Filth Is Eternal - Impossible World

Review von Schwarzfraggle vom 07.04.2026 (274 mal gelesen)
Filth Is Eternal - Impossible World Hardcore, genau mein Ding, dachte ich, also nahm ich die Herausforderung an, ohne die Band wirklich zu kennen. Erst einmal, FILTH IS ETERNAL stammen aus Seattle und waren dort unter dem Namen FUCKED AND BOUND schon eine Art Institution.

2020 haben sie dann ihren Namen geändert, warum kann ich leider nicht sagen. Eigentlich sind Bands mit Frontfrauen nicht so meins, aber bei Hardcore mache ich mal 'ne Ausnahme. Die vier Amerikaner Lis DiAngelo (Vocals), Brian McClelland (Guitar), Logan Miller (Bass) und Josh Pehrson (Drums) sagen über sich selbst, dass sie binnen 30 Sekunden bei jedem Song einen Moshpit anzetteln können, also bin ich doch mal gespannt, wie das so geht und wie es sich anhört. Kernthemen der Band sind soziale Ungerechtigkeit, Gleichberechtigung und wie man in dieser Welt zurechtkommt und "überlebt". Es ist übrigens das zweite Studioalbum nach Umbenennung der Band.

Der Opener 'Stay Melt' geht direkt mal mit schredderndem Gitarrensound los und die kratzige Stimme von Lis Di Angelo klingt wütend, aber trotzdem sehr melodisch. Für mich klingt das eher nach Punk anstatt nach Hardcore, eher so WEEZER in roh, sorry dafür. Auf jeden Fall tanzbar, aber eher Moshpit light. Ins Ohr geht der Song trotzdem. Darauf folgt 'Long Way', und der klingt für mich sehr ähnlich wie der erste Song. Auch rhythmisch, allerdings singt Lis hier mehr als dass sie schreit, ihre Stimme finde ich wirklich sehr schön. Aber wirkliche Hardcore-Elemente kann ich da nicht finden. 'Hellfire' klingt da schon deutlich dynamischer, und hier stehen die Drums im Vordergrund, das gibt dem Song deutlich mehr Tiefe und Energie. Auch musikalisch hat er mit einem Gitarrensolo mehr zu bieten, der hat eindeutig Moshpit-Qualität. Ab hier geht die Scheibe deutlich mehr in Richtung härter. Ich mag den schnellen und schrägen Gitarrensound, und irgendwie kann ich dabei auch nicht stillsitzen - und ein wenig Hardcorefeeling kommt auch auf. Bei 'Desire' gibt es eine Kollaboration mit der Leadgitarristin von BARONESS, die dort auch als Backgroundsängerin fungiert. Der Gitarrensound ist intensiver und melodischer, ein richtiger Banger! Da geht der Sound schon eher in einen mainstreamigen Bereich, allerdings nicht negativ. Für mich ist 'Bad Faith' der beste Song des Albums. Roh, hart und energiegeladen lädt uns Lis hier in den Pit ein. Sie singt (schreit und growlt) sich hier die Seele aus dem Leib, und genau das spürt man. Es ist wirklich der einzige Song, der für mich ehrlich und authentisch klingt und zeigt, wofür die Band steht, beziehungsweise was sie musikalisch ausdrücken möchte. Davon hätte ich gerne mehr gehabt, denn danach klingen die einzelnen Songs wieder sehr ähnlich und haben mal hier und da einen kleinen Ausreißer Richtung der härteren Gangart, aber eher dümpeln sie leider etwas oberflächlich daher, ohne schlecht zu sein, aber wirklich herausragend klingen die nicht.

Fazit: "Impossible World" kommt für mich eher mainstreamig daher, richtige Hardcoreeinflüsse konnte ich nur wenige erkennen. Das Album ist musikalisch schon gut, und es lässt sich auch leicht hören, ohne aber einen tieferen Eindruck zu hinterlassen. Meist klingen die Songs gleich, ohne bis auf ein, zwei Ausnahmen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ich kann noch nicht mal sagen, dass es schlecht ist, eher im Gegenteil. Aber von einer Band, die selber über sich sagt, dass sie in jedem Song innerhalb von 30 Sekunden einen Moshpit anzetteln kann, erwarte ich doch ein bisschen mehr. Die Scheibe ist auch mit 12 Songs und einer Spielzeit von 29 Minuten recht schnell zu Ende, ob das reicht?

Ich bin mir mit einer Bewertung sehr unschlüssig und möchte keine Wertung abgeben. Ich mag die Stimme von Lis, und kein Song hat mich enttäuscht, aber auch nicht wirklich begeistert, es war durchaus kurzweilig und angehen zu hören. Stilistisch würde ich es anders betiteln, und ich hoffe, die Band findet wieder zu den Wurzeln des Hardcores zurück, dann würde ich die Band tatsächlich abfeiern.


- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. Stay Melted
02. Long Way
03. Hellfire
04. Acetylene
05. Weather & Rose
06. Desire
07. Total War
08. Bad Faith
09. Outbreak
10. So Below
11. Slipstream
12. Skorpio
Band Website: filthiseternal.bandcamp.com/
Medium: CD, LP
Spieldauer: 29:00 Minuten
VÖ: 17.03.2026

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