentlich sind es zwei oder sogar drei. Ich mag 'I'm The Best' sehr gern und ich mag 'I Luv Ugly' ebenso! Allgemein bin ich sehr zufrieden, dass es etwas Neues für die Band ist. Nicht zu viel, aber zumindest ein bisschen, denn es ist eine etwas andere Richtung. Ich bin zufrieden damit, dass wir das wirklich hinbekommen haben. Mir war zwar klar, dass wir das hinbekommen würden, aber nun muss ich sagen, dass es sogar etwas gibt, was ich bereue, auch wenn es tatsächlich gar nicht in meinem Kopf war. Wir sind eine demokratische Band, wenn wir die Songs auf dem Album auswählen, hat jeder eine Stimme und wir sprechen natürlich auch mit dem Produzenten und dem Label. Wenn ich mir nun die Reaktionen der Leute so anhöre, muss ich sagen, dass wir ein richtiges Metal-Album hätten aufnehmen können. Das hätte dann gar nicht wie LORDI geklungen, abgesehen von meinem Gesang vielleicht. Mit dem Material, was wir hatten, hätten wir ein Album machen können - wenn wir die entsprechenden Songs gewählt hätten - bei dem die Leute nur gedacht hätten, "Was??? Ist DAS LORDI? Oder nur eine andere Band, bei der Mr. Lordi mal als Gast singt?" So was in der Art! Das hätten wir tun können, und ich hätte das sogar irgendwie gerne getan, aber es gab natürlich den Druck, nicht zu viel zu ändern, um unsere Fans, die uns über fünf Alben die Treue gehalten haben, nicht zu sehr zu verschrecken. Daher haben wir das nicht getan, was ich auf eine gewisse Weise ein bisschen bereue, also, dass wir nicht mutig genug dafür waren. Vielleicht war ich auch nicht stark genug, um zu sagen, "Wir machen das jetzt auf diese Weise!". Ich finde jedoch, dass es eine ausgewogene Mischung ist, die wir auf dem Album haben, etliche melodische, klassische LORDI-Songs.

Wenn Du es mal mit den letzten beiden Alben vergleichst, ist es meiner Meinung nach die richtige Richtung. Wobei ich die wirklich gerne mochte!

Mr. Lordi: Das kommt darauf an, wen Du fragst. Es ist lustig, wir waren nämlich wirklich verdammt zufrieden mit "Babez For Breakfast", das ist an sich unsere liebste Musik. Letztlich haben wir mit diesem Album genau das hinbekommen, was wir mit all den vorangegangenen Alben versucht haben zu erreichen: ein nach den 80ern klingendes Hairmetal-Album! Genau das war es, was wir erreichen wollten. Es kommt wirklich darauf an, wen Du fragst, manche Diehard-Fans sind nicht wirklich glücklich mit dem neuen Album. Die sind traurig, dass wir das nicht fortführen, diese melodische, fast schon etwas poppige Schiene. Das ging aber auch schon in eine Richtung, die ich definitiv nicht mag. Du kannst einfach nicht alle glücklich machen, was natürlich traurig ist, aber wir machen die Musik nun mal auch nicht für die Fans, sondern eigentlich wirklich für uns selbst. Genau so, wie es nun klingt, haben wir uns eben dieses Mal gefühlt. Für ein paar der Diehard-Fans tut es mir schon leid, die, die enttäuscht waren, weil sie keinen Metal mögen, sondern eben vor allem 80er Melodie Pop Rock. Wo wir jetzt mit ein paar Songs so weit davon weg sind, sind sie eben enttäuscht.

Ich mag 80er Pop Metal auch sehr gerne, aber das hier ist auch einfach sehr gut.

Mr. Lordi: Klar, ich genauso!

Meiner Meinung nach passt dieser Sound einfach zu LORDI.

Mr. Lordi: Ganz richtig!

Wenn man sich mal so verschiedene Songs aus der Vergangenheit ansieht und Euren Look betrachtet, dann seht Ihr zwar "böse" aus, macht aber teils Songs, die ziemlich poppig sind. Das passt nur… bedingt.

Mr. Lordi: Richtig, das ist wie Gene Simmons im Video zu 'Shandi'! So sieht das aus!

