Ghøstkid - Follow The White Rabbit

Review von Schwarzfraggle vom 02.10.2026 (416 mal gelesen)
Ghøstkid - Follow The White Rabbit Da isset, hab ich mir gedacht. Das neue Album, die neue Ära, die neue Band. Ich verzichte heute mal auf ein Intro oder eine Erklärung zur Band, da eh alles neu ist, bis auf den Kopf der Band - Sebastian "Sushi" Biesler. Sushi hat sich mal eben von der ganzen Band getrennt und einen Neustart mit neuen Musikern gewagt, unter anderem mit dem ehemaligen Drummer von ELECTRIC CALLBOY, David Friedrich. "Follow The White Rabbit" ist der dritte Longplayer der Band GHØSTKID, und ich war sichtlich gespannt, was nach "Hollywood Suicide" und der Trennung der Band so kommt. Angelegt an Alice im Wunderland folge ich also dem weißen Kaninchen. Nachdem die Band ihre Promotour der neuen Scheibe auf April 27 verschoben hat, bin ich sehr gespannt, was mich musikalisch erwartet. Wenn es nach Sushis Kopf geht, düster, klaustrophobisch und jenseits von "Wohlfühlmusik".

Schon das Intro 'The End' verspricht einen Einstieg in eine düstere Atmosphäre. Der nachfolgende Song 'Ivory' passt so gar nicht in die düstere Stimmung, denn der fast schon romantische Klargesang von Sebastian wirkt weder dunkel noch bedrohlich, ist aber melodisch sehr fesselnd und für mich ein wirklich guter Opener. Ich mag Sushis Stimme sehr, sie ist warm und gibt mir immer wieder Gänsehautfeeling, bis zu dem Moment, wo der Song bricht und mit den Screams in eine bedrohliche Wucht umschlägt, genau das, was ich von einem GHØSTKID-Song erwarte. Roh und unverfälscht, düster und atmosphärisch, zeigt der Song, wo Sushi steht, man merkt die Zerrissenheit der Person am Mikro. Mit 'Mother Death' kommt ein weiterer Song, der mich an Intensität völlig catched. Zornige Screams, verzerrte Gitarren, Breakdowns und trotzdem genug Gefühl, um dem Song die nötige Tiefe im Refrain zu verleihen. GHØSTKID wirken hier deutlich reifer und fokussierter. Mit 'I Destroy You' folgt ein weiterer Song, der im Mix nicht unterschiedlicher sein kann. Deutlich tiefere Gitarrenklänge und intensiver Klargesang geben dem Song einen Vibe, dem man sich nicht entziehen kann, auch wenn er deutlich langsamer daherkommt. Es fehlt ihm nicht an Energie, und er hat am Ende einen Breakdown, der sich "moshpitten" lässt. Am Titeltrack 'Follow The White Rabbit' kommen GHØSTKID live nicht vorbei, ein wütender, energetischer Banger, der jedes Metalcore-Herz höher schlagen lässt. Screams und Shouts sind fantastisch aufeinander abgestimmt, für mich einer der besten Songs auf dem Album, und dazu gibt es Synthesizer-Elemente, die den Song richtig gut in Szene setzen. Die beiden folgenden Songs 'Purple Snakes' und 'Give Your Kids A Gun To Play' sind für mich die schwächeren Stücke auf dem Album, weil sie zu sehr auf altbewährte Metalcore-Strategie aufbauen und sehr vorhersehbar sind, leider dadurch im Muster zu eintönig. 'Neon' ist da wieder völlig anders. Der Song ist ein Feature mit MAZ UNIVERZE und kommt mit Deep Beats daher. Er passt ungemein gut zu Sushis Stimme und beide bieten hier einen intensiven Song, der unter die Haut geht, sehr elektronisch, aber passt. 'Unconditionally' und 'Lovely' gehören dann wieder zu den etwas ruhigeren Songs, wobei auch hier keine Intensität verloren geht. Mit dem letzten Song 'White Rainbow' entlassen uns GHØSTKID in eine melancholische Stimmung, getragen von Klargesang und intensiven Gitarrenklängen. Toller Text und für mich ein absolut gelungener Schlusssong. Kein Banger, kein Breakdown und trotzdem ein Song, der nachhallt, und eigentlich will man gar nicht, dass es zu Ende ist.



Tja, soviel zu dem Album. Ich verfolge Sebastians Werdegang nun schon ein paar Jahre, angefangen zu der Zeit, als er noch bei ESKIMO CALLBOY war. Mich beeindruckt dieser junge Mann, der auf der Bühne ein absolutes Energiebündel ist, immer 1000 Prozent gibt und eine sehr coole Aura hat. Auf der anderen Seite ist da dieser äußerst sensible und nachdenkliche Kerl, der ständig mit seinen inneren Dämonen kämpft, und sich, und alles um sich herum, in Frage stellt. Ich als Mama von vier Kindern möchte ihn am liebsten in den Arm nehmen und sagen, alles ist gut. Seine musikalische Weiterentwicklung ist wirklich beeindruckend. Für mich ist das neue Album ein logischer Schritt nach "Hollywood Suicide" und der Auflösung der alten Band. GHØSTKID wirken deutlich reifer, die Texte und die Musik sind ausgefeilter und im Ganzen wirkt das Album deutlich fokussierter. Ich bin gespannt, das neue Album dann auch endlich im April nächsten Jahres live zu hören. Bis dahin wird das hier jedenfalls öfter laufen. Und wer GHØSTKID dieses Jahr noch live erleben möchte, kann das tun, beim einzigen Konzert in Köln, in der Essigfabrik, am 19.12.2026 (es gibt noch Tickets!).

Von mir gibt es 9,5 Punkte, und ein absolutes Metalcore-Herz

Gesamtwertung: 9.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. The End
02. Ivory
03. Mother Death
04. I Destroyed You
05. Follow The White Rabbit
06. Purple Snakes
07. Give Your Kids A Gun To Play
08. Neon
09. Unconditionally
10. Lovely
11. White Rainbow
Band Website: www.ghost-kid.de
Medium: CD
Spieldauer: 39:44 Minuten
VÖ: 02.10.2026

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