Poison Ruïn - Hymns From The Hills | |
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| Review von Opa Steve vom 02.04.2026 (371 mal gelesen) | |
POISON RUIN aus Philadelphia sind ein musikalisches Phänomen. Irgendwo zwischen staubigem Sixties-Proto-Rock, Achtziger-Indie-Gitarrenmusik und Punk verorten sie sich stilistisch. Da bricht mal die Mundharmonika durch oder die Gitarren eiern durch ein Hawaii-Tremolo an den passenden Momenten. Die Melodien sind manchmal beschwingt Easy-Listening, oft tanzbar. Doch dann brechen wieder 1A-RAMONES-Riffs ('Serpent's Curse') oder 70s Punkrock ('Guts (Lay Yourself Aside)') in flotten Downstrokes durch. Das Mäandern zwischen einer großen Lässigkeit und aggressiven Punk-Vibes beherrschen die Jungs tatsächlich richtig gut. Stilistisch tarnen sie sich wie ein Chamäleon und springen nicht selten auch mal mitten in einem Song von einer Stimmung zur nächsten. Der Sound ist meist bodenständig und direkt. Titel wie 'Eidolon' hätten auch von einem IGGY POP vor 40 Jahren geschrieben worden sein können. Dann aber packen sie auch wieder interessante Analogeffekte aus, setzen einen Echo-Reverb auf die Vocals, sodass das Material ein bisschen nach KILLING JOKE & Co. aus ganz frühen Zeiten klingt ('Puzzle Box', 'The Standoff'). Der rote Faden ist lediglich der Minimalismus, der die gesamte Produktion auszeichnet. Da kann man 'Howls From The Citadel' oder das doomige 'Sleeping Giant' schon fast als überproduzierte Ausreißer betrachten, die tatsächlich noch ein paar Keyboardflächen dazusteuern. Eine dezente Psych-Note klingt hier und da bei einzelnen Songs durch wie zum Beispiel bei dem total interessant arrangierten 'Pilgrimage'. Fazit: Alles in allem eine sehr unangepasste Musik, der man anhört, dass hier unmittelbare Ideen einfach sofort aus dem Bauch heraus umgesetzt werden. Trotz der Retro-Vibes aber spannend und frisch anzuhören. Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Intro 02. Lily Of The Valley 03. Hymn From The Hills 04. Eidolon 05. Howls From The Citadel 06. Pilgrimage 07. Guts (Lay Yourself Aside) 08. Turn To Dust 09. Puzzle Box 10. Serpent's Curse 11. Sleeping Giant 12. Crescent Sun 13. The Standoff | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 43:45 Minuten VÖ: 03.04.2026 |
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POISON RUIN aus Philadelphia sind ein musikalisches Phänomen. Irgendwo zwischen staubigem Sixties-Proto-Rock, Achtziger-Indie-Gitarrenmusik und Punk verorten sie sich stilistisch. Da bricht mal die Mundharmonika durch oder die Gitarren eiern durch ein Hawaii-Tremolo an den passenden Momenten. Die Melodien sind manchmal beschwingt Easy-Listening, oft tanzbar. Doch dann brechen wieder 1A-RAMONES-Riffs ('Serpent's Curse') oder 70s Punkrock ('Guts (Lay Yourself Aside)') in flotten Downstrokes durch. Das Mäandern zwischen einer großen Lässigkeit und aggressiven Punk-Vibes beherrschen die Jungs tatsächlich richtig gut. Stilistisch tarnen sie sich wie ein Chamäleon und springen nicht selten auch mal mitten in einem Song von einer Stimmung zur nächsten. Der Sound ist meist bodenständig und direkt. Titel wie 'Eidolon' hätten auch von einem IGGY POP vor 40 Jahren geschrieben worden sein können. Dann aber packen sie auch wieder interessante Analogeffekte aus, setzen einen Echo-Reverb auf die Vocals, sodass das Material ein bisschen nach KILLING JOKE & Co. aus ganz frühen Zeiten klingt ('Puzzle Box', 'The Standoff'). Der rote Faden ist lediglich der Minimalismus, der die gesamte Produktion auszeichnet. Da kann man 'Howls From The Citadel' oder das doomige 'Sleeping Giant' schon fast als überproduzierte Ausreißer betrachten, die tatsächlich noch ein paar Keyboardflächen dazusteuern. Eine dezente Psych-Note klingt hier und da bei einzelnen Songs durch wie zum Beispiel bei dem total interessant arrangierten 'Pilgrimage'.
