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Lykaion - Heavy Lullabies

Review von Stormrider vom 22.02.2015 (2001 mal gelesen)
Lykaion - Heavy Lullabies Gothic-Metal und Dark Rock, da rollen sich bei dem ein oder anderen schon aufgrund der bloßen Begrifflichkeit die Fußnägel hoch. Dabei wird gerne vergessen, dass es eine Zeit gab, in der diese Genres nicht von elfengleichen Sopransängerinnen dominiert wurden, sondern Bands wie PARADISE LOST, KATATONIA und SENTENCED (im zweiten Bandabschnitt mit Ville Laihiala am Mikrofon) hier Mitte der 90er jede Menge Alben veröffentlicht haben, die alles andere als Schmalz waren, sondern eine düstere und melancholische Grundstimmung mit einer gesunden Portion Härte und Melodie verbanden und heute zurecht Klassikerstatus besitzen. Und genau hier platzieren sich LYKAION mit knapp 20 Jahren Verspätung. Insbesondere Oulus Finest haben bei den Italienern ohrenscheinlich ihre Spuren hinterlassen, denn Sänger Alessandro Sforza orientiert sich in seiner Phrasierung teilweise sehr deutlich an SENTENCED ab 1996, also ab "Down".

Die Gute Nacht-Geschichten von LYKAION reichen zwar noch nicht ganz an die Referenzwerke der erwähnten Bands heran, aber ich gestehe, dass ich eine Band vermisst habe, die seit der Auflösung der Finnen im Jahre 2005 sowie der hörbaren Entfernung von PARADISE LOST vom Genre diese Lücke zu schließen vermag. Die Stimmung auf "Heavy Lullabies" wird durch das eröffnende, und zugleich als Titeltrack fungierende, Intro perfekt vorbereitet, bevor anschließend bedrückend melancholische, aber nie schmalzig wirkende zehn Songs folgen. Vielmehr wird zwischendurch immer mal der Härtegrad erhöht ('Anthem', 'End Of Time' oder auch 'Animals') und die eher getragenen Stücke (wie z.B. 'Smile') fahren auch nie Gefahr, nicht mehr in den Dark METAL-Kosmos zu passen, so dass eigentlich alles vorbereitet scheint für ein richtig starkes Album. Und man merkt es schon, jetzt kommt das Aber. In der Tat gibt es zwei Aber. Zum einen ist das der Sound, der leider etwas zu dumpf ausgefallen ist. Erstaunlicherweise klingt das Schlagzeug, sonst ja oft die Achillesferse, hier richtig fett, und da Drummer Andrea Alberati auch technisch absolut überzeugt und mit schönen Figuren auftrumpft, verwundert es etwas, dass man sich bei den restlichen Instrumenten nicht einen ähnlich wuchtigen Sound verpasst hat. Insgesamt ist der Sound deswegen leider etwas undifferenziert und breiig, was dazu führt, dass ein Blutstropfen in der Wertung verloren geht. Ein weiterer Blutstropfen bleibt auf der Strecke, weil die Songs zwar alle recht ordentlich, aber noch nicht überragend ausgefallen sind. Wenn man sich das Potenzial vor Augen führt, dass die Römer haben, dann fehlen doch die ganz großen Momente und Refrains. Nicht, dass sich auf "Heavy Lullabies" ein echter Stinker verirrt hätte (ok, 'Accept Yourself' ist nah dran, aber ansonsten fällt kein Song aus dem Rahmen), aber ich werde irgendwie das Gefühl nicht los, dass noch etwas mehr drin gewesen wäre.

Wenn bei Album Nummer drei nun noch etwas an den Widerhaken der Refrains, der Eingängigkeit der Melodien und dem Sound gefeilt wird, dann haben LYKAION das Potenzial, die Lücke zu schließen, welche die schmerzlich vermissten SENTENCED seinerzeit hinterlassen haben. Mit "Heavy Lullabies" bringt man sich schon mal in Stellung, um zukünftig Anspruch auf den verwaisten Gothic- und Dark Metal-Thron zu erheben, denn das Quartett verbindet die nötige Härte mit technischen Fähigkeiten sowie dem richtigen Schuss Melancholie.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Heavy Lullaby
02. For Love
03. Anthem
04. I Don’t Love You Anymore
05. Waitin’
06. Smile
07. End Of Time
08. Out Of My Heart
09. Animals
10. Accept Yourself
11. Till The End
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 47:28 Minuten
VÖ: 06.02.2015

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