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Lords Of Black - Icon Of The New Days

Review von Stormrider vom 29.05.2018 (2026 mal gelesen)
Lords Of Black - Icon Of The New Days Machen wir uns nichts vor, die Sänger, die von Ronnie James Dio beeinflusst wurden, sind Legion. Aber nur alle paar Jubeljahre kommt jemand wirklich an die außergewöhnliche Klasse von ihm heran. Der chilenische LORDS OF BLACK-Sänger Ronnie Romero gehört zu diesen seltenen Ausnahmeerscheinungen und hat in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Vollkommen zu Recht wurde er von Ritchie Blackmore für die RAINBOW-Revival-Shows verpflichtet, was per se ja schon einem Ritterschlag gleichkommt.

Dass er mit seiner spanischen Hauptband weiter an der gemeinsamen Karriere arbeitet und nicht der Versuchung erlegen ist nun einen auf Rockstar zu machen, zeigt, dass er weiterhin mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Und wer ihn auf der letzten Tour persönlich getroffen hat, der lernte einen Musiker kennen, der sich für jeden einzelnen Fan Zeit genommen hat und zu keinem Zeitpunkt abgehoben wirkte, sondern dankbar für das, was er gerade erlebt. Aber am Ende ist es eben doch so, dass eine außergewöhnlich gute Stimme noch lange kein außergewöhnlich gutes Album macht. Die Kunst für die LORDS OF BLACK ist es daher, nun Songs zu schreiben, die für sich alleine schon Knaller sind und mit jedem anderen versierten Sänger auch funktionieren, dann aber durch diese Stimme das gewisse Extra bekommen, um auf ein noch höheres Level gehoben zu werden. Und dass alles eben am besten, ohne dass der Fokus nur auf der Stimme liegt und die Band auch als Kollektiv wahrgenommen wird.

Der Einstieg mit 'World Gone Mad' gelingt dann auch genauso. Starker Song und dazu Ronnie-Vocals. Brett!!! "Wenn das durchgängig das Niveau von "Icons Of The New Days" ist, dann wird das ein Klassiker". Das waren meine ersten Gedanken. Und überhaupt wird jedem traditionsbewusstem Headbanger beim ersten Durchlauf des Albums, was immerhin auf eine stattliche Länge von fast 75 Minuten kommt, ein amtliches Grinsen ins Gesicht gemeißelt. 'Not In A Place Like This', 'When A Hero Takes A Fall' und 'Wait No Prayers For The Dying' hämmern sich neben dem Opener direkt in den Nacken und wissen mit gutklassigen Refrains und eingängigen Melodien sofort zu gefallen. Die hervorgerufene Begeisterung sorgt dann dafür, dass man direkt wieder Play drückt. Beim zweiten Spin jedoch stellt man schon fest, dass eine gewisse Gleichförmigkeit in den Songs vorherrscht und vor allem, dass viele Songs nicht auf den Punkt kommen. Je öfter man "Icons Of The New Days" hört, umso mehr fällt auf, dass die Songs häufig kürzer hätten sein können. So wird vielen Songs eine Länge aufgebrummt, über deren Distanz sie einfach nicht spannend bleiben oder künstlich aufgebläht wirken. Und dann gibt es auch noch Luft nach oben im Bereich der ... nennen wir sie: Hits oder Larger-Than-Life-Refrains. Ein 'Holy Diver', 'Rainbow In The Dark', 'Rock N' Roll Children' etc. ist auf "Icons Of The New Days" nicht in Sicht. Natürlich ist das Jammern auf sehr hohem Niveau, denn sowohl die handwerklich-technische Umsetzung, als auch der Sound des Albums sind absolut State of the Art. Hier hat Roland Grapow (u. a. Ex-HELLOWEEN und MASTERPLAN) saubere Arbeit geleistet. Vermutlich würden 98% der Power Metal-Bands ihren Drummer oder Bassisten oder sogar beide verkaufen, wenn sie dafür dieses Niveau erreichen könnten.

Am Ende und nach jeder Menge Durchläufen werde ich trotzdem das Gefühl nicht los, dass man etwas Potenzial verschenkt hat. Das mag zu einem gewissen Teil bestimmt an der Erwartungshaltung liegen, wenn man einen Gesangsakrobaten wie Ronnie Romero zu bieten hat, aber objektiv auch daran, dass die Songs noch nicht auf das reduziert sind, was sie brauchen und alles in allem zu aufgebläht und lang sind. Diesem (kleinen) Makel zum Trotz ist "Icons Of The New Days" ein starkes, überdurchschnittliches Album, welches keinen Power Metal und auch keinen DIO-Fan enttäuschen wird. Nicht auszudenken, wo es noch hingehen kann, wenn LORDS OF BLACK zukünftig auch noch echte Hymnen schreiben und knackig auf den Punkt komponieren. Wenn die Band sich zukünftig nicht selbst im Wege steht, dann gibt es derzeit nur wenige Wettbewerber, die sich so zielsicher auf den Power Metal-Thron zubewegen.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. World Gone Mad
02. Icons Of The New Days
03. Not In A Place Like This
04. When A Hero Takes A Fall
05. Forevermore
06. The Way I'll Remember
07. Fallin'
08. King's Reborn
09. Long Way To Go
10. The Edge Of Darkness
11. Wait No Prayers For The Dying
12. All I Have Left
Band Website: www.lordsofblack.com
Medium: CD
Spieldauer: 74:41 Minuten
VÖ: 11.05.2018

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