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Betontod - Revolution

Review von Stormrider vom 12.01.2017 (2358 mal gelesen)
Betontod - Revolution BETONTOD starten nach mehr als 25 Bandjahren nochmal eine "Revolution", oder benennen zumindest ihren achten Longplayer so. Denn so richtig revolutionär ist das Album inhaltlich und musikalisch nicht, sondern eher eine Erinnerung wie gerne man früher mal ein Revoluzzer war, der so richtig schön anti gegen das Establishment gewesen ist. Hier werden noch Laternen ausgetreten, und die Blaulichter sind schuld daran, dass man seinen Traum von Freiheit mit ganz harten Bandagen kämpfen musste. In Deutschland nach 1990?? Egal, Freiheit ist ein immer wiederkehrendes Thema im BETONTOD-Kosmos, und die politischen Statements werden, sieht man von der Flüchtlingspolitik in 'Welt In Flammen' mal ab, zu der man allerdings auch vergleichsweise seicht Stellung bezieht, eher sentimental rückblickend als zeitgeistlich relevant behandelt. Eine echte "Revolution" startet man aber eben nicht, wenn man zurückschaut wie früher mal alles war, sondern dann, wenn man nach vorne schaut und etwas verändern will.

Ansonsten gibt es die im Deutschrock üblichen Themen wie niemals endende Freundschaft, z. B. in 'Herz An Herz' und 'Freunde', die Erinnerung an die Zeiten, in denen alles besser war ('Ich Nehme Dich Mit'), die eigene Rebellion gegen all die Angepassten da draußen, Alkohol und natürlich die Liebe. Das ist auch insoweit nicht schlimm, denn man bewegt sich musikalisch in einer Mixtur aus Deutschrock, Metal und Punk und das sind die passenden Themen dafür. Und da insbesondere der Anteil an massenkompatiblen Deutschrock auf "Revolution" ziemlich hoch ausgefallen ist, spricht auch nichts dagegen, diese Themen für die nicht gerade kleine Fanschar des Genres zu bedienen. Ach ja, und natürlich gibt es jede Menge mitsingkompatible Ohohohos und Nanananas. Muss ja alles auch irgendwie eingängig sein.

Dass man auf dem achten Album und insbesondere nach dem Charterfolg des letzten Albums ("Traum Von Freiheit") seinen Stil gefunden hat, seine Instrumente in seinem Genrespektrum beherrscht und nicht mehr ganz so ungestüm nach vorne prescht wie zu Karrierebeginn, das ist legitim. Und so sind BETONTOD heute genauso viel Punk wie es DIE TOTEN HOSEN sind. Allerdings haben die Rheinberger einen ganzen Schuss mehr Metal in ihren Sound integriert, und die Gitarren drücken ziemlich ordentlich. Überhaupt gibt es am Sound nichts auszusetzen, das von Vincent Sorg (u. a. IN EXTREMO, DIE TOTEN HOSEN) produzierte Album ist soundtechnisch absolut State Of The Art. Was aber leider fehlt, das sind Songs die sich auf Dauer mit dem eigenen Werk messen können. Selbst wenn man den direkten Vorgänger nimmt, trat dieser musikalisch und inhaltlich mehr Arsch, als die "Revolution". Die meisten der elf Songs sind alle soweit ganz nett, die Sänger Oliver Meister an seine absoluten stimmlichen Grenzen bringende und fürchterlich schmalzige Ballade 'Verdammt Schwer' vergessen wir einfach, aber so richtig mitreißend ist das alles nicht. Es braucht mehr Songs mit Hooks wie 'Küss Mich' oder das coole, wirklich arschtretende 'Bambule & Randale', mit einem Gastauftritt von Gunnar (DRITTE WAHL), um eine "Revolution" zu starten.

Wie steht es im Promozettel: "Revolution" ist das reifste Album der Band. Das kann man zwar so unterschreiben, aber mit dieser Reife ist leider auch der berühmte Funke, der das Feuer entzündet etwas erloschen. Da hilft auch das Streichholz auf dem Cover nix. Schlecht ist "Revolution" nicht, aber am Ende auch nicht wirklich essentiell oder gar revolutionär. Wer eingängigen, politisch korrekten Deutschrock mit einem guten Schuss "Früher War Alles Besser-Pathos" mag, der ist hier richtig. Ich hatte mir nach dem starken Vorgänger etwas mehr von dem Album erhofft. Oder anders gesagt, mir wären weniger Reife und mehr Revolution lieber gewesen.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Intro
02. Revolution
03. Küss Mich
04. Welt in Flammen
05. Ich Nehme Dich Mit
06. Herz An Herz
07. Verdammt Schwer
08. Freiheit Oder Tod
09. Bambule& Randale
10. Freunde
11. Es Lebe Die Freiheit
12. Mann Über Bord
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 40:03 Minuten
VÖ: 13.01.2017

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