Ravaged By the Yeti - Snowbound Horror

Review von Froosti vom 03.08.2026 (409 mal gelesen)
Ravaged By the Yeti - Snowbound Horror Wer bereits ein paar meiner Rezensionen gelesen hat, weiß, dass ich durchaus einen Hang zu stumpfer, extremer Musik habe. Gerade im Bereich des Death Metal zieht es mich mehr zur gammligen Keule als zum technischen Gefrickel. Allerdings macht es das für die Bands auch nicht gerade leichter, denn auch Stumpf ist Trumpf will gelernt sein. Allein ein Blick auf das Cover der heutigen Platte "Snowbound Horror" macht direkt Lust auf einen Durchlauf. Die Prügelkapelle RAVAGED BY THE YETI hat sich vollkommen der eisigen Landschaft und Legende des Yetis verschrieben. Das etwas trashige Thema bietet sich förmlich als Grundlage für einen grandiosen Ritt durch die Death-Metal-Höhle an. Allerdings gelingt ihnen das nicht.

Bereits der Opener 'Vengeance In Fur' macht deutlich, in welche Richtung sich die Band bewegt. Wir bewegen uns tief im Fahrwasser von SIX FEET UNDER. Wer jetzt allerdings an die anständigen Platten aus deren Anfangsphase denkt, liegt meilenweit daneben. Alben wie "Nightmares Of The Decomposed" kommen mir eher in den Sinn.

Im Grunde reduzieren RAVAGED BY THE YETI ihren Sound auf das Wesentliche. Allerdings gelingt es ihnen dabei nicht, ihr volles rohes Potenzial zu entfalten, sondern sie wirken eher wie auf Sparflamme. Die Gitarrenarbeit ist grundsolide und kann auch stellenweise etwas grooven. Leider bleibt sie über die gesamte Spielzeit monoton und ideenlos. Auch die eingestreuten Soli wissen nicht zu überzeugen. Besonders bei 'Human Spoil' fällt das unangenehm auf. Rogga Johansson hat einen kleinen Legendenstatus in der Szene, aber betrachtet man die Liste seiner aktiven Bands, wäre etwas mehr Fokus wohl zielführender. Auch gesanglich liefert er keine gute Leistung ab. Es gelingt ihm nicht, mit seinem monotonen Geröchel eine mitreißende Dynamik zu erzeugen, und nach wenigen Songs setzt bereits eine Ermüdung ein.

Besonders enttäuschend ist aber auch das Spiel an den Drums. Dienst nach Vorschrift ist der einzige Gedanke, der mir dabei in den Sinn kommt. Ein Blastbeat hier, etwas Beckengeschepper dort und ein wenig Groove sind alles, was uns geboten wird.

Wenn ich ein Album bewerte, lasse ich meistens Themen wie Gestaltung, Videos und Texte größtenteils außen vor. Ich rate euch dennoch, das verlinkte Video anzusehen, damit ihr meine Kritik besser versteht. Über Lyric-Videos ist bereits lange und ausführlich diskutiert worden, aber hier übertreffen sich RAVAGED BY THE YETI selbst. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde es mit einem KI-Tool generiert und sieht einfach nur furchtbar aus. Die eingeblendeten Lyrics unterstreichen zusätzlich, wie stumpf hier vorgegangen wird.

Den Mitgliedern von RAVAGED BY THE YETI das handwerkliche Können abzusprechen wäre deutlich überzogen. Allerdings wirkt "Snowbound Horror" von der ersten Sekunde an uninspiriert und schlichtweg langweilig. Keiner der Songs bleibt im Ohr hängen und mehr als ein kurzes Kopfnicken kommt nicht auf. Solltet ihr den aktuellen SIX FEET UNDER etwas abgewinnen können, dann schadet ein Versuch mit RAVAGED BY THE YETI auch nicht.



Gesamtwertung: 3.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Vengeance In Fur
02. Human Spoil
03. By The Hands Of The Beast
04. As Fangs Go Deep
05. Beast Prey
06. Frozen Stiff
07. They Came Through The Cold
08. Tusk Of The Yeti
09. Death By Icicle
10. Snowbound Horror
11. Land Of Ice And Snow
Band Website: instagram.com/ravagedbytheyeti
Medium: CD, digital
Spieldauer: 34:50 Minuten
VÖ: 10.07.2026

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