Ganz richtig, Gene kam in den 80ern ohne das Make-up bei KISS einfach nicht mehr zurecht, wenn es darum ging, was er denn eigentlich tun sollte. Ich glaube, das hat er sogar selbst irgendwann mal gesagt. Am schlimmsten war immer noch, als er auf die Idee kam, bei "Crazy Nights" einen auf Schönling zu machen…

Mr. Lordi: Wenn Du Dir mal das 'Lick It Up' Video ansiehst, dann macht er da immer noch die selben Moves und Gesichtsausdrücke wie mit dem Make-up. Da hat er noch dieselben Routinen drauf. Aber ich denke, dieser Gene sah irgendwie noch cool aus. Danach gab es nämlich diesen "Asylum" Look und er fing an, seine Lippen zu spitzen wie Paul Stanley, das funktionierte irgendwie nicht so richtig… (lacht sehr)

Bei den "Crazy Nights" Phase war das noch schlimmer.

Mr. Lordi: Oh ja, dieser lächelnde Gene… (lacht) Mit diesen engen Hosen und Sneakern (lacht).

Das war alles, aber nicht Gene. Es war ja auch nicht seine Rolle als Transvestit bei "Runaway - Spinnen des Todes". Das war einfach nur abstoßend!

Mr. Lordi: (lacht) Oder auch nicht… (lacht)

Nun ja, zurück zum neuen Album - bei 'Horrifiction' geht es offenbar um diesen Versuch, eine Verbindung zwischen Amokläufen und Horrorfilmen, Spielen, etc. zu ziehen. Das ist gerade in Deutschland auch sehr verbreitet, irgendwas aus dem Bereich als Sündenbock zu suchen.

Mr. Lordi: Tja, das ist genau das, worum es in dem Song geht. Du bist der Erste, dem das mal auffällt - genau darum geht es nämlich in dem Song: Entertainment kann nicht für die Handlungen von ein paar Verrückten verantwortlich gemacht werden! Das ist einfach nur dumm! Wenn es eine Schießerei in einer Schule gibt, ist eine der ersten Sachen, die von den Medien gefragt werden: "Was waren seine Lieblingsbands?" Gott bewahre, dass eine Heavy Metal-Band dabei ist! Dann wird die Band gleich dafür verantwortlich gemacht. Oder man findet irgendwelche Videospiele, in denen Zombies dran glauben müssen - dann ist die Spieleindustrie dran. Wenn es das nicht ist, finden sich schon ein paar Filme, bevorzug Horror. Ich wüsste ja gerne mal bei den Schießereien in Schulen, wieviele der Jugendlichen oder jungen Erwachsenen z.B. jemals Fußball gespielt haben. Wenn sie das mal gespielt haben, dann muss das ja wohl verantwortlich dafür sein, dass die Leute töten! Oder eine andere Frage: wie viele von denen haben z.B. mal eine Karotte gegessen? Wenn sie das getan haben, dann wird da wohl ein Zusammenhang bestehen! Oder sonst irgendwas ähnliche Blödsinniges. Mal ernsthaft, man hört doch nie, dass ein Amokläufer in einer Schule ein riesiger MADONNA-Fan war, oder? Das hört man nie! Oder dass er verrückt war, weil er "My Little Pony" gesammelt hat oder so was. Das hört man niemals!

Es ist leicht, sich einen Sündenbock zu suchen, der irgendwie passen könnte, sei es nun das Aussehen oder sonst irgendwas - Hauptsache, die Masse weiß nicht viel davon und ist verängstigt.

Mr. Lordi: Wenn Du jemanden umbringen möchtest, tust Du es auch, egal, was Du Dir nun anhörst. Oder was für Spiele Du spielst oder welche Filme Du Dir anschaust.

Das ist doch das Gleiche mit all den Maßnahmen gegen den sog. "Terrorismus". Dabei geht es doch auch mehr darum, die Leute von allem anderen abzulenken und Kontrolle auszuüben.

