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Crom - When Northmen Die

Review von T.Roxx vom 26.12.2017 (1970 mal gelesen)
Crom - When Northmen Die Es gibt ja so Alben, die brauchen einfach mehrere Durchläufe - so erging es mir beispielsweise bei dem aktuellen dritten Longplayer "When Northmen Die" von CROM. Hat sich schon jemand gefragt, wie eine Mischung aus BATHORY (die Alben der Wikinger-Ära) und Power Metal klingen mag? Nicht? Gut, ich auch nicht. Dennoch gibt "When Northmen Die" eine Antwort auf die (aus Sicht eines BATHORY-Maniacs) durchaus blasphemische Frage. Mastermind Walter "Crom" Grosse hat hier im Alleingang ein beachtliches musikalisches Werk zusammengeklöppelt, was auf den ersten Durchlauf nicht leicht verdaulich ist. Wenn man jedoch einmal mühevoll die Schubladen in seinem Kopf ausgeräumt hat, dann läuft die Scheibe streckenweise sehr gut rein. Die Scheibe ist extrem fett und glatt produziert. Für meinen Geschmack über weite Strecken zu glatt, da für mich zu einer Viking Metal-Scheibe eine typische, etwas ruppige Produktion gehört. Kommen wir aber zur Musik: Der Opener 'Behold The Lights' erinnert vom Drumming her an Songs von BATHORYs Epos "Blood On Ice" - von den verwendeten Harmonien her könnte der Song jedoch Teil der HAMMERFALL-Diskographie sein. Die Wikinger-Chöre klingen etwas blutleer, aber sei's drum. Alles in allem ein fulminanter Einstieg in das Album.

Das folgende 'All Alone' lässt schon durch sein Intro Erinnerungen an 'Twilight Of The Gods' (BATHORY) aufkommen. Die zugegebenermaßen sehr variable Gesangsstimme ist für den geneigten Viking Metal-Anhänger etwas gewöhnungsbedürftig, da sie eine gewisse Rohheit vermissen lässt. Allerdings ist die Gesangsleistung schon top. Das folgende 'Shields Of Gold' ist mein absolutes Highlight, denn diesen Song kann man einfach nicht perfekter hinbekommen. Melodieführung und Riffs erinnern an die großartigen MITHOTYN, der Song hat ordentlich Wumms und bietet auch stimmlich die Rohheit, die einen gedanklich zu Axt und Schild greifen lässt. Ein absoluter Banger mit Ohrwurmcharakter, bei dem auch die Chöre passend in Szene gesetzt wurden. Als im letzten Drittel die Worte "Shields Of Gold" mehrfach regelrecht gekeift werden, wünsche ich mir, dass der gute Walter öfters so singt. Denn diesen Gesang assoziiere ich unweigerlich mit Viking Metal. Stimmige Twin Leads führen den Über-Song ins Finale. Leider wird die Energie nicht in den nächsten Song mitgenommen. 'Dear Father' ist eine akustische Ballade, die mir persönlich ein wenig zu kitschig durch die Boxen trällert. 'Betrayal' geht dafür mit wesentlich mehr Druck nach vorn. Hier kann, darf und sollte wieder gebangt werden. 'I'm With You' ist wieder sehr balladesk und erinnert mich an diverse Pop-Nummern aus den 80ern. Aber zum Glück ist der Kitschfaktor hier aushaltbar. 'God's Of Glory' ist ebenfalls was, um mit der Frau zu kuscheln ... mittlerweils habe ich Axt und Schild wieder weggeräumt. 'One Step To The Lake Below' geht mitangenehmer Härte wieder gut rein - aufatmen meinerseits dank eines Riffings, das schwer an die "Hammerheart"-Ära von BATHORY erinnert. 'Sentenced To Death' ist ein erfrischender Banger, der von den Harmonien her eine leichte Schlagseite zu SENTENCED aufweist. Sehr guter Song, der die stimmlichen Facetten von Walter ganz gut komplett vereint. 'Rain' ist leider wieder eine Ballade mit 80er-Pop-Flair ... 'When Northmen Die' ist der epische Titeltrack des Albums, der alle Zutaten enthält, die das Album bisher aufzubieten hatte. Mit 'Farewell Song' muss ich eine weitere Mini-Ballade über mich ergehen lassen, bevor mit dem Bonussong 'The Millenium King' eine gewagte, aber unter dem Strich interessante und gelungene Coverversion des gleichnamigen Songs von OLD MAN'S CHILD über mich hereinbricht. Der Unterschied zum Original liegt bei der vorliegenden Version nur auf der Gesangsstimme (die ich beim Original passender finde).

Fazit: "When Northmen Die" bewegt sich musikalisch auf hohem Niveau und versteht es, die typischen Trademarks von Viking Metal und Power Metal miteinander zu vereinen. Für meinen persönlichen Geschmack ist der Anteil von ruhigen Songs etwas zu hoch, aber das soll niemanden davon abhalten, sich selbst ein Bild zu machen. Leute, die mit den hier verheirateten Musikstilen etwas anfangen können, sollten diesem Album eine Chance geben. Hörempfehlung ist ohne Wenn und Aber erteilt!


Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Behold The Lights
02. All Alone
03. Sheilds Of Gold
04. Dear Father
05. Betrayal
06. I'm With You
07. Gods Of Glory
08. One Step To The Lake Below
09. Sentenced To Death
10. Rain
11. When Northmen Die
12. Farewell Song
13. The Millenium King
Band Website: www.myspace.com/cromsrevenge
Medium: CD
Spieldauer: 1:08:39 Minuten
VÖ: 01.12.2017

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