Gamma Ray - Skeletons & Majesties

Review von Stradivari vom 17.06.2011 (6481 mal gelesen)
Gamma Ray - Skeletons & Majesties Ich finde EPs generell extrem spannend, da die Band sich hier zwischen zwei regulären Outputs die Freiheit gönnt, so ziemlich nur das zu machen, was sie will, ohne sich kommerziellen Zwängen beugen zu müssen. Häufig sind es natürlich Appetizer für den kommenden Longplayer, angereichert mit Coverversionen, Livetracks oder Bonustitel älterer Alben, welche lediglich in anderen Ländern veröffentlicht worden sind. In diesem Fall allerdings nicht, denn GAMMA RAY haben - clever wie sie sind - ein Scheibchen zur aktuellen Tour rausgehauen, welches sowohl inhaltlich, als auch von der Spielzeit her, den Rahmen eines "normalen" Mini Albums sprengt.

Es gibt kein einziges neues Stück, dafür zwei überarbeitete Klassiker 'Hold Your Ground' (Original auf "Heading For Tomorrow", 1990) und 'Brothers' ("Insanity And Genius", 1993), was allein deshalb reizvoll ist, da Mastermind Kai Hansen sich mit den ursprünglichen Gesangsaufnahmen eines Ralf Scheepers messen lassen muss. Desweiteren peppt eine zeitgemäße Produktion die beiden Titel enorm auf, so dass zwar kein echtes Aha-Erlebnis, aber beste Unterhaltung geboten wird. Es folgen mit 'Send Me A Sign' ("Powerplant", 1999) sowie 'Rebellion In Dreamland' ("Land Of The Free", 1995) zwei (nahezu) Unplugged-Versionen mit fast schon Jazz-Appeal, welche sowohl Die hard-Fans, als auch toleranten Schwermetall-Jüngern unglaublich viel Spaß machen werden. Im ersten Moment klingt es zugegebenermaßen arg ungewohnt, einen Gassenhauer wie 'Send Me A Sign' mit Akustik-Klampfen, Klavier und Flötensound zu hören, wird aber von Sekunde zu Sekunde gefälliger, bis man unbewusst beginnt mitzupfeifen. Originell und ziemlich geil. 'Rebellion In Dreamland' finde ich persönlich etwas unglücklich gewählt, da hätte es nicht unbedingt eines neun minütigen Epos gebraucht. Zwei kürzere, flottere Songs wären definitiv besser gekommen. Finde ich. Geschmackssache halt. Mit 'Wannabees' wird es dann wieder elektrisch, wobei das Stück nicht wirklich schlecht ist, jedoch auch nicht gerade zu den Sternstunden von GAMMA RAY zählt und es bisher folgerichtig auch lediglich zum Japan- und Vinyl-Bonustrack gebracht hat. Der Sinn einer weiteren, lediglich maginal veränderten Version von 'Brothers' erschließt sich mir nun überhaupt nicht, von daher eher ziemlich überflüssig. Wie auch die Karaoke-Ausgabe von 'Rebellion In Dreamland', welche bestenfalls Nachwuchsshoutern zu prima Übungsstunden verhilft. Und warum man dann nach zehn Minuten Stille schlussendlich noch drei Minuten sinnentleerten Singsang auf den Tonträger gebannt hat, weiß wohl keiner so genau...

Irgendwie ist "Skeletons & Majesties" nicht Fisch, nicht Fleisch und ich bin unterm Strich etwas enttäuscht, trotz durchaus gelungener Momente. Für echte Fans, Sammler und als Andenken nach dem Gig sicherlich eine runde Sache, um GAMMA RAY kennen zu lernen ist dieser Silberling jedoch absolut nicht geeignet, da er die wahre Klasse dieser grandiosen Gruppe nicht ansatzweise wiedergibt.

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
Skeletons:
01.) Hold Your Ground 5:07
02.) Brothers 5:12
Majesties:
03.) Send Me A Sign 4:24
04.) Rebellion In Dreamland 9:35
Bonustracks:
05.) Wannabees 3:47
06.) Brothers (Extended) 6:18
07.) Rebellion In Dreamland (Karaoke) 9:35
Band Website: www.gammaray.org
Medium: EP
Spieldauer: 43:58 Minuten
VÖ: 04.04.2011

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