Calcraft - Reborn Through Torture | |
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| Review von derkleinekolibri vom 30.12.2025 (618 mal gelesen) | |
Ein kurzer Blick in die Geschichte: "William Calcraft (1800 bis 1879) war ein englischer Henker und einer der produktivsten englischen Scharfrichter (schätzungsweise 450 Hinrichtungen in 45 Jahren)."Warum benennt sich eine Band nach einem solchen Menschen? Erste, sicher bald zum Scheitern verurteilte Theorie: Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch eine andere Vermutung liegt auf der Hand: Verbitterung wegen des zunehmenden Verlusts an Menschlichkeit, die man nicht nur akustisch in die Welt hinausschreien möchte, sondern auch provokant optisch anschaulich in Szene setzen möchte. Eines Tages wird das Geheimnis bestimmt gelüftet. Bis dahin widmen wir uns aber erst einmal dem Debütalbum "Reborn Through Torture" von CALCRAFT, dem rotzig-frechen Death Metal-Trio aus San Antonio in Texas. Das Album besteht aus acht bösartigen Stücken, denen es nur an einem mangelt: Freundlichkeit. Vollkommen überraschend haben die Jungs in der Mitte des Albums als fünftes Stück, 'Interlude' genannt, eine Erholungspause eingefügt. Was sich vor und nach diesem Titel abspielt? In kurzen Worten: Death Metal wie er deather ... äh ... tödlicher nicht sein kann. Alleine der Singsang scheint der Hölle zu entspringen. Tiefes, räudiges, bösartiges Growlen in Perfektion, variantenreich vorgetragen. Sobald eine Stimme erklingt, zuckt man unwillkürlich zusammen. Wer kennt sie nicht, die keifenden Nachbarn? Doch diese sind weitaus zahmer als die drei Amerikaner. In die Songs werden überdies auch cineastische Unterhaltungsfetzen eingebaut, da gibt's auch mal normale Frauen- und Kinderstimmen. Bereitet euch auf "Sangesschlachten" vor - eine Stimme growlt, eine andere screamt, sodass man meinen könnte, hier findet eine (mörderische) Unterhaltung statt. Auch musikalisch überschreiten die Texaner alle Grenzen des Normalen. Das Trio walzt alles platt, was sich ihm in den Weg stellt, vollkommen rücksichtslos gehen sie dabei vor. Und dabei ist das gerade mal ihr Debüt. Was wird da erst beim vierten, fünften oder sechsten Album herauskommen, wenn sie zu richtigen Profis geworden sind? "Reborn Through Torture" sollte unbedingt jenen Leuten nahegebracht werden, die sich schon immer für amerikanischen (Brutal) Death Metal interessiert haben und ihre Ohren spitzen, wenn sie beispielsweise IMMOLATION, INCANTATION und SUFFOCATION hören. CALCRAFT sind gewiss nicht jedermanns Geschmack, doch das wollen sie auch gar nicht sein. "Reborn Through Torture" wird ihnen einige Türen und Tore öffnen, auch wenn ihr Werk bisher "nur" digital zur Verfügung steht. Dieser Zustand ändert sich am 30. Januar 2026, denn dann wird es eine CD im Digipack geben. Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Satisfying Strangulation 02. Fuck Blade 03. Slovakian Carnage 04. Perpetually Stabbed 05. Interlude 06. Wolves Sight 07. Purest Pain 08. Carving Flesh 09. Outro | Band Website: Medium: CD, Digital Spieldauer: 34:37 Minuten VÖ: 21.11.2025 |
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Ein kurzer Blick in die Geschichte: "William Calcraft (1800 bis 1879) war ein englischer Henker und einer der produktivsten englischen Scharfrichter (schätzungsweise 450 Hinrichtungen in 45 Jahren)."