Mr. Lordi: Ganz genau! Das ist einfach nur dämlich - da ist letztlich eine größere Verschwörung am Werk. Die Mächte, die da am Werk sind, genießen es, nach und nach mehr Macht von den Durchschnittsmenschen an sich zu reißen. Das ist Nationen-übergreifend, da gibt es keine wirklichen Grenzen mehr.

Das ist einfach nur wahr, leider. Ich finde es spannend, dass Du dieses Statement in dem Song machst. Es gibt schon viel zu viele Leute, die es sich da ganz schön einfach machen.

Mr. Lordi: Vielleicht bist Du auch wirklich der Einzige, der das tatsächlich kapiert. Also von daher, danke! (lacht) Viele scheint das gar nicht zu stören, um ehrlich zu sein. Entweder denken die sich, oh, was interessiert mich das, was LORDI sagen oder grade, "Oh cool, LORDI!" - dazwischen gibt es scheinbar nicht allzu viel.

Denkst Du, dass Deine Lyrics sich im Lauf der Zeit verändert haben, wenn Du es mal mit den Anfängen vergleichst?

Mr. Lordi: Nein, nicht wirklich. Vielleicht waren sie bei "Get Heavy" etwas kryptischer, sie waren nicht so direkt oder präzise. Ich versuche mittlerweile, etwas deutlichere Horrorgeschichten oder kleine Märchen zu schreiben. Manchmal schreibe ich dann auch etwas wirklich Schlichtes, vielleicht auch aus einem leichten Zorn heraus. So wie z.B. 'I'm The Best' oder "Fuck You, Assholes!" bei 'Sincerely With Love'. Das muss dann einfach mal raus! (lacht)

Bei "To Beast Or Not To Beast" fällt mir auch auf, dass es ziemlich häufig zeigt, es ist vollkommen in Ordnung, ein Freak zu sein.

Mr. Lordi: 'I'm The Best' z.B. ist letztlich eigentlich genau das, woran ich glaube - jedes einzelne Wort in diesem Song ist wahr. Genau so, wie ich 'I Luv Ugly' liebe, da geht es zunächst um Mäuse, Hamster, Kaninchen und solchen Mist. Ich habe mit meiner Frau gemeinsam zum Beispiel Schlangen. Wir lieben diese Schlangen, und sie fressen diese niedlichen kleinen Viecher. Wir finden aber nicht die niedlich, sondern grade die Schlangen. Das ist einfach etwas, was wir wirklich empfinden: andere mögen denken, dass es hässlich ist, aber für uns ist es schön. Wenn ich an 'I'm The Best' denke… für mich ist es unvorstellbar, dass es so viele Leute gibt, die nicht genug Selbstbewusstsein haben, um stolz auf sich selbst zu sein. Es gibt Unmengen Leute, die ihre Ansichten, Kleidung, Frisur, Musikgeschmack etc. ändern - wie kann man das nur ändern, damit andere Leute irgendwas denken? Es ist jedenfalls das, was ich bin: ich weiß, dass ich die beste Version meiner Selbst bin. Selbst Gene Simmons könnte kein so guter Mr. Lordi sein, wie ich es bin. Mit all meinen Fehlern bin ich perfekt. Ich hasse es einfach, dass so viele Leute da anders drauf sind. Gerade junge Menschen haben da oft große Probleme. Ich meine, JEDER ist doch perfekt so wie er oder sie ist! Weißt Du, was ich meine?

Ich weiß genau, was Du meinst.

Mr. Lordi: "Oh, ich bin doch gar nichts, ich weiß nichts, ich bin nichts wert…" (mit weinerlicher Stimme) Verdammt noch mal, dann erschießt Euch doch, wenn es so schrecklich ist! Werdet einfach wach und erkennt, dass niemand besser darin ist, ihr zu sein, als ihr selbst.

Ich habe schon immer Genes überzogenes Ego gemocht, weil er genau das rüberbringt.

