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Dark Sarah - Behind The Black Veil

Review von Rocko Flanell vom 02.06.2015 (2264 mal gelesen)
Dark Sarah - Behind The Black Veil Am 08.05.2015 erschien "Behind The Black Veil" von DARK SARAH, dem neuen Projekt der ehemaligen AMBERIAN DAWN Sängerin Heidi Parviainen. Die Sopranistin trennte sich Ende 2012 von der Band um ihrer Solokarriere nachzugehen. Das via Crowdfunding von Fans finanzierte Konzeptalbum teilt sich in insgesamt vier Abschnitte auf: Es gibt die Episoden I bis III, die eigentliche Geschichte des Albums, sowie drei Bonussongs. Die Episoden I und II wurden bereits 2014 auf der EP "Violent Roses" veröffentlicht, diese enthielt somit bereits 8 der 14 Songs des Albums.

"Behind the Black Veil" erzählt uns die Geschichte der namensgebenden Sarah, einer sympathischen jungen Frau, die sich ihrer bisher größten persönlichen Krise gegenüber sieht, als ihr Mann sie allein am Altar stehen lässt, um mit einer anderen Frau durchzubrennen. Sarah glaubt, dass ihr dieses Schicksal das Leben kosten wird. Sie starrt zuhause nur noch aus dem Fenster, bis sie eines Tages zusammenbricht. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie umgeben von Stille und Dunkelheit. Der verschmierte Mascara wurde zu einem Auge des Horus. Mit glasigen Augen beginnt Sarah einen Brief zu schreiben, den am Ende DARK SARAH unterschreibt.

Nachdem ich den Einstieg in die Geschichte gelesen hatte, wollte ich - das muss ich zugeben - lieber mit einem anderen Album mein erstes Review hier verfassen. Die Geschichte bleibt, um es vorweg zu nehmen, behaftet voller Klischees und hätte genauso aus der Feder einer 13-Jährigen stammen können, die das mit Bella und Edward noch nicht verkraftet hat. Musikalisch wird hingegen solide Kost abgeliefert, die durchaus zu gefallen weiß, sofern man nichts gegen den Sopran von Heidi einzuwenden hat. Wir befinden uns in den Weiten des Symphonic Metal: Powerchordriffs, Drums und jede Menge Keyboard- und Orchesterparts. Dazu kommt im Falle von DARK SARAH noch der Operngesang, der bis in die höchsten Lagen reicht, aber kein Muss ist für Symphonic Metal. NIGHTWISH, XANDRIA und WITHIN TEMPTATION sind sicherlich die bekanntesten Vertreter, mit denen sich DARK SARAH messen müssen. Kommen wir zurück zum Album "Behind the Black Veil" und seinen Episoden:

Episode I lässt uns erfahren, was in Sarahs Kopf vorgeht. Rachegedanken keimen auf, Schuld daran trägt ihre dunkle Seite. Sarah ringt mit sich selbst und ihrem Gewissen. Entsprechend abwechlungsreich geht es musikalisch zu. 'Save Me' ist der orchestrale Einstieg ins Album. Aggressive Gitarren lassen uns in 'Poison Apple' die Lust auf Rache spüren. 'Hide and Seek' erinnert mich, auf Grund der Instrumentierung, sehr an die Soundtracks aus "Herr Der Ringe" oder "Der Hobbit". Selbst als es dann etwas lauter wird im Verlauf des Songs und die Flöten und das Piano Pauken, Streichern und einem Chor weichen müssen, klingt es nach Mordor. Der Höhepunkt der 1. Episode ist dann 'Memories Fall', ein Duett zwischen Heidi und Manuela Kraller, ehemalige Sängerin bei XANDRIA.

