ADVERSAM - Daimon

Review von ReviewRalle vom 23.05.2026 (470 mal gelesen)
ADVERSAM - Daimon Seit ich vor knapp 2,5 Jahren angefangen habe Reviews zu schreiben, hat mich vor allem ein Land regelmäßig mit starken Outputs aus dem Black Metal-Sektor überrascht, wobei man das Land viel mehr mit Power Metal in Verbindung bringt und mit Black Metal eher gar nicht. Na, wer kann es erahnen? Die Lösung ist Italien - ja, richtig gehört, Italien. Mit ADVERSAM und deren viertem und neuem Album "Daimon" hat sich dabei gleich ein Urgestein der italienischen Underground Black Metal-Szene auf den Seziertisch befördert. Die Band, die bereits seit 1995 ihr Unwesen treibt, besteht aus sechs Mitgliedern, wovon erfreulicherweise noch zwei von der Ursprungsbesetzung dabei sind. Dass das Sextett Qualität über Quantität stellt wird beim Veröffentlichungszyklus recht schnell klar, denn vier Alben in vier verschiedenen Jahrzehnten zu veröffentlichen setzt recht eindeutige Zeichen, doch so lange wie auf "Daimon", nämlich ganze 11 Jahre, mussten Fans der Band noch nie warten.

"Daimon" besticht mit einem fantastisch düsteren, tristen und fein detaillierten Artwork und auch das Bandlogo macht was her und passt gut dazu, das äußere Erscheinungsbild ist schon mal sehr vielversprechend. Mal schauen, ob die Musik das angedeutete Niveau halten kann.

Das fulminante Schlagzeugspiel, die unheimliche, durch das Keyboard erzeugte Atmosphäre sowie dissonante Riffs und herrlich krächzende Vocals des Openers 'Fall Of Illusions' machen schnell klar, auf "Daimon" gibt es vor allem eins: und zwar auf die Mütze und das gepaart mit einer wirklich tollen Produktion. Die Gitarren klirren eiskalt, die Keyboards schweben merklich, aber nicht zu aufdringlich im Sound mit und gerade die Becken und die Snare vom Schlagzeug haben einen brillanten Klang für diese Art von Musik. Die beißenden Screams übernehmen nicht vollends das Szepter, sondern verweben sich geschickt in den Sound der Band ein. Lediglich der Bass fällt ein wenig hinten runter, man spürt ihn zwar zu jeder Zeit, aber richtig heraushören fällt bisweilen schwer, aber das ist Nörgeln auf hohem Niveau.

Und so verhält es sich eigentlich das ganze Album über. Die neun Songs kommen völlig ohne Klimbim aus und treten vor allem auf das Gaspedal, so ist die Spielzeit von knapp 40 Minuten ein wahrer Höllenritt. Natürlich sorgen ADVERSAM dabei aber trotzdem für Abwechslung, allen voran durch die wunderbar eingesetzten Keyboards, die doch für die ein oder andere atmosphärische Verschnaufpause sorgen, auch wenn diese meistens nur dazu dienen einen herrlichen Spannungsbogen aufzubauen, der dann von rasend schnellen Riffs, höllischem Gekeife oder einem Blastbeat-Geballer abgelöst werden. Dennoch, manchmal agiert auch die ganze Band reduzierter, um dann gemeinsam wieder in die Vollen zu gehen. Die Band bolzt indes aber nicht nur wütend drauf los, sondern macht das dabei noch auf einem technisch hohen Niveau, es gibt andauernd neue Akzente, sei es eine Drumfill, ein Tempowechsel, ein Stimmungswechsel in der Atmosphäre oder ein neues Riff, es passiert viel, aber alles hat Hand und Fuß und trübt zu keiner Zeit den Hörgenuss.

Die Band hat die 11 Jahre lange Pause sichtlich gut genutzt und mit "Daimon" eine kleine Black Metal-Perle geschaffen. Einen Innovationspreis wird das Album sicherlich nicht gewinnen, aber wer einfach nicht genug von sehr gutem Black Metal der 90er-Prägung bekommen kann und dabei nicht immer die üblichen Verdächtigen konsumieren möchte, wird mit den Südeuropäern voll bedient.

9/10

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Fall Of Illusions
02. Pillars Of Decay
03. Insignificance Of Evil
04. The Silent Alignment
05. Echoes Of Pain
06. Dead Inside, Alive For A Lie
07. Abstract Salvation
08. Essence Of Existence
09. The Collapse Within
Band Website: adversam.bandcamp.com/
Medium: Digital
Spieldauer: 40:26 Minuten
VÖ: 28.03.2026

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