Mr. Lordi: Ja, das bremst ihn ja nicht aus. Mich bringt das immer zum Lachen. Er weiß selbst, dass er sich mitunter zum Affen macht, weil er so ein überzeichnetes Ego hat, aber das ist Teil seines Charakters. Es gibt aber dennoch so viel, was man als Europäer von Amerikanern lernen kann. Man muss stolz darauf sein, wer man ist und das war ich schon immer. Ich meine, gerade in Finnland sind die Selbstmordraten richtig hoch - was zum Teufel passiert da? Wir haben alle dasselbe Schulsystem in Finnland, warum fühlen sich manche so mies und warum haben sie so wenig Selbstwertgefühl im Vergleich zu mir? Warum fühlen sie sich nicht so wertvoll, wie ich es tue? Ich kann das einfach nicht akzeptieren - wenn man nicht grade eine schreckliche Zeit in der Schule durchmacht oder wirklich furchtbare Erfahrungen gemacht hat, dann ist es ja ok. Aber nur dieses Gejammer - es ist Zeit, mal wach zu werden!

Mal was ganz anderes, da Ihr ja große KISS-Fans seid: habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, von Ken Kelly ein Cover zeichnen zu lassen?

Mr. Lordi: Als Bill Aucoin noch lebte, haben wir sogar mal darüber gesprochen. Er kannte Ken, und ich meinte, dass es vielleicht hammermäßig für meine eigene Wohnzimmerwand wäre, aber nicht für das Cover eines LORDI-Albums. Das wäre einfach zu viel. Man weiß einfach, was man bekommt, wenn man etwas von Ken Kelly haben möchte. Das würde uns am Ende mehr zu einer KISS-Coverband machen als alles andere, zumindest auf eine gewisse Weise. Ein guter Freund von mir lebt nicht allzu weit von Ken Kelly entfernt, da bekam ich einen "Destroyer" Druck geschenkt zu Weihnachten.

Das Originalcover oder das Cover, welches sie erst bei "Destroyer Ressurected" verwendet haben, das mit den "Alive!" Outfits?

Mr. Lordi: Das klassische Cover natürlich.

Cool! Ihr seid jetzt seit 20 Jahren im Geschäft…

Mr. Lordi: Genau genommen sogar seit 21 Jahren, wenn man mal vom ersten Demotape ausgeht.

Mit den Outfits habt Ihr etwa Mitte der 90er angefangen, richtig?

Mr. Lordi: Ja, ungefähr '94/'95.

Was macht Ihr nach den Konzerten? Versucht Ihr, irgendwie rauszugehen?

Mr. Lordi: Du meinst, nach einem Konzert?

Ja, richtig. Du bist ja verheiratet, wie es mit den anderen Bandmitgliedern aussieht, weiß ich nicht. Gibt's da so was wie… Groupies?

Mr. Lordi: Ja, die gibt es wirklich! Die hat jede Rockband letztlich. Das kommt auf den Abend, auf den Ort und den Tag der Woche an, ob es z.B. Freitag oder Samstag ist. JUSTIN BIEBER hat auch Groupies, jeder hat die in diesem Geschäft! Es gibt einfach Leute, die Sex mit einem haben wollen, das steht außer Frage. Oder sie wollen Zeit mit einem verbringen. Diehard-Fans, auch wenn sie Kerle sind, sind letztlich Groupies, denn sie möchten Zeit mit einem verbringen und wissen nahezu alles über die Band. Warum, das wissen sie vermutlich selbst nicht, aber mir geht es z.B. mit KISS auch nicht anders. Ich möchte einfach gerne neben Gene Simmons stehen und denken, "Ha, ich hänge mit Gene ab!". Egal, ob das dann so ist oder nicht, ich bin dann wie eine Neunjährige (kichert). das ist wohl Teil dessen, ein Fan zu sein. Nach einer Show bin ich jedenfalls der Letzte, der zu Bett geht. Bei einem normalen Tagesablauf gehe ich jedoch auch um vier, fünf oder sechs Uhr schlafen. Ich wache dann irgendwann am Nachmittag auf. Die anderen gehen vielleicht früher zu Bett als ich, aber die anderen sind dafür schräger drauf als ich. Amen zum Beispiel trinkt dann ganz gern mal einen und hat am nächsten Tag einen Kater. Das wird dann nicht unbedingt seine beste Show bei der Tour. Man weiß nie so recht, wo Amens Party sein wird. Ich bin gradezu langweilig nach einer Show, da ich üblicherweise noch viel Energie habe. Dabei hab ich aber zum Beispiel keine Lust anzufangen, zu trinken. Wenn ich trinke, dann mache ich es nämlich richtig. Ich wäre dann vermutlich immer noch ziemlich betrunken, wenn ich am nächsten Tag anfangen muss, das Make-up aufzutragen. Das liegt daran, dass es eben so spät am Abend ist, wenn die Show vorbei ist. Damit muss ich spätestens um sechs Uhr Abends anfangen, also kann man sich ausrechnen, wie lange ich dann nach der Show wirklich Zeit hätte. Und wenn ich mal trinke, dann trinke ich bis zum bitteren Ende.

