Sweet - Reincarnation

Review von derkleinekolibri vom 10.04.2026 (793 mal gelesen)
Sweet - Reincarnation Andy Scott traf 1985 Mick Tucker, um SWEET neu erstehen zu lassen. Phil Lanzon (URIAH HEEP) und Mal McNulty (SLADE) hatten sich bereits "qualifiziert". Mit Paul Mario Day (IRON MAIDEN) gelang es schließlich, auch die gesangliche Lücke adäquat zu füllen, die Brian Connolly hinterlassen hatte.

So neu aufgestellt fanden die ersten Konzerte in Australien vor ausverkauften Häusern statt. Auch drei Abende im Londoner Marquee Club waren restlos ausverkauft. Dies führte dazu, dass man das grandiose Album "Live At The Marquee" 1989 veröffentlichte.

Ebenso widmete man sich Studioaufnahmen, doch aufgrund von Streitigkeiten innerhalb des Managements kam es nur zu vier veröffentlichten Titeln. Diese sowie zwei bisher unveröffentlichte Stücke kann man nun auf "Reincarnation" hören. CD und Vinyl (in Schwarz und vier limitierten Farben) sind seit dem 10. April 2026 erhältlich.

Der Start mit der Coverversion von 'Reach Out - (I'll Be There) (Single Version)' (Original von THE FOUR TOPS, 1967) ist eher untypisch und macht ebenso wie das letzte Stück 'Reach Out - (I'll Be There) (12 Mix)' nicht den besten Eindruck. Hier wäre die Erfindung eines neuen Genres angebracht: Disco Pop Rock. Nichtsdestotrotz machen die anderen Titel weitaus mehr her und lassen so manche Eigenheiten der Vergangenheit wiederaufleben: tolle Riffs und mehrstimmiger Gesang im SWEET-Stil der 70er. Den richtigen Bubblegum Rock verzeichnet man bei 'Jump The Fence'. Hier fallen besonders Mick Tuckers Drumming und Andy Scotts Gitarrenspiel positiv auf. Paul Mario Days Gesang ist durchgängig überzeugend. 'Gunner Of Love (Studio Demo)' überragt sämtliche anderen Stücke auf "Reincarnation", während das zweite noch nie veröffentlichte Stück 'Fire In My Heart (Studio Demo)' in die Pop Rock-Ecke abrutscht und trotzdem erneut mit Andys toller Arbeit an der Gitarre Glanz in die Hütte bringt.

"Reincarnation" ist nur etwas für eingefleischte SWEET-Fans. Für den Großteil der 70er-Jahre-Kopfschüttler-Fraktion werden SWEET wohl immer nur von 1971 ("Funny How Sweet Co-Co Can Be") bis 1978 ("Level Headed") als das Original angesehen werden. Einige Oldtimer, so wie ich, beziehen eventuell noch die drei Alben von 1979 bis 1982 ("Cut Above The Rest", "Waters Edge" und "Identity Crisis") in ihre Betrachtungen mit ein, auch wenn Brian Connolly längst fehlte.

SWEET setzen ihre Abschiedstournee "Rockin' For The Eternity Tour" 2026 mit Konzerten in Deutschland fort. Hier einige Termine (wie immer unter Vorbehalt):

10.04. - Olsberg
11.04. - Münster
12.04. - Köln
26.04. - Neuruppin
10.10. - Limburg
11.10. - Ingelheim
16.10. - Nürnberg (eventuell mit mir vor Ort)
17.10. - Stuttgart
18.10. - Mannheim

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Reach Out - (I'll Be There) (Single Version)
02. Over My Head
03. Jump The Fence
04. Shot Down In Flames
05. Gunner Of Love (Studio Demo)
06. Fire In My Heart (Studio Demo)
07. Reach Out - (I'll Be There) (12 Mix)
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 28:50 Minuten
VÖ: 10.04.2026

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