In Episode II nimmt der Gitarrenanteil deutlich zu, und hier finden sich meine beiden Favoriten auf der Platte. 'Violent Roses' liefert mir genau das, worauf ich bei dieser Art warte: Musical Elemente. Wenn ich mir vorkomme, als würde ich einen düsteren Disney-Film gucken, haben die Musiker meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Und genau das ist der Fall bei 'Violent Roses'. 'Hunting the Dreamer' hingegen ist der aggressivste und zugleich eingängigste Song der Scheibe. 'Evil Roots' punktet bei Freunden von Neo-Classic-Malmsteen-Tapping Licks. Ansonsten ist das Duett zwischen Heidi und Inga Scharf von VAN CANTO irgendwie an mir vorbeigegangen. Warum gibt es hier kein ausuferndes Gitarrensolo? 'Fortress', der letzte Song der 2. Episode, beginnt mit düsteren Streichern und steigert Tempo und Intensität im Verlauf. In diesem Song geht es um den Konflikt zwischen der alten und der dunkle Sarah. Der innere Kampf kommt hier auch musikalisch zur Geltung.

Episode III beginnt mit 'Silver Tree', dessen Kombination aus Gitarren und ähnlich klingender Synths ganz schön anschiebt. Es ist der schnellste Song der Platte, der leider durch ein überladenes Arrangment und verwirrende Rhythmik Chaos verursacht. Ich hab das Gefühl da stimmt was mit dem Timing nicht. Achja... und der Baum ist BÖSE (hab ich erwähnt, das ich von der Story des Konzeptalbums nicht allzuviel halte?). Track Nummer 10, 'Sun, Moon And Stars', lässt mich dann an schwarze Gestalten denken, die sich im Rhythmus der Gesangsmelodie im Schwarzlicht hin und her bewegen. Ich kann schon das Patchouli riechen. Und auch mit dem letzten Track werde ich nicht warm. 'Light In You' ist das abschließende Duett der Geschichte. Hier kommt auch Musical-Stimmung auf, aber leider eher diese schmalzigen Titelsongs. SONATA ARCTICAs Tony Kakko singt den Mond.

Am Ende gibt es mit 'Sarah's Theme' eine kleine Klavier-Nummer, die völlig unnötig ist, in meinen Augen. Die orchestrale Version von 'Memories Fall' kommt ohne Gitarren aus, dafür gibt es mehr Synths. Und der letzte Track, 'A Grim Christmas Story'
beschert uns bitteren Humor und weihnachtliche Klänge. Im Mai. Als Bonus.

Fazit: Stellenweise weiß das modern produzierte Debut von DARK SARAH durchaus zu gefallen. In den Momenten, in denen man sich darauf konzentriert hat mit der Musik düstere, bedrückende Gefühle zu transportieren kann es überzeugen. An manchen Stellen sind mir die Stimmen zu dominant. Gesang und Musik bilden keine Einheit. Das klappt bei anderen Bands besser. Dem einen oder anderen mögen es dann vielleicht ein paar Synths und Effekte zu viel sein. Aber da kann man mit leben. Leider kann ich jedoch mit der Geschichte des Albums überhaupt nicht leben. Sie ist es, die mir das gesamte Album madig macht. Manchmal sollte man doch nicht zu genau wissen, worum es in einem Album gehen soll. Fans von Bands wie NIGHTWISH oder XANDRIA sollten trotzdem auf jeden Fall einmal reinhören. Wer sich in Stimmungen fallen lassen kann, darf es auch mal versuchen. Wer mit Sopranisten und Keyboards nichts anfangen kann, hat hier sicherlich nichtmal zu lesen angefangen.

Und zu guter Letzt: Ich finds erstaunlich wie gut Orchester aus der Dose mittleweile klingen können. Es wird kein Orchester in den Credits erwähnt, weswegen ich davon ausgehe, dass alles aus dem Computer kommt. Stören tut es mich jedenfalls nicht.

Gruß ROCKO FLANELL

P.S.: es gibt 4 Musikvideos zu dem Album: 'Save Me', 'Hunting The Dreamer', 'Memories Fall' und 'Light in You'.



Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Save Me
02. Poison Apple
03. Hide and Seek
04. Memories Fall (feat. Manuela Kralla)
05. Evil Roots (feat, Inga Scharf)
06. Violent Roses
07. Hunting The Dreamer
08. Fortress
09. Silver Tree
10. Sun, Moon And Stars
11. Light In You (feat. Tony Kakko)
12. Sarah's Theme
13. Memories Fall (Orchestral Version)
14. A Grim Christmas Story
Band Website: www.darksarah.com/
Medium: CD
Spieldauer: 62:30 Minuten
VÖ: 08.05.2015

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