Leatherwitch - First Spell | |
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| Review von Opa Steve vom 01.06.2026 (432 mal gelesen) | |
Nach dem Split von CRYSTAL VIPER meldet sich die Polin Marta Gabriel mit einem neuen Projekt zurück, nämlich LEATHERWITCH. "Projekt" trifft es (leider noch) ziemlich gut auf den Punkt. Denn Marta ist - von einem Gast-Gitarristen abgesehen - die einzige Musikerin, die dieses Debütalbum "First Spell" eingetütet hat. Sprich: Sie singt nicht nur, sondern spielt alle Instrumente. Wie gut das funktioniert und welche Auswirkungen dies auf die Dynamik und Flexibilität des Songwritings hat, wird noch im Laufe des Reviews deutlich werden. Wegen aktuell unangenehmen Erfahrungen mit einem anderen deutschen Solo-"Musiker" und seinem Projekt habe ich rein interessehalber auch einen AI-Checker hinzugezogen, der mir aber sofort "zu 97% menschlich" ausspuckte. Alles andere hätte mich auch stark gewundert, denn Marta ist Traditionalistin mit Leib und Seele und ich kann ihr nur Respekt zollen, neben den guten Vocals auch alle Instrumente inklusive der Drums so stabil einzuzimmern. Schade ist lediglich, dass man in dieser Besetzung vorerst wohl nicht mit Liveaktivitäten rechnen darf. Ich erwähnte schon, dass Marta Traditionalistin des Heavy Metals ist. Vor allem der frühe Stil von Rock'n'Rolf (RUNNING WILD) scheint es ihr angetan zu haben. Auf dieser Scheibe reiht sich "Piratenriff" an "Piratenriff". Schon der Opener 'Heroes And The Dice' hat schon im Intro starke RUNNING WILD-Vibes und setzt dies auch im Refrain fort. Auch die Videoauskopplung von 'Beast Inside' hat als Strophenvorspiel wieder ein klares Rock'n'Rolf-Riff aus guten Tagen. Und einen der besten Metal-Refrains ever! Ebenso wundert es bei 'Stallions' angesichts des Titels nicht, dass ein schöner Riff-Galopp ausgepackt wird, wie es schon die Granden der NWoBHM vor 40 Jahren vorgelegt haben. Die Stimme von ihr klingt dabei durch die Bank sehr angenehm, was auch die mehrstimmigen Arrangements einschließt. Auch wenn die ganz hohen Passagen nicht jedermanns Sache sind, muss man keine Angst vor verkackten Noten haben. Die Produktion ist wie das Songwriting stark an die 80er angelehnt, aber das ist gleichzeitig der Schwachpunkt der Scheibe. Während im Songwriting die gelungenen Stilmittel des Achtziger-Metals abgefeiert werden, klingt die CD etwas mager und man muss sie auf einer kräftigen Anlage aufdrehen, da die gesamte Dynamik von Bassdrum und Snare beherrscht werden. Schade ist, dass der Sound zwischen den Songs manchmal etwas schwankt oder auch innerhalb eines Songs die Gitarren mal hörbar hoch- und wieder runtergeregelt werden. Mit zunehmender Spieldauer fällt auf, dass die Stärke von LEATHERWITCH in richtig ikonischen Momenten liegt. Das Songwriting hingegen zeigt ansonsten sehr straighte und eigentlich unaufgeregte Arrangements. Es passiert in den Songs nie besonders viel und vergleichsweise "komplexe" Titel wie 'Bound By The Night' strahlen eine sympathische Naivität aus. Und das ist genau der Punkt, wo ich mir wünsche, dass aus LEATHERWITCH eine richtige Band wird, die auch eine stärkere Dynamik durch unterschiedliche Charaktere und Einflüsse entwickeln kann. Echte Ausfälle gibt es auf der Scheibe trotz der erwähnten Optimierungspotenziale kaum. Die Power-Ballade 'The New Beginning' plätschert mit einer viel zu langen Spieldauer vor sich hin. 'Living In The Fast Lane' hat jetzt kein einfallsreiches Riff, dafür aber mal wieder einen simplen Zucker-Refrain, den man sofort mitfeiern will. Und das ist auch das Konzept der Scheibe: Sie ist so simpel, wie es nur geht. Aber spricht eben gerade für Metal-Traditionalisten alles an, was einem sofort ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Sie ist eine Verbeugung vor den 80ern, als gerade der "Female Fronted Metal" wie von VIVA oder WARLOCK mit Spandex, Dauerwelle, Baumarktketten und paar brennenden Holzpaletten zelebriert wurde. Und auch wenn sie das Intro zum 'Ride The Sky'-Cover zum Fremdschämen verfremdet, gibt sie sich im Song selbst keine Blöße. Abspieltipps: 'Beast Inside', 'Two Tons Of Steel'. Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Heroes And The Dice 02. Beast Inside 03. Bound By The Night 04. Silver Stallions 05. Living In The Fast Lane 06. The New Beginning 07. Two Tons Of Steel 08. In The Middle Of The Night | Band Website: Medium: CD, LP Spieldauer: 43:20 Minuten VÖ: 29.05.2026 |
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