Ellende - Zerfall

Review von Cornholio vom 02.01.2026 (624 mal gelesen)
Ellende  - Zerfall Das fängt ja(hr) gut an. Bereits am 2. Januar veröffentlicht die Black Metal-Band ELLENDE aus Österreich mit "Zerfall" ihr mittlerweile siebtes Studioalbum. Kennengelernt habe ich die Band auf dem NOAF letztes Jahr, wo Mastermind Lukas "Luki" Gosch (alias L.G.) und seine Mitmusiker trotz hellem Tageslicht eine angemessene Stimmung verbreiteten. Ein kurzer Plausch anschließend untermauerte den sympathischen Eindruck des Quintetts.

Nach einem zweieinhalbminütigen akustischen Instrumental-Intro geht es mit 'Wahrheit Teil I' in gewohnter, rasender Black Metal-Manier los. Aber ELLENDE wären nicht ELLENDE, wenn der Song aus sieben Minuten Geknüppel bestehen würde. So ist zur Mitte des Songs sogar ein Schifferklavier vertreten, und die Lieder bestechen allesamt durch ihren Reichtum an Abwechslung zwischen heftigen Passagen und ruhigen, akustischen Ambient-Klängen.



Aber spielen ELLENDE wirklich typischen Black Metal? Und wo ist der Unterschied oder der Übergang von Black Metal zu Post-Black Metal? Ich könnte auch fragen, ob ich überhaupt der Richtige bin, dieses Album zu rezensieren, aber so weit möchte ich gar nicht gehen. Meine Top-Alben des letzten Jahres beinhalteten immerhin mit ELDERWIND und BLACKBRAID zwei Mal Black Metal, beide mit gehörigem Ambient-Einschlag. Und so ist es auch hier nicht anders. L.G. und seine Mitstreiter überzeugen über die komplette Spielzeit (etwa 52 Minuten plus zwei Bonustracks) mit einer sehr ausgewogenen Mischung aus Raserei, dem passenden Black Metal-typischen Gesang ("Geschrei"? "Gekeife"?), aber auch Melodie, die nicht selten durch unverzerrte Instrumente erzielt wird, was in sehr wohlig-warmen und angenehmen Ambient-Klängen mündet. Alles in allem vermittelt "Zerfall" eine dichte Atmosphäre, was gerade bei diesem Stil diese unverwechselbare schaurig-schöne Stimmung vermittelt.

Zwei Gäste tragen auf diesem Album ihren Teil dazu bei. Klara Bachmair von FIRTAN veredelt 'Zeitenwende Teil I' mit den lieblichen Klängen ihrer Violine, und Peter Mairhofer von der Band NORIKUM steuert ein Gitarrensolo zu 'Zeitenwende Teil II' bei; bei beiden Bands war auch L.G. bereits als Gastmusiker zu hören. Das mögen zwar nur kleine Beiträge zum Gesamtsound sein, aber erst durch sie wird das Kunstwerk vollkommen. Abgerundet wird "Zerfall" durch das Artwork, was wie auch bei den vorigen Alben von Gosch selbst gemalt wurde.



Zwei Bonustracks beinhaltet "Zerfall". Zum einen ist das eine Coverversion von JEREMY SOULE, der Track 'Secunda' aus der Computerspiel-Reihe Elder Scrolls "Skyrim", die recht nah am Original gehalten ist und daher komplett ohne schwarzmetallische Elemente auskommt. Zum anderen gibt es die Eigenkomposition 'Verborgenes Inneres Leiden', ebenfalls ohne Stromgitarren oder ähnlichem, durch die geflüsterten Lyrics passt dieses Stück jedoch deutlich besser zum Album als Ganzes.

ELLENDE kommen übrigens im Januar auf Tour, zusammen mit KARG und FIRTAN. Leider werden Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen komplett ausgeklammert, vielleicht gibt es ja noch einen zweiten Teil dieser Tour. Wenn ihr könnt, schaut es euch unbedingt an, es lohnt sich!!
Hier die Tourdaten für den deutschsprachigen Raum:

02. Jan - München (DE)
03. Jan - Heidelberg (DE)
04. Jan - Dresden (DE)
06. Jan - Hamburg (DE)
09. Jan - Würzburg (DE)
10. Jan - Zürich (CH)
13. Jan - Cham (DE)
16. Jan - Erfurt (DE)
18. Jan - Wien (AT)

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Nur
02. Wahrheit Teil I
03. Wahrheit Teil II
04. Zerfall
05. Übertritt
06. Ode Ans Licht
07. Zeitenwende Teil I (Feat. Norikum)
08. Zeitenwende Teil II (Feat. Firtan)
09. Reise
10. Secunda (Jeremy Soule Cover) *
11. Verborgenes Inneres Leiden *
* Bonustracks
Band Website: www.ellende.at/
Medium: CD
Spieldauer: 58:30 Minuten
VÖ: 02.01.2026

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