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Bonfire - Glörious

Review von Stormrider vom 01.05.2015 (2745 mal gelesen)
Bonfire - Glörious Nachdem Gründungsmitglied Claus Lessmann BONFIRE im Vorfeld der aktuellen Veröffentlichung verlassen hat, durfte man gespannt sein, wie die neue Scheibe der Ingolstädter klingt. Da mit David Reece nun der gleiche Sänger das Mikrofon schwingt wie bei Hans Zillers (git) zweiter Band EZ LIVIN, sind die Überschneidungspunkte erwartungsgemäß relativ groß. Wie also tönen BONFIRE 2015?

Für mich tönen sie leider etwas zu soft. Nicht, dass ich etwas gegen eine gute Ballade habe, am besten noch von einer Hard Rock Band, aber die Anzahl der balladesk angehauchten oder ganz als Ballade aufgesetzten Stücke auf "Glörious" (Was wohl dieses ominöse Ö bedeuten soll? Wirkt irgendwie ziemlich gewollt) ist doch ziemlich groß. Aber zunächst einmal wird mit dem Opener '21 Guns Salute (Goes Boom)' gezeigt, dass man auch mit Mr. Reece am Mikro rocken kann. Ein guter Opener, der durch sein Riffing und die prägnante Stimme zu gefallen weiß. Auch 'Nothin' At All' gehört definitiv noch in die Kategorie Hard Rock, und 'Can't Break Away' ist sogar ein erstes Highlight, das Dank seinem Groove direkt in die Beine fährt. Den Balladenreigen eröffnet dann 'Remember' mit einem sparsam instrumentierten Intro, bevor 'Fallin' Outta Love' ebenfalls auf große Gefühle setzen möchte, aber das ganz große Gefühl final dann doch vermissen lässt. Der Titeltrack ist irgendwie Schlager, nur mit etwas wuchtigeren Gitarren, bevor sich das anschließende 'Supernatural Disguise' als das Highlight des Drehers entpuppt. Knackiges Riffing und die Stimme von Reece ergänzen sich hervorragend und münden in einem Refrain, der zwar auch nicht ganz ohne Zuckerguss auskommt, aber doch noch schön nach vorne geht. Entfernt fühle ich mich in der Phrasierung an EDGUY erinnert, die es ja auch immer wieder schaffen das kitschige Element so in ihre Songs zu packen, dass es gerade noch so die Kurve bekommt und nicht direkt neben Helene laufen kann. 'Shooting Star' (keine Coverversion von BAD COMPANY) fehlt zu Beginn wieder etwas Punch, nimmt aber zum Glück hin zur Mitte nochmal etwas Fahrt auf, während 'Lies' eine durchweg durchschnittliche Nummer ist, die mir auch nach mehrmaligem Hören nicht in den Hörgängen hängenbleiben wollte. Zum Abschluss des regulären Albumteils gibt es dann zum Glück nochmal etwas Kraftfutter in Form von 'Put Out The Flames' und der Bikerhymne 'Free Wind Desperado'.

Zusätzlich zu den elf Tracks gibt es noch zwei Neueinspielungen alter BONFIRE-Klassiker mit David Reece am Mikro. 'Sweet Obsession' und 'American Nights' sind zwar keineswegs schlecht und man kann hier sehr schön die unterschiedlichen Stimmfärbungen von Claus Lessmann und seinem Nachfolger vergleichen. Ich bin dennoch kein Freund davon, eigene Songs nach Jahren nochmal aufzunehmen. Meistens haben sich die Ohren zu sehr an die Originalversion gewöhnt, sodass man sich die neue Version zwar einmal anhört, sie danach aber doch wieder gegen die liebgewonnene Version tauscht. Das abschließende 'With A Little Help From My Friends' ist dann allerdings ein echter Skipkandidat. Dieser BEATLES-Song ist seit seiner Interpretation durch JOE COCKER eigentlich unangreifbar was die darin transportierten Emotionen angeht, und jede Coverversion muss zwangsläufig gegen das charismatische Whiskeyorgan verlieren. Damit wird zwar Value for Money geschaffen, aber Value ist eben nicht alles.

Wie also lässt sich "Glörious" zusammenfassen? Mitnichten handelt es sich um ein schlechtes Album, dafür sind sowohl die handwerklichen Fähigkeiten der Musiker, als auch das songwriterische Talent von Hans Ziller viel zu ausgeprägt. Dennoch wurde ich auch nach mehreren Durchläufen nicht so wirklich warm mit dem Material, und ich kann gar nicht so genau sagen warum. Vielleicht ist es die zahme Produktion, die nur sehr wenige Kanten gelassen hat und ein wenig den Punch vermissen lässt? Vielleicht die doch (zu) häufig verwendeten ruhigen Töne, wo BONFIRE doch eigentlich wissen wie man melodisch hart rocken kann? Vielleicht fehlen auch ein paar richtig große Momente, da nichts wirklich schlecht ist, aber auch nur sehr wenig über dem Standardniveau liegt? So wirklich an einem Punkt festmachen kann ich es nicht. Insofern haben wir objektiv ein Album, was den AOR-Melodic-Hard-Rock-Standards gerecht wird, mich aber subjektiv nicht wirklich berührt hat. Daher gibt es auch objektive 7,5 Punkte für Genrefreunde und subjektive 6 Punkte, weil ich mir das Album nach dieser Rezension wohl eher selten aus dem Schrank ziehen werde.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. 21 Guns Salute (Goes Boom)
02. Nothin`at All
03. Can't Break Away
04. Remember
05. Fallin' Outta Love
06. Glorious
07. Supernatural Disguise
08. Shooting Star
09. Lies
10. Put Out the Flames
11. Free Wind Desperado
12. Sweet Obsession (Version 2015)
13. American Nights (Version 2015)
14. With a Little Help from My Friends (Cover Version)
Band Website: www.bonfire.de
Medium: CD
Spieldauer: 67:49 Minuten
VÖ: 25.04.2015

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