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Unherz - Unherzlich Willkommen

Review von Kex vom 15.09.2010 (4479 mal gelesen)
Unherz - Unherzlich Willkommen FREI.WILD wurden gemeinhin als die Nachfolger der BÖHSEN ONKELZ schlechthin genannt. Den Weg auf meinen Schreibtisch fand eine andere Band, die diesen Anspruch sicherlich nicht ohne Grund ebenfalls erhebt. UNHERZ heißt das deutsch rockende Quartett aus Kaiserslautern und legt mit "Unherzlich Willkommen" ein Debüt hin, bei dem zumindest die Kollegen aus Österreich ihre bisherige Karriere zumindest bezüglich der Songtexte nochmals überdenken sollten.

Das, was den Hörer bei UNHERZ erwartet scheint demnach relativ klar: dreckiger Deutschrock irgendwo zwischen Songs, die Alkohol, Gewalt und Emotion á la 'Nur die Besten sterben jung' beinhalten. So sieht es zumindest mit dem Einganstitel 'Sünder vor dem Herrn' aus, Botschaft: ab in die Hölle und im Alk schwelgen. Doch zeigen UNHERZ mit 'Bestie' unmittelbar im Anschluss, dass sie zu Gesellschaftskritik durchaus fähig sind. Zugegebenermaßen ist die Kritik am Kindsmissbrauch seitens Klerikern recht simpel formuliert, doch stellen sich die Lauterer doch wesentlich geschickter als es die BÖHSEN ONKELZ noch zu Urzeiten mit 'Der nette Mann' versuchten. Dem Fußball wird ebenfalls gehuldigt, anders als etwa bei KATEGORIE C wird aber nicht Gewalt besungen, sondern mit 'Zwanzigzehn' lediglich eine harmlose Fußballhymne formuliert. Den obligatorischen emotionalen Part handeln UNHERZ mit 'Die Zeit heilt alle Wunden' ab, das sich inhaltlich ähnlichen ONKELZ-Songs problemlos angleicht.
Wie hört sich das ganze an? BÖHSE ONKELZ treffen den Gesang der DIMPLE MINDS sowie die ordentlich produzierte Rockgitarren, die ab und an mit gekonntem Gefrickel glänzen. UNHERZ stellen damit meines Erachtens nach eine musikalische Weiterentwicklung der ONKELZ dar, die jeder eingefleischte Fan als spießbürgerliche Abweichung von musikalischer Rohheit als Stil-Merkmal ankreiden würde. Dabei klingt ein Song wie der andere, besitzt aber die nötige Portion Druck hinter den Gitarren sowie emotionalen Ausdruck im Gesang um kraftvollen Deutsch-/Hardrock mit einer Portion Melodie und Songs zum Mitsingen zu verkörpern. Mit 'Inferno' gehen die Herren gar in Richtung Heavy Metal gespickt mit einigen Rhythmen neuer deutscher Härte.

So weit, so gut, damit ist der Teil des Reviews für alle, die zur Pro-ONKELZ-Fraktion gehören, abgeschlossen. Für den Rest sei angemerkt, dass hier eine Produktion stumpf vor sich hin stampfender Gitarren mit der ein oder anderen Finesse vorliegt, die in der Gesamtheit von "Unherzlich Willkommen" eher Langeweile produziert als mitreißt. Die Inhalte sind nur Fingerzeige von billigem Populismus entfernt, was ich persönlich sehr schade finde, denn so manches Thema stellt durchaus berechtigte Gesellschaftskritik dar. Einzig die zumindest anständige Produktion sei hier lobend hervorgehoben. Für die eingefleischte Contra-Fraktion heißt es somit eindeutig: Finger weg!

Fazit: UNHERZ knüpfen dort an, wo die BÖHSEN ONKELZ aufhörten – inhaltlich auf einem knapp höheren Niveau als die Urdeutschhardrocker und dabei Gott sei Dank weit entfernt von jenem Hooliganismus, den KATEGORIE C noch bis heute verkörpern. "Unherzlich Willkommen" steckt musikalisch so manches bisher produzierte FREI.WILD-Album locker in die Tasche. Eingefleischte ONKELZ-Fans sollten vorsichtig reinhören, wer diesem Genre im Allgemeinen mehr zuspricht sollte in jedem Fall zugreifen. Ob UNHERZ ihrem Anspruch gerecht werden für die restliche Musikwelt ein "Orgasmus mitten in der Nacht" ('Unherz') zu sein, möchte ich stark anzweifeln – höchstens ein solcher, der einem frustrierten "10 Gegen Willi" Spiel entsprungen ist...

Gesamtwertung: 5.0 Punkte
blood blood blood blood blood dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Sünder vor dem Herrn
02. Die Bestie
03. Zwanzigzehn
04. Therapie
05. Die Zeit heilt alle Wunden
06. Amok
07. Dem Tod so nah
08. Verschenkte Jahre
09. Inferno
10. Unherz
Band Website: www.unherz.de/
Medium: CD
Spieldauer: 41:27 Minuten
VÖ: 27.08.2010

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