Diespnea - Radici | |
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| Review von Dead_Guy vom 07.04.2026 (504 mal gelesen) | |
DIESPNEA aus Italien machen es mir als Rezensent schwer. Nicht weil das Album durchschnittlich oder gar schlecht wäre, sondern weil sich ihre Musik schwer beschreiben lässt. Die Band wird unter dem Label Avantgarde Black Metal geführt, was alles und nichts sein kann. Das Spannende am Ganzen ist, dass die Band den Spagat aus straight und experimentell bestens beherrscht. Immer wieder gibt es klassische Raserei, die auch aus Skandinavien stammen könnte, diese wird aber immer wieder durch psychedelisches Flirren abgelöst, wie man es von vielen Bands aus den Niederlanden wie beispielsweise FLUISTERAARS kennt, dazu kommen immer wieder atmosphärische Einsprengsel wie ruhige Momente und Zeugs wie Trompete, was an einzelnen Punkten für kleine Aha-Momente sorgt. Merkwürdig wird es dann, wenn elektronische Drums dazukommen oder die schräge wie exzentrische Gesangsperfomance, die mich in den klar gesungenen Momenten an DØDHEIMSGARD erinnert, denn sie klingt ähnlich eigen. Highlights hier zu nennen, fällt mir schwer, das muss man in Gänze in sich aufsaugen, dann fällt einem auch auf, wie es noch recht traditionell anfängt, um im weiteren Verlauf immer mehr in die experimentelle Richtung zu kippen, ohne dabei die Aggression des Genres und auch die Direktheit zu vernachlässigen. Dabei hört man der Band durchaus ein Stück weit die Herkunft an, beziehungsweise dass sie eben nicht aus dem Norden stammen, denn kalt oder frostig ist hier gar nichts, stattdessen bekommt man stellenweise eine fiebrige Performance geboten und stimmungstechnisch ist das Album im positiven Temperaturbereich anzusiedeln. Dazu passen dann auch die sich auf dem Cover befindenden Kakteen. Neben genannten DØDHEIMSGARD würden mir entfernt noch HAIL SPIRIT NOIR oder ORANSSI PAZUZU einfallen, würden diese noch klassischere Raserei in ihren Sound einbinden. Klar gibt es Bands, die noch abgedrehter und weiter draußen agieren, aber hier finde ich es gerade spannend, dass man bei allem Avantgarde vor allem den Black Metal groß schreibt und für mich ist dieses Album eine handfeste Überraschung. Denn trotz meiner vorherigen Unkenntnis hat die Band ein fabelhaftes Werk geschaffen, was ich Fans von allen im Text genannten Bands nur wärmstens ans Herz legen kann.
Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Maskharah 02. L'Abbraccio Del Serpente 03. Vultures 04. Necromanteion 05. Radici 06. WhaleFall 07. Mescalynia 08. Osedax | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 55:41 Minuten VÖ: 13.02.2026 |
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DIESPNEA aus Italien machen es mir als Rezensent schwer. Nicht weil das Album durchschnittlich oder gar schlecht wäre, sondern weil sich ihre Musik schwer beschreiben lässt. Die Band wird unter dem Label Avantgarde Black Metal geführt, was alles und nichts sein kann. Das Spannende am Ganzen ist, dass die Band den Spagat aus straight und experimentell bestens beherrscht. Immer wieder gibt es klassische Raserei, die auch aus Skandinavien stammen könnte, diese wird aber immer wieder durch psychedelisches Flirren abgelöst, wie man es von vielen Bands aus den Niederlanden wie beispielsweise FLUISTERAARS kennt, dazu kommen immer wieder atmosphärische Einsprengsel wie ruhige Momente und Zeugs wie Trompete, was an einzelnen Punkten für kleine Aha-Momente sorgt. Merkwürdig wird es dann, wenn elektronische Drums dazukommen oder die schräge wie exzentrische Gesangsperfomance, die mich in den klar gesungenen Momenten an DØDHEIMSGARD erinnert, denn sie klingt ähnlich eigen. Highlights hier zu nennen, fällt mir schwer, das muss man in Gänze in sich aufsaugen, dann fällt einem auch auf, wie es noch recht traditionell anfängt, um im weiteren Verlauf immer mehr in die experimentelle Richtung zu kippen, ohne dabei die Aggression des Genres und auch die Direktheit zu vernachlässigen. Dabei hört man der Band durchaus ein Stück weit die Herkunft an, beziehungsweise dass sie eben nicht aus dem Norden stammen, denn kalt oder frostig ist hier gar nichts, stattdessen bekommt man stellenweise eine fiebrige Performance geboten und stimmungstechnisch ist das Album im positiven Temperaturbereich anzusiedeln. Dazu passen dann auch die sich auf dem Cover befindenden Kakteen. Neben genannten DØDHEIMSGARD würden mir entfernt noch HAIL SPIRIT NOIR oder ORANSSI PAZUZU einfallen, würden diese noch klassischere Raserei in ihren Sound einbinden. Klar gibt es Bands, die noch abgedrehter und weiter draußen agieren, aber hier finde ich es gerade spannend, dass man bei allem Avantgarde vor allem den Black Metal groß schreibt und für mich ist dieses Album eine handfeste Überraschung. Denn trotz meiner vorherigen Unkenntnis hat die Band ein fabelhaftes Werk geschaffen, was ich Fans von allen im Text genannten Bands nur wärmstens ans Herz legen kann.