Das kenne ich...

Mr. Lordi: Ja, deswegen mache ich meist andere Sachen. Ich rede mit Fans zum Beispiel.

Sprichst Du tatsächlich nach der Show mit Fans?

Mr. Lordi: Ja, natürlich. Ich möchte schon gerne die Fans sehen, da habe ich auch noch nie abgelehnt, glaube ich. Es gibt da so Leute, die ich eigentlich immer treffe, und ich weiß ja ganz genau, wie das ist. Wenn es jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, mich zu treffen, bin ich mehr als froh, das zu tun. Zumindest für eine kurze Weile. Klar, es kommt schon drauf an, ich möchte ja z.B. gern duschen und nicht mehr Zeit in dem Outfit verbringen, als es wirklich sein muss. Grade nach einer Show, wenn es nun mal ziemlich feucht und schwitzig ist. Wenn wir nicht grade direkt nach einer Show los müssen, bleiben wir meist über Nacht. Da genieße ich schon die Zeit ohne Kostüm, ich meine, Outfit (lacht)! Ich sehe mir dann z.B. ganz gerne DVDs an.

Was für DVDs denn zum Beispiel? Eher Horror oder auch andere Sachen?

Mr. Lordi: Üblicherweise können das durchaus auch Horrorfilme sein, wenn es gute gibt. Ich schaue gerne alle möglichen Arten von Filmen, Komödien, sogar Romantische Komödien mitunter. Was ich nicht mag, sind Filme, die mit Sport zu tun haben, weil das ein Konzept ist, welches ich nicht verstehe. Fernsehserien sehe ich mir auch oft an, insbesondere Sitcoms. "Big Bang Theory" z.B., "Frasier", "Family Guy", solche Sachen eben.

Wo Du ja ersichtlich - denken wir mal an das Video zu "Blood Red Sandman" - Fan bist, interessiert Du Dich für das Remake von "The Evil Dead"?

Mr. Lordi: Oh ja, ich habe den Trailer gesehen. Der Kerl, der mir den Link in USA gezeigt hat irgendwann im Oktober, war ein richtiger Hardcore-Fan. Das ist der, der sich auch um die LORDI-Figuren kümmert, die dieses Jahr erscheinen werden. Er war relativ enttäuscht. Ich fragte ihn, wenn er ein Remake machen würde, was ist daran verkehrt? Was hätte er denn selbst anders gemacht, wenn man mal vom Trailer ausgeht? Er konnte mir die Frage nicht beantworten. Ich meine, sie können ja nun mal nicht mehr Bruce Campbell wieder benutzen. Es sind nun mal 25 Jahre vergangen. Nimm zum Beispiel mal das "A Nightmare On Elm Street" Remake. Ok, Robert Englund ist nicht Freddy darin. Aber ansonsten gibt es nichts, was ich selbst daran anders gemacht hätte. Sofern es was gab, kann ich es jedenfalls nicht genau festmachen. Der neue Freddy sieht cool aus, er war böse, und die neuen Elemente in der Story waren gut.

Ich fand es auch wirklich gut. Zwar nicht ganz so gut wie das Original, aber ziemlich gut.

Mr. Lordi: Ganz so gut wie andere Remakes war es nicht, "Texas Chainsaw Massacre" zum Beispiel. Das war sehr gut oder auch "The Hills Have Eyes". "Dawn Of The Dead" war auch ausgezeichnet. "A Nightmare On Elm Street" war dabei keines der besten Remakes, aber alles andere als schlecht. Letztlich haben sie das ja angefangen, weil sie keine weiteren regulären Teile mehr machen konnten. Auf die Weise war es natürlich enttäuschend. Es ist jedoch auch derart schwer, da Freddy Krueger nun mal eine Pop-Ikone ist. Das ist einfach mehr als nur ein Charakter in einem Film.

