Olymp - Rising

Review von derkleinekolibri vom 02.01.2026 (936 mal gelesen)
Olymp - Rising OLYMPs Promoter liegt falsch, wenn er schreibt, dass die vier Jungs aus Augsburg mit ihrer Musik die Nackenmuskeln in Bewegung bringen, denn hinzu kommen auch noch die Backenmuskeln, weil man einfach nicht ruhig sitzen bleiben kann. Gute Voraussetzung für eine Band, die den lichterfüllten Wohnort der Götter, Olymp genannt, erklimmen möchte. Seit 2018 sammeln die Bayern Jahr für Jahr Bühnenerfahrung. Zum ersten Mal setzten sie die gewonnenen Kenntnisse 2019 in eine EP um, die den bezeichnenden Titel "Olymp EP" trug und von ihnen selbst veröffentlicht wurde. Ebenfalls self-released war dann das 2023er Album "Olymp" mit acht Heavy Metal-Songs, die teilweise auch in den Speed Metal hineinreichten. Nun haben OLYMP Metalizer Records im Rücken und starten ihren nächsten Sturmlauf zum Gipfel des Metal-Olymps. Sie kommen ihm schon sehr nahe, da ist nicht mehr viel Luft nach oben.

Sie, das sind übrigens Sebastian Tölle, der nicht nur Gitarre spielt, sondern auch die Lead Vocals seiner Kehle entfleuchen lässt, der zweite Gitarrist Armin Feigl, André Möbius am Bass und gleichzeitig jener Mensch, der für die Backing Vocals zuständig ist sowie der mordsmäßige Schlagzeuger Dominik Rankl. Ein Quartett des Grauens ... Verzeihung, natürlich nur für metalresistente Nachbarn. "Rising" ist durch und durch gut gelungen, no filler, only killer, wie man zu sagen pflegt. Schon im zweiten Stück 'Olive Wreath' wird eine gewisse Nähe zu den von mir sehr geehrten AGAINST EVIL respektive IRON MAIDEN deutlich. Riffs, Schlagzeugattacken und Basspassagen lassen des Metallers Herz im Takt kräftig mitschlagen, bei jedem Solo werden ungeahnte Kraftreserven durch den Kreislauf mobilisiert und man beginnt - ohne es selbst zu merken - fast im Kreis zu grinsen, wenn da nicht die Ohren im Wege wären. Gibt es tatsächlich einen Gott (auf dem Olymp), ist dieser vermutlich für den Testosteronhaushalt des Sängers zuständig - der Gott zog die Stimme dem sexuellen Trieb vor. Nicht ungeschickt, wirkt doch eine solche Stimme ganz sicher erotisierend aufs weibliche Volk vor der Bühne. Apropos Bühne: 'Fire And Brimstone' ist wie geschaffen für große und größte Metal-Festivals, es ist ein fulminantes Achtziger-Retro-Stück, das die Massen in Nullkommanichts in Entzücken setzt und das Publikum jedwede Bewegungsarmut verlieren lässt. Auch der wie ein galoppierendes Pferd klingende Titelsong ist ein Open-Air-Stück - dem Pferd gibt man nach 90 Sekunden die Sporen und ein stimmungsvolles Solo kriecht in die Gehörgänge. Bei 'Titan War' explodiert der Drummer regelrecht und liefert hier seinen besten Teil des Albums ab. Stimmlich liegt Sebastian hier auf einer Ebene mit Andreas von Lipinski (unter anderem bei VERITATES und WARWOLF), dessen Vielseitigkeit ich ebenfalls sehr zu schätzen weiß. Feudale Schlussworte fallen im neunten Song tatsächlich direkt am Ende, und zwar in Deutsch: "Friede und Freiheit". Dem ist absolut nichts hinzuzufügen.

Zum Coverartwork schreibe ich besser nichts - oder nur wenig: es hätte besser sein können. Vorbildlich hingegen ist das Angebot, OLYMPs Album "Rising" als CD, Vinyl und auch digital erwerben zu können.

Man darf gespannt sein, wie sich OLYMP in den nächsten Jahren entwickeln werden ...

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Prodromos
02. Olive Wreath
03. Thread Of Life
04. Fire And Brimstone
05. Olymp
06. Eternal Torment
07. Titan War
08. Orpheus
09. White Rose
Band Website: www.facebook.com/OlympMetal/
Medium: CD, LP, Digital
Spieldauer: 40:09 Minuten
VÖ: 19.12.2025

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