Krallice - Scour Order

Review von Dead_Guy vom 25.09.2026 (505 mal gelesen)
Krallice - Scour Order Wenn es um zeitgenössischen, progressiven Black Metal geht, dauert es nicht lange, bis der Name KRALLICE fällt. Seit 2007 ist die New Yorker Band dabei und kann nun ihr mittlerweile 15. Album vorzeigen. Ich selbst bin mit der Band immer mal wieder in Berührung gekommen, aber hab ihr nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, den sie verdient hätte.

Neuestes Werk zeigt, warum sie bekanntheitsmäßig da stehen, wo sie stehen: Es ist nämlich ein wahrlich grandioses Werk geworden, was eindrucksvoll demonstriert, wie man gleichermaßen Musik für den Bauch und den Kopf komponiert. Auf der einen Seite gibt immer wieder frickelige Dissonanzen, ein verschachteltes Bassspiel sowie außergewöhnliche Schlagzeugfiguren, auf der anderen Seite schafft man es immer wieder, ein gesundes Maß an Eingängigkeit einzubauen, seien es prägnante Riffs, die eine oder andere Melodie, Gitarrensoli, die Sinn machen oder TOOLsche Momente. Dabei schafft es die Band bei allen unkonventionellen Songstrukturen und technischem Anspruch, das Ganze durch die Hektik und Energie stets gut durchhörbar zu gestalten, es reißt die gesamte Spieldauer von knapp über einer Stunde durchgehend mit, die Intensität ist konstant auf einen hohen Level anzusiedeln, und so vergeht die Spielzeit gefühlt deutlich kürzer als sie tatsächlich ist. Dabei ist spannend zu sehen, wie alles gleichermaßen spontan als auch von langer Hand geplant und komponiert wirkt. Und am Ende ist das die große Kunst dessen: Du kannst dich unterm Kopfhörer verkriechen und dich in den Spielereien verlieren, du kannst aber auch vor der Anlage headbangend eskalieren und dich von der emotionalen Wucht erschlagen lassen. Gerade zum Ende hin baut sich das Album zu einem Höhepunkt inklusiver Gänsehaut verursachender Epik auf und lässt das Album so mit einem großen Knall enden. Der Gesang zieht sich mit seinem wüsten Geschrei wie ein roter Faden durch die sonst undurchdringbaren Klanglandschaften. Da auch der Sound (der gleichermaßen klar ist, aber auch die rohe Energie nicht verwässert und zeigt, wie ein modernes Black Metal klingen kann) - ebenfalls auf höchstem Niveau ist, bleibt mir nichts anderes zu sagen, als dass alle, die auf eigenwilligen, anspruchsvollen Metal stehen und dabei kein Problem mit den extremen Bereichen unserer Musik haben, hier fündig werden und auf ein Jahreshighlight stoßen. Zumindest bei mir wird es unter den Top fünf zu finden sein.


Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Agonal Shining
02. Grievous Corrector
03. Kill The Guardian
04. Unceasing Path
05. Living Useless Ritual
06. Indecipherable Divinities
07. Her Green Arms
08. Scour Order
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 01:03:03 Minuten
VÖ: 18.09.2026

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