Hat Dir - der Darsteller ist ja nun mal auch dort vertreten - "Watchmen" gefallen?

Mr. Lordi: Ja, ich liebe den. Der ist super.

Ich liebe ihn auch, es ist ein fantastischer Film. Du machst ja sogar selbst eine Convention mit diesen Monat mit den "Movie Days" in Dortmund.

Mr. Lordi: Ja, richtig.

Wie kamst Du dazu?

Mr. Lordi: Letztlich war das wegen Bruce Kulick (lacht). Wir sind Freunde, und als ein Freund mir mitteilte, dass Bruce deswegen nach Europa kommt, dachte ich mir, "Hmm…" Als ich dann herausfand, dass Robert Englund zum Beispiel auch da ist - den ich nie getroffen habe, obwohl ich ein Riesenfan bin -; für mich ist das der Gene Simmons des Horror! Nun ja, ein paar Telefonate später war ich plötzlich auch dort. Ich möchte an sich gerne Robert Englund treffen und meinen Freund Bruce. Ich gehe da also quasi als Fan hin und werde wie ein kleines Mädchen lachen, wenn ich Robert Englund treffe (lacht). Klar, Autogramme gebe ich da auch, aber ansonsten freue ich mich einfach, wenn ich Bruce treffe und mit ihm reden kann.

Eben hast Du noch in einem Interview Dich über das Gewicht des Outfits geäußert - rund 20-25kg. Hast Du davon mehrere Exemplare mit Dir auf Tour?

Mr. Lordi: Nein, nur eines. Bei der "Deadache"-Tour habe ich mehrere dabei gehabt, das war aber eine Verschwendung von Zeit, Geld und Ressourcen. Es macht einfach keinen Sinn. Sinnvoll ist es nur, ein weiteres Exemplar zuhause zu haben, falls diesem was zustößt. Allerdings kann ich - die Form habe ich ja - relativ schnell neue Kostüme anfertigen, sagen wir mal innerhalb einer Woche, wenn es denn wirklich sein müsste. Versucht haben wir es, aber es ist nicht sinnvoll. Es benötigt den doppelten Platz, stinken tun sie sowieso und verdient hat man nichts dabei. Ich denke, ein paar tausend Euro sind es schon. Vielleicht auch etwas mehr, das kommt auf das Kostüm an. Die Arbeitsstunden darf man an sich nicht zählen. Das haben wir mal gemacht, aber ich weiß es schon nicht mehr genau. Ein paar tausend Euro ist schon realistisch. Ich muss ja zum Beispiel auch die Schuhe von einem Schuhmacher ordern, die kann ich nicht selbst anfertigen.

Wie schwer sind die denn so?

Mr. Lordi: Vier Kilo pro Stück. Die sind tatsächlich sogar ziemlich leicht. Heb mal hoch!

Das hätte ich mir wirklich schwerer vorgestellt.

Mr. Lordi: Na ja, bequem ist schon was anderes (lacht).

Paul Stanley hat sein neues Hüftgelenk ja auch nicht bekommen, weil die Plateaustiefel so bequem waren.

Mr. Lordi: Klar, die hier sind ja sogar ungefähr doppelt so hoch wie bei KISS…

Ok, wir müssen uns langsam trennen - hast Du noch ein paar Worte für unsere Leser?

Mr. Lordi: Ein paar Worte… was könnte die sein? Auto… Tisch… Sonnenschein… Mannequin… und Jacke! Das sind ein paar Worte für Eure Leser! (lacht)

Gute Worte, schön kryptisch!

Mr. Lordi: Das gefällt mir, ein schönes Wort! Das war lustig, also lasse ich es dabei (lacht)!

Vielen Dank nochmals für das Interview, wir sehen uns bei der Convention und Tour natürlich!

Mr. Lordi: Exzellent, ich danke Dir!

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