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Purified In Blood - Flight Of A Dying Sun

Review von Eddieson vom 28.06.2012 (2002 mal gelesen)
Purified In Blood - Flight Of A Dying Sun Was gibt es Schöneres, als morgens zum Kaffee die Promo einer von mir damals (2006) belächelten Band anzuwerfen, und von eben dieser dann mit ihrem neuen Album völlig weggeblasen zu werden? So eben geschehen bei den Norwegern PURIFIED IN BLOOD. Als sie 2006 ihr Debüt "Reaper Of The Souls" via Alveran Records auf den Markt brachten, hab ich sie nicht für voll genommen und wegen ihrer zu starken und aufgesetzt wirkenden Vegan-Straight-Edge-Attitüde in eine Schublade mit MAROON gesteckt und diese schnell verschlossen. So ist mir auch entgangen, dass sich das ehemalige Sextett 2007 auflöste. Ist ja auch nicht weiter schlimm. Auch nicht schlimm, dass ich ihre Wiedervereinigung 2008 und das Album "Under Black Skies" von 2010 verpasst habe, da ich eh nur Schlechtes darüber gelesen habe. Als es dann an die Promoverteilung ging und ich von einem neuen PURIFIED IN BLOOD-Album las, wollte ich die doch gerne machen, weil ich eh grad Bock auf Metalcore habe. Tja, weit gefehlt. PURIFIED IN BLOOD haben nämlich mit dem Metalcore von damals ungefähr so viel zu tun, wie IRON MAIDEN mit einer Setlist ohne 'Fear Of The Dark'. Natürlich gibt es noch einen leichten Metalcoreeinfluss, ist ja schließlich deren Wurzel. Dieser wurde aber auf ein Minimum reduziert. Stattdessen gibt es eine Reise durch die verschiedensten Musikstile der Metalwelt. Am prägnantesten ist der Death Metal, der gelegentlich in Richtung Black Metal abdriftet, von dort einen kurzen Abstecher zum Thrash macht, um dann mit rockigen Riffs à la MASTODON zu "Leviathan"-Zeiten zu überraschen.

Zu den Songs: Nach dem kurzen Intro ballert es sofort mit 'Storm Of Blood', übrigens einer der stärksten Songs des Albums, los. Ein unglaubliches Riffgewitter. 'Mot Grav' startet mit eben genanntem MASTODON-Einfluss, ist der einzig norwegische Song, und Sänger Hallgeir Enoksen erhält hier Unterstützung von KVELERTAK-Schreihals Erlend Hjelvik. 'Iron Hands' ist nicht nur Song Nr. 4, sondern ebenfalls eine Perle. Fast hymnenhaft walzt er sich durch den Gehörgang und bleibt mit seinem fetten Riff im Kopf hängen und gibt hier den Befehl zum Headbangen. Nebenbei, Zweitsänger Glenn Reaper ist mittlerweile raus aus der Band, hat aber auf 'Iron Hands' ein Gastauftritt. Dass es durchaus auch mal etwas schneller gehen kann, beweisen die Fünf mit 'Mind As Fire'. 'Escape To Solace' endet mit einem schönen Gitarrensolo, welches von einer Orgel unterstützt wird und somit ein Hauch von Prog-Rock-Stimmung aufkommen lässt - sehr gelungen. 'Void' ballert sich dann mal eben so durch, um dann direkt in das nächste Highlight, den finalen Song und Titeltrack 'Flight Of A Dying Sun', überzugehen. Dieser prügelt sich erstmal, ebenfalls durch die Orgel unterstützt, zum Mittelteil, der einen Auf-Die-Fresse-Moshteil bildet, um dann den Song und somit das Album mit einem schicken 2-4 Minuten Gitarrensolo und einem langsamen Orgel Fade-Out zum Ende zu bringen.

Wie es um die Vegan-Staright-Edge-Einstellung von damals steht, kann ich nicht sagen. So plakativ zur Schau gestellt wie vor einigen Jahren wird es hier jedenfalls nicht mehr.

Fazit: "Flight Of A Dying Sun" ist ein äußerst abwechslungsreiches Album geworden, das man nicht einfach in eine Schublade stecken kann. Sollte also von Metalheads, als auch von Hardcore-Kids angetestet werden. Mich, der sich in beiden Genres wohlfühlt, hat es so sehr überzeugt, dass ich gleich losfahren werde und mir die Vinylversion dieses fantastischen Albums kaufen werde. Was lernen wir also daraus? Auch mal wieder Bands eine Chance geben, die man mal belächelt und mit einer abwinkenden Geste längst abgeschrieben hat.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Absolute
02. Storm Of Blood
03. Mot Grav
04. Iron Hands
05. Mind Is Fire
06. Escape To Solace
07. Void
08. Flight Of A Dying Sun
Band Website: www.myspace.com/purifiedinblood
Medium: CD
Spieldauer: 34:44 Minuten
VÖ: 15.06.